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«Wir setzen alle Hebel in Bewegung»

Der Grosseinsatz rund um das WEF stellt die Armee immer wieder auch vor unvorhergesehene Probleme. In diesem Jahr drückt der Schuh besonders bei der Verpflegung der Truppen. Doch wo genau liegt das Problem?

24.01.2018 | ac

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Der Einsatz der verschiedenen Einheiten der Schweizer Armee rund ums WEF in Davos befindet sich in seiner entscheidenden Phase. Während im Bergort prominente Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Nationen jetzt erst anreisen, stehen die meisten Angehörigen der Armee schon seit längerem im Dauereinsatz. Vieles ist aufgrund der jahrelangen Erfahrung eingespielt und funktioniert einwandfrei. Auf die Verpflegung angesprochen, reagieren nicht wenige Soldaten ein wenig missmutig. Viele sind mit der aktuellen Versorgungs-Situation unzufrieden. Manche Truppen erhalten ihre Mahlzeiten erst mit mehrstündiger Verspätung, andere müssen mit zu wenigen Portionen auskommen.

 

Die Problematik ist den Verantwortlichen bei der Territorialdivision 3 bekannt. Cuminaivel hat mit Chefadjutant Hans Rudolf Gysler gesprochen, ihn nach den Gründen für die Versorgungsengpässe gefragt und über mögliche Lösungsvorschläge geredet.

 

Chefadjutant Gysler, die Versorgung der Truppen ist in diesem Jahr ein grosses Thema. Was konkret ist das Problem?

Insbesondere seit dieser Woche wissen wir von diversen Truppen, dass sie teilweise lange auf ihre Verpflegungslieferungen warten mussten. Bei einigen kamen auch zu wenige Portionen an oder das Essen war nicht mehr warm. Das ist für alle unbefriedigend, für die Truppen, für die Küchenteams und für die Armee. Die Einsatzführung der Ter Div ist sich dessen bewusst und setzen alles daran, die Probleme zu lösen.

 

In früheren Einsätzen war die Versorgung kaum ein Problem. Wo hakt es in diesem Jahr?

Ein Problem sind die grossen Schneemengen praktisch im ganzen Einsatzgebiet. Die Verkehrssituation wurde dadurch deutlich erschwert und die Lieferwege länger. Hinzu kam, dass die Thurgauer Höhenklinik in Davos, von wo aus ein Grossteil der Aussenposten versorgt werden sollte, wegen Lawinengefahr nur noch zu Fuss erreichbar war. Zwar konnten Truppenküchen an anderen Standorten in die Bresche springen, allerdings verzögerte sich dadurch wiederum die Auslieferung.

 

Was wird unternommen, um dieses Problem zu beheben?

Es ist ganz klar, dass wir alle Hebel in Bewegung setzen, damit alle Truppen so bald wie möglich wieder rechtzeitig und mit entsprechender Qualität versorgt werden können. Zusätzlich zu den bereits getroffenen Massnahmen kommt jetzt auch ein MVS (mobiles Verpflegungssystem) zum Einsatz, dank der die Aussenposten besser beliefert werden können.

 

Ab wann kann die Versorgung wieder wie vorgesehen durchgeführt werden?

Das Ziel ist es, dass die Verpflegung ab Donnerstagmorgen wieder wie geplant gewährleistet werden kann. Die Zeit bis dahin überbrücken wir mit Lieferungen ab den Küchen des Geb Inf Bat 48. Bis dahin bitten wir weiter um Verständnis seitens der Truppe – wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen.