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Dübendorf als Tor zur Welt

Wenn in Davos Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik diskutieren, kommt Leben auf den Flugplatz Dübendorf. Businessjets und Helikopter landen dort, bringen und holen Gäste des Weltwirtschaftsforums.

24.01.2018 | sh

Businessjet
Businessjets warten auf dem Flugplatz Dübendorf darauf, WEF-Gäste wieder nach Hause zu bringen. (Rolf Müller)

 

Als Ende 2005 die Schweizer Luftwaffe die letzten F/A-18 vom Flugplatz Dübendorf abzog, wurde es ruhig auf den historischen Pisten. Doch keine zwei Jahre später kam im Januar 2007 wieder Leben auf das flache Gelände im Zürcher Oberland. «Früher mussten Businessjets, die Gäste für das WEF nach Zürich brachten, zum Teil nach Nizza oder München weiterfliegen, um dort geparkt zu werden», erklärt Oberst i Gst Hans-Peter Erni. «Das war ökologisch natürlich ein Unsinn und auch nicht wirklich gastfreundlich», sagt er. Erni hilft seit Anbeginn vor elf Jahren bei der Organisation mit, diese Mangellage während des WEF zu beheben.

WEF Managing Director schlug heutige Lösung vor

2016 war der Flugplatz Dübendorf erstmals nicht nur Parkplatz, sondern wurde auch zum Tor zur Welt. Seither können Businessjets direkt dort landen und die Passagiere einreisen. «Damit reduzieren wir Leerflüge und entlasten den Flughafen Zürich bezüglich Parkmöglichkeiten. Der Vorschlag kam seinerzeit vom WEF Managing Director, Alois Zwinggi», erklärt Oberst i Gst Hans-Peter Erni. Soweit die militärischen Interessen dies erlauben, sind gemäss Luftfahrtgesetzt die bundeseigenen Flugplätze für die Zivilluftfahrt freizugeben. «Dies ist in Dübendorf gut möglich», ergänzt Erni.

So kommen im Januar die Kantonspolizei, der Zoll sowie private Ground Handling-Unternehmen nach Dübendorf und richten dort alles ein, was es für die Abfertigung von internationalen Passagieren braucht. Zusammen mit Skyguide, der Logistikbasis der Armee, militärischen Sicherungselementen, der Militärpolizei und der Luftwaffe wird LSMD, so der ICAO-Code für Dübendorf, zu einem kleinen aber feinen Hub zum WEF. «Die Zusammenarbeit aller Partner funktioniert hervorragend», hebt Oberst i Gst Hans-Peter Erni hervor.

Keine völkerrechtlich geschützten Gäste

Dieses Jahr rechnet man in Dübendorf mit rund 30 Jets, die Privatpersonen in die Schweiz bringen. «Völkerrechtlich geschützte Personen landen hier aber nicht», betont Erni. Diese erreichen die Schweiz über den Flughafen Kloten. Nicht nur für die Sicherheit, auch für Diskretion ist in Dübendorf gesorgt: An den Zäunen um den Flugplatz hängen weisse Planen und zusätzlicher Stacheldraht hält Neugierige davon ab, auf die Zäune zu klettern. Und mit etwas Stolz erzählt Oberst i Gst Erni, dass die Gäste eine bequeme Empfangslounge in der Halle 7 nutzen können. Wer auf dem Luftweg nach Davos weiterreisen will, sitzt bereits nach 50 Metern im zivilen Helikopter, die Limousine wartet sogar direkt vor der Türe. «Die Nachfrage ist gross. Der Service scheint bei uns in Dübendorf also zu stimmen», schliesst Oberst i Gst Hans-Peter Erni.