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Mit vereinten Kräften gegen den Schnee

Der Winter macht seinem Namen in diesem Jahr alle Ehre und lässt die Bündner Bergorte im Schnee versinken. Räumungsteams sind darum praktisch rund um die Uhr im Einsatz. Gefragt ist darum das Zusammenspiel von Tiefbauamt, Armee und Zivilisten.

22.01.2018 | ac

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Zwischen den alten, traditionell verzierten Bündner Häusern direkt neben dem Bergbach liegt eine dumpfe Stille. Zwei Soldaten marschieren die Strasse entlang über eine kleine Brücke, links und rechts umgeben von meterhohen weissen Schneewällen. Nur einige Augenblicke zuvor hat eine grosse Schneefräse den Weg wieder freigemacht und die weisse Pracht in einem hohen Bogen an den Wegrand befördert. Doch die dicken Flocken in der Luft deuten es schon an: Lange dauert es nicht und der Beton wird wieder von einer dicken Schneeschicht bedeckt sein.

 

Bilder wie dieses lassen sich in diesen Tagen in praktisch allen Tälern in Graubünden antreffen. Der Winter hat den Kanton fest im Griff. Für alle Arbeiten rund um das WEF bedeutet das eine besondere Herausforderung. Oberst Mani erlebt mittlerweile seinen 15. Einsatz im Rahmen des Grossanlasses im Kurort. Er sagt auch: «Verglichen mit den letzten Jahren ist es definitiv extrem. Problematisch ist vor allem das wechselhafte Wetter der vergangenen Tage.» Was er damit meint, lässt sich auf vielen Hausdächern beobachten. Nach ergiebigem Schneefall kam eine Phase mit höheren Temperaturen und Regen, nun folgt wieder der Schnee. Die weissen Massen werden schwer, kommen ins Rutschen und krachen auf die Strassen. Um das zu verhindern, sind Dutzende Helfer im Einsatz und schaufeln neben Trottoirs und Strassen auch Vordächer frei. «In diesen Tagen sind alle gefordert, aber das Militär, die Tiefbauämter und auch die zivilen Personen arbeiten hier hervorragend zusammen», sagt Mani nicht ohne Stolz. Man helfe sich gegenseitig, wo man kann.

 

Diesen Eindruck bestätigt auch Simon Hartmann. Der 43-jährige ist Leiter Betrieb beim Tiefbauamt. Er bevorzugt aber die alte Bezeichnung seines Berufs: «Strassenmeister ist näher an meiner eigentlichen Arbeit und man kann sich etwas darunter vorstellen.» Auch Hartmann spürt bei seinen Leuten die Intensität in diesen Tagen. Fast rund um die Uhr stehen diese im Einsatz. «Spätestens um halb 3 am Morgen sind die ersten Kontrollfahrer unterwegs. Sie entscheiden dann, ob auf den Strassen nur gesalzen werden muss, oder ob auch die Räumungsteams aufgeboten werden. Ab 3.30 Uhr sind die Fahrzeuge des Tiefbauamts dann unterwegs. Der intensive Schneefall geht darum an die Substanz. «Das Schlimmste ist irgendwann der Schlafmangel», erklärt Hartmann. «Das zehrt irgendwann an den Nerven.» Der Bündner hofft darum auch auf das Verständnis von allen, die in diesen Tagen irgendwo in Graubünden unterwegs sind. «Die Leute hier geben alles, damit alle Wege und Strassen passierbar sind. Aber wir sind hier in den Bergen, das darf man halt nicht vergessen.»

 

Immerhin: Für die kommenden Tage sind kaum noch grössere Mengen Neuschnee vorausgesagt. Die Chancen stehen also gut, dass auch Hartmanns Personal wieder zu etwas mehr Schlaf kommen wird. Und auch die Arbeit der Schneefräsen in den Bündner Dörfern könnte zumindest ein wenig länger Bestand haben als in den letzten Tagen.