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«Jeder Brief enthält eine Emotion»

Die bei -10°C sehr geeigneten Long-Pants 06, der regionale wohlriechende Salsiz zum Aufschneiden mit den Kameraden oder der herzerwärmende romantische Liebesbrief. Die Feldpost ist all dies: erste Hilfe und gute Stimmung in einem einzigen Paket. «Die Essenz unseres Auftrages hat sich nie verändert», bestätigt der Chef Feldpost der Armee, Oberst Fritz Affolter dem Cuminaivel.

21.01.2018 | rc

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Die Feldpost geführt von Oberst Fritz Affolter, stellt jährlich 850'000 Zeitungen zu. (ph)

 

Briefe, Pakete und Zeitungen. Briefe, Pakete und Zeitungen. Die Feldpost der Schweizer Armee hat kürzlich ihr 125-jähriges Jubiläum gefeiert. Obwohl sich die Organisation dieser Dienstleistung stark verändert hat, sind die Inhalte stets gleich geblieben. «Ja, es stimmt, es werden viel weniger Briefen geschrieben als noch vor 10 Jahren, da heute ein SMS reicht. Aber ein Paket kann auch heute noch nicht via E-Mail versendet werden. Vor allem in den Rekrutenschulen wird diese Dienstleistung nach wie vor sehr rege genutzt», erklärt der Chef Feldpost der Armee Oberst Fritz Affolter. Der seit 2010 amtierende Gesprächspartner zählt einige Zahlen auf, um die sehr beliebte Dienstleistung hervorzuheben: «Jährlich stellen wir 1.4 Millionen Briefe zu – wovon über 800’000 behördlichen Inhalt haben – 250'000 Pakete und 850'000 Zeitungen.» Trotz rückläufiger Anzahl Zustellungen führt die Feldpost ihre Dienstleistung weiter aus. «Jeder Brief ist eine spezielle Emotion», bestätigt Affolter voller Begeisterung und präzisiert: «Ein Brief zeigt, dass jemand seine Zeit damit verbracht hat über etwas nachzudenken, eine gute Nachricht zu versenden oder wertvolle, zuhause vergessene Utensilien nachzusenden.» Zudem unterscheide die Feldpost nicht, ob gerade eine Übung oder Ausbildung stattfinde. Genau wie die Qualität beim Essen müsse auch die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Zustellung jederzeit und überall gewährleistet werden, ergänzt der Oberst. «Und ich erwähne gerne, dass Verspätungen die Ausnahme sind und nicht die Regel».

 

Diese Philosophie erhält gerade bei einem solchen realen Einsatz wie hier am WEF in Davos noch grössere Bedeutung. Affolter erklärt: «Wegen ebensolchen Gegebenheit nimmt die Anzahl Pakete exponentiell zu. Im Unterschied zu anderen WK’s haben die Soldaten in Einsätzen keine normalen Wochenendurlaube, weshalb sie auf unsere Unterstützung stärker angewiesen sind.» Die eben erwähnten Situationen stellen für den Chef Feldpost auch in Zukunft die grössten Herausforderungen dar: «Die Effizienz unserer Arbeit ist abhängig von der Richtigkeit der örtlichen Angaben der Truppen, welche vermehrt in kleineren Detachementen an verschiedenen Standorten untergebracht sind. Keine einfache Aufgabe, welche jedoch wie bereits erwähnt stets gemeistert werden muss, damit wir unsere Zuverlässigkeit auch in Zukunft gewährleisten können.»