Zurück zur Übersicht CUMINAIVEL

Unterwegs mit dem Ordnungsdienst Davos

Thomas Müller vom Ordnungsdienst Davos hat alles im Griff. Wir begleiten ihn heute bei seiner Arbeit und erfahren, wieso der gebürtige Basler nun in Davos ist und wieso er es sich nicht vorstellen kann wieder woanders zu wohnen.

22.01.2018 | mc, as

OD_Davos_Greenpeace_as_02
Thomas Müller regelt während der Aktion den Verkehr. (as)

 

Thomas Müller kennt Davos in- und auswendig. Souverän leitet er zwei Fahrzeuge von Greenpeace durch das Dorf zum Kongresszentrum. Überall stehen Lastwagen und Baumaschinen, es geht nur zäh vorwärts. Müller lässt sich davon überhaupt nicht stressen.

 

Greenpeace möchte heute eine sechs Meter hohe Statue vor dem Kongresszentrum aufbauen und auf Prinzipien zur Unternehmensverantwortung aufmerksam machen. Müller und der Mediendienst der Kantonspolizei Graubünden begleiten im Auftrag der Gemeinde Davos die Aktion.

Ich bin das Mädchen für alles

 

«Ich bin das Mädchen für alles», meint Müller mit einem Schmunzeln. Als Sachbearbeiter des Ordnungsdienstes der Gemeinde Davos leistet er unbewaffneten Dienst in der Stadt. Er ist verantwortlich für den ruhenden Verkehr und sorgt bei Veranstaltungen, zum Beispiel an Markttagen, für Ruhe und Ordnung. Er ist direkt dem Landammann Tarzisius Caviezel unterstellt.

 

Ursprünglich kommt Müller aus Basel. Gelernt hat er Stromer und die Polizeiausbildung hat er in Winterthur absolviert. Als Kind sei er in den Ferien oft in Davos gewesen. Seit 1987 arbeitet und lebt er hier. Basel vermisse er nicht, die Fasnacht habe ihm nie gefallen. «Bist du erst einmal fünf Jahre hier, bleibst du in Davos», ist Müller überzeugt. Während dem WEF ist er, in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Graubünden, zusätzlich für die Signalisationen auf den Strassen zuständig.

 

Während die Greenpeace-Aktivisten die Statue vor dem Kongresszentrum aufbauen, regelt Müller den Verkehr. Inzwischen sind auf dem Polizeiposten Davos schon Anrufe eingegangen, welche von «Demonstranten» berichten. Eine gemischte Patrouille mit dem Kantonspolizisten Roger Janett und dem Militärpolizisten Sandro Angerer trifft vor Ort ein. Inzwischen gab es schon Entwarnung: Die Aktion von Greenpeace wurde bewilligt und verläuft ruhig. Die Patrouille verschafft sich einen Überblick über die Lage und wendet sich wieder anderen Aufgaben zu.

 

Nach einer halben Stunde sind die Statue und die Leute von Greenpeace wieder verschwunden und Müller macht sich auf den Rückweg. Als er sieht, wie jemand sein Auto direkt vor einer Bushaltestelle abstellt, öffnet er das Autofenster und fragt streng: «Sie wissen, dass sie vor einer Bushaltestelle stehen?» Die Ausrede des Lenkers, dass nur etwas ausgeladen werden müsse und er in fünf Minuten wieder weg sei, lässt Müller nicht gelten und droht: «Das kostet 120 Franken!».