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Halt, Militär! Sperrgebiet!

Ein leichter Nachgeschmack von Tränengas liegt in der Luft. Vermummte militante Demonstranten und Soldaten in voller Montur sind zu sehen und das noch bevor das WEF überhaupt begonnen hat. Cuminaivel begleitete ein Interventionstraining am Militärpolizeiposten Thusis.

21.01.2018 | js/rr

Aufmacherbild
Die vermeintlichen Demonstranten fordern die Wache heraus.

 

Am Montag sind die Soldaten beim Militärpolizeiposten Thusis eingerückt und drei Tage später müssen die Gebäude an diesem Standort bereits vollständig abgesichert und die Objekte darin für das Interventionstraining und somit für den Ernstfall bereit sein. «Ein sportlicher Zeitplan», gibt Oberst i Gst David Accola, Chef Einsatz Territorialdivison 3, zu bedenken. David Accola leitet zusammen mit dem Kantonspolizisten Fabrizio Perito, Chef Infrastrukturschutz, die Übung. Sie sorgen so dafür, dass das Militär die sensitiven Objekte schützen und ihre polizeilichen Aufgaben im Objekt wahrnehmen kann.

 

Vorbesprechung und Instruktion der Statisten

Kurz vor der Übung wird alles nochmals kurz durchgesprochen und der Ablauf festgelegt. Es kommt noch eine enttäuschende Nachricht rein: Die Verschiebung zum zweiten Übungsort per Helikopter wird wegen schlechter Witterung nicht möglich sein. Schade für die Rollenspieler, da der Flug das Highlight für sie dargestellt hätte. Für den Ablauf der Übung bedeutet es aber kein Problem. Im Anschluss beginnen die «Demonstranten» sich vorzubereiten und die letzten Instruktionen werden von Fabrizio Perito kommuniziert.

 

Übung

Die Übung besteht darin, dass die Statisten als militante Demonstranten sich dem Eingang des Militärpostens nähern und diesen blockieren. Die Aufgabe des Militärs besteht aus dem Objektschutz und der Deeskalation der Lage bis zum Eintreffen der Polizei. Fabrizio Perito gibt den Statisten Anweisung wie stark Aggression gezeigt werden soll und zündet Knallpetarden sowie Tränengas um die Soldaten auch richtig zu fordern. Währenddessen steht er mit dem Polizeiposten in Kontakt, damit geprüft werden kann, wie schnell seine Kollegen alarmiert werden. Auf der anderen Seite des Zauns wird der Kommunikationsablauf geprüft und auch die Hundestaffel absolviert ein Training.

 

Nachbesprechung

Nach der ersten Übung wird die Situation aus Sicht der Polizei, des Militärs und der Demonstranten analysiert und etwaige Risikobereiche hervorgehoben. Da Verbesserungspotenzial erkennbar ist, kommt es zu einem zweiten Durchlauf.

Das Ergebnis ist gut, ein Kompliment von Fabrizio Perito, er habe selten so eine schnelle Meldung an die Polizei erlebt. Zum Abschluss rät David Accola: «Markiert die staatliche Autorität, aber lasst dabei den Selbstschutz nicht ausser Acht.»