Brevetierungsfeier auf dem Militärflugplatz Emmen – fünf neue Militärpiloten erhalten ihre Wings
Fünf angehende Militärpiloten der Schweizer Luftwaffe wurden am 11. Juni 2026 auf dem Militärflugplatz Emmen feierlich zu Berufsmilitärpiloten brevetiert. In Anwesenheit von rund 90 Gästen aus Militär, Politik, Wirtschaft sowie Angehörigen und Freunden der Absolventen fand eine würdige Feier zum Abschluss einer anspruchsvollen Ausbildung statt. Für die musikalische Umrahmung sorgte ein Ensemble des Militärspiels der Territorialdivision 2.

Nach dem feierlichen Einmarsch der Militärpilotenanwärter eröffnete Oberst i Gst Daniel «James» Pfiffner, Kommandant der Pilotenschule der Luftwaffe, die Feier und begrüsste die Anwesenden. Die fünf neuen Militärpiloten teilen sich auf die beiden Bereiche Luftmobilität und Schutz des Luftraums auf: Drei von ihnen werden ihre Laufbahn als Helikopterpiloten fortsetzen, zwei als Jetpiloten. Unter den Gästen befanden sich auch zwei Offiziere der Luftwaffe der Bundeswehr, welche gemeinsam mit den Schweizer Militärpilotenanwärtern Teile ihrer fliegerischen Ausbildung absolviert hatten.
Anspruchsvolle Ausbildung und gelebte Kameradschaft
Oberst Pfiffner betonte, wie stark sich die Anforderungen an Militärpilotinnen und -piloten in den vergangenen Jahren verändert haben. Neben fliegerischem Können seien heute insbesondere Verantwortungsbewusstsein, technisches Verständnis sowie die Fähigkeit gefragt, komplexe Informationen unter hohem Zeitdruck zu verarbeiten und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Von rund 700 Kandidatinnen und Kandidaten, die sich ursprünglich bei SPHAIR angemeldet hatten, haben letztlich fünf die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Besonderen Dank richtete der Kommandant der Pilotenschule an die Familien und Angehörigen der Militärpiloten, welche die Absolventen während der Ausbildung unterstützt und begleitet haben. Ein weiterer Schwerpunkt der Ansprache war die Kameradschaft innerhalb der militärischen Fliegerei. Die neuen Militärpiloten blickten auf gemeinsame Erfahrungen während der Ausbildung zurück. Besonders hervorgehoben wurden die Kameradschaft innerhalb der Klasse sowie die während der Ausbildung entstandenen Freundschaften. Die Brevetierung sei dabei kein Abschluss, sondern ein wichtiger Meilenstein auf dem weiteren Weg als Militärpilot. Mit den Worten «many happy landings» gratulierte Oberst Pfiffner den Absolventen zu ihrer Leistung. Nach den Grussworten des Armeeseelsorgers Hauptmann Nicolas Vaudano folgte der Höhepunkt der Feier: Die Beförderung zum Oberleutnant und die Überreichung des Militärpilotenbrevets, der sogenannten «Wings». Damit gehören die fünf Offiziere zu den 2’392 seit 1914 brevetierten Militärpilotinnen und -piloten der Schweizer Luftwaffe.
Verantwortung für die Sicherheit der Schweiz
Divisionär Christian Oppliger, Kommandant der Schweizer Luftwaffe, gratulierte den neuen Militärpiloten zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. Er betonte, dass Professionalität, Selbstdisziplin und die Fähigkeit, unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen, zu den wichtigsten Eigenschaften der Militärpilotinnen und -piloten gehören. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die eigentliche Ausbildung in den Verbänden erst beginne und die neuen Piloten die Zukunft der Schweizer Luftwaffe mitprägen würden. Als Gastreferent sprach Staatssekretär Markus Mäder, Leiter des Staatssekretariats für Sicherheitspolitik (SEPOS). Unter dem Leitgedanken «Wurzeln und Flügel» sprach er über die Grundlagen der nationalen Sicherheit und die Herausforderungen einer sich wandelnden Weltlage. Dabei verwies er auf seinen persönlichen Bezug zur Fliegerei: Sein Vater war Pilot bei der Swissair und Milizpilot der Schweizer Luftwaffe. Freiheit, Unabhängigkeit und eine glaubwürdige Landesverteidigung seien ebenso wichtig wie Offenheit für technologische Entwicklungen und die Zusammenarbeit mit Partnern im europäischen Umfeld und befreundeten Luftwaffen. Den neuen Militärpiloten wünschte er, dass sie ihre Fähigkeiten verantwortungsvoll zum Schutz der Schweiz einsetzen und die Zukunft der Luftwaffe aktiv mitgestalten.
Aufnahme in die Gemeinschaft der Militärpiloten
Zum Abschluss der Feier wurden die fünf neuen Militärpiloten offiziell in die Gemeinschaft der Schweizer Militärpiloten aufgenommen. Oberst Beat Hedinger, Chef des Berufsfliegerkorps der Schweizer Luftwaffe, betonte in seinem Schlusswort die Bedeutung von Professionalität, gegenseitigem Vertrauen, Leidenschaft und Kameradschaft. Als besondere Ehre durften die frisch brevetierten Militärpiloten anschliessend die Fahne des ehemaligen Überwachungsgeschwaders unterzeichnen – ein symbolischer Schritt in die Gemeinschaft der Schweizer Militärpilotinnen und -piloten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte das Flugprogramm. Nachdem sich das Wetter während des Vormittags überwiegend bewölkt gezeigt hatte, öffnete sich pünktlich zu Beginn der Vorführungen die Wolkendecke. Vor der eindrücklichen Kulisse des Pilatus und der schneebedeckten Alpen eröffneten ein PC-21 und ein Super Puma in Formation das Flugprogramm. Anschliessend begeisterten das Super Puma Display Team sowie das PC-21 Solo Display die Gäste mit ihren Vorführungen und bildeten damit den würdigen Abschluss eines besonderen Tages für die fünf neuen Militärpiloten der Schweizer Luftwaffe.