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Seit 20 Jahren engagiert sich die Armee für die Umwelt

Die Armee betreibt auch seit 20 Jahren Naturschutz. Und sie will noch weiter gehen: erneuerbare Energien einsetzen, sauberen Strom kaufen oder selbst produzieren, und CO2-Emmissionen reduzieren. Das Programm Natur-Landschaft-Armee (NLA) koordiniert den Schutz und macht die Armeeanlagen zu einem Hort der Artenvielfalt.

02.09.2021 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

Die Chefin VBS, Viola Amherd, setzt der Armee ökologische Ziele, insbesondere auf ihren Waffen- und Schiessplätzen. ©VBS/DDPS, Fahrettin Calislar

Auf dem Waffenplatz Chamblon (VD) trainieren Infanteristen der Schweizer Armee. Das Areal weist auch 66 schützenswerte Lebensräume auf – Trockenwiesen, Hecken und Feuchtgebiete. Chamblon war schon Pilotprojekt des Programms Natur – Landschaft – Armee (NLA), als es vor 20 Jahren lanciert wurde. Es ist heute zentral für die Umweltmassnahmen der Armee. VBS-Chefin Viola Amherd betonte kürzlich vor den Medien in Chamblon, sie messe den Themen Umwelt und Klima hohe Priorität bei.

Verstärktes Umweltengagement

«Die Armee hilft bei Naturkatastrophen. Doch das reicht nicht. Sie muss sich auch für die Umwelt einsetzen», so Amherd. Die Armee soll Biodiversität fördern, ihre Emissionen reduzieren, klimaneutral handeln und in ihrem Handeln, ihren Entscheidungen und Beschaffungen die Ökologie stets berücksichtigen.

Dafür hat das VBS ein Umweltleitbild , den ersten Aktionsplan «Energie und Klima» und über 60 Massnahmen erarbeitet. Bis 2050 strebt das Departement eine ausgeglichene CO2-Bilanz an. Dabei setzt es auf die Senkung des Verbrauchs fossiler Treibstoffe, Elektroautos, Solarzellen statt konventionellen Strom sowie auf Alternativen zu Heizöl. Auf der neuen Mehrzweckhalle in Chamblon etwa ist eine Solaranlage installiert.

Die Armee übernehme Verantwortung , schloss Amherd. Das Ziel: Schäden reduzieren und Risiken minimieren. Die Verteidigungsministerin stellte aber klar: «Ihr Hauptauftrag bleiben die Sicherheit der Schweiz und ihrer Bevölkerung».

Armee ökologisch ausgerichtet

Waffenplatz-Kommandant Oberst im Generalstab Patrick Huber betonte, dass NLA für die Armee keine Belastung sei. Er schätzt den offenen, konstruktiven Austausch mit den Verantwortlichen des Programms. Die Umsetzung ist einfach, so Huber. Die Soldaten sind informiert und erhalten bei Dienstantritt nochmals eine Einführung. «Die Bestimmungen sind klar signalisiert. Den Rest macht die militärische Disziplin.»

Bruno Locher, Chef Raum und Umwelt VBS, kündigte an, dass die Armee Erfahrung mit der Nutzung und der Produktion von nachhaltigen Treibstoffen sammeln wolle, beispielsweise als Beimischung zum Flugbenzin. «Das heisst für die Schweiz mehr Autarkie, weniger Abhängigkeit von Ausland und damit mehr Sicherheit.»

Geregelte Lebensräume

2/3 der gefährdeten Tiere und Pflanzen in der Schweiz fühlen sich auf VBS-Arealen wohl. Auf dem Waffenplatz Chamblon singt die Nachtigall so häufig wie fast nirgends in der Schweiz. Allein auf einem Quadratkilometer leben 62 Brutvogelarten, wovon 49 immer häufiger geworden sind. Feuchtgebiete sind eine Heimat für den seltenen Springfrosch und die Glänzende Binsenjungfer, eine Libelle. Auf den Trockenwiesen wachsen rare Orchideen.

Im Rahmen des Programms sind Teiche für die bedrohten Gelbbauchunken entstanden. Und siehe da: Seit 2016 ist das Amphibium in Chamblon zuhause. Viele Pflanzenarten verbreiten sich, weil der Landwirtschaft auf dem Areal klare Vorgaben gemacht werden. Einheimische Pflanzen werden gefördert, gebietsfremde bekämpft.

Oasen der Biodiversität

Waffen-, Schiess- und Militärflugplätze sind Lebensraum für schützenswerte Lebewesen. Denn sie wurden früh der Siedlungsentwicklung und der intensiven Landwirtschaft entzogen. Das Naturschutzprogramm NLA sorgt seit 2001 auf 150 Standorten für die Abstimmung der Interessen von Armee, Natur, Bauern und Freizeit, für ein gemeinsames Vorgehen. Die Armee trägt so massgeblich zur Artenvielfalt bei.