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Wenn die Panzerhalle zur Kaserne wird

Die Rekrutenschule 1/2021, die in einer ersten Staffelung am 18. Januar beginnt, wird eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Rekruten ausbilden. Für die Armee hat die Gesundheit der Militärangehörigen oberste Priorität. Deshalb setzen das militärische und das zivile Personal sämtliche Vorkehrungen um, damit die Infrastruktur an die neuen Standards der Covid-19-Massnahmen angepasst ist. Ein Augenschein in Thun.

15.01.2021 | Kommunikation Verteidigung, Anthony Favre

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In Thun werden die Panzerhallen zur Unterkunft umgebaut, um die Gesundheit der AdA während der kommenden Rekrutenschule zu gewährleisten. © VBS/DDPS, Anthony Favre

Zwei Panzerhallen des Waffenplatzes Thun werden zu Kasernen umgebaut. Wenige Wochen vor dem RS-Start sind die Mitarbeiter der Logistikbasis der Armee (LBA) dabei, die grossen 60-mal-30-Meter-Panzerhallen in provisorische Kasernen umzubauen. Keine Leopard-Panzer mehr, stattdessen Platz für improvisierte Betten und Schränke mit Paletten. Zäune grenzen die verschiedenen Bereiche ab. Die Covid-19-Massnahmen verpflichten die Verantwortlichen der Waffenplätze, ihre Infrastruktur so anzupassen, dass alle möglichen Schutzmassnahmen gewährleistet sind, um die Gesundheit der Soldaten sicherzustellen.

Pragmatismus als Schlüsselwort

Thun ist der grösste Waffenplatz der Schweiz. Die Sicherstellung der Schutzmassnahmen ist daher eine echte Herausforderung für den Chef Waffenplatz Module Thun, Stabsadjutant Daniel Haudenschild, und seine Kollegen von der LBA sowie dem medizinischen Zentrum der Region (MZR): «Seit März 2020 passen wir uns ständig an die vielen Herausforderungen im Bereich Gesundheit und Logistik an.»

Was die Infrastruktur betrifft, so mussten bereits drei Turnhallen während der ersten und zweiten Welle in zwei Unterkünfte sowie eine Quarantäne umgewandelt werden. Das Verpflegungskonzept wurde ebenfalls überarbeitet. Die Kompanien fassen ihre Mahlzeiten zentral, essen dann aber dezentral, um Ansammlungen zu vermeiden.

Das MZR wird davon nicht ausgenommen. Denn mit einem Wartezimmer, das für zwölf Personen ausgelegt ist, ist es unmöglich, sichere Tests und Impfungen für den gesamten Waffenplatz zu garantieren. Die alte ausgediente Soldatenstube wurde deshalb kurzerhand in ein Ad-hoc-Testzentrum umgewandelt, um bestmögliche Bedingungen zu schaffen. Für Impfungen und die erweiterte sanitarische Eintrittsmusterung wird die Expo-Halle in der Stadt Thun angemietet.

Aus den ersten Wellen lernen

«Wir lernen aus den Erfahrungen des letzten Jahres und passen unsere Infrastruktur laufend der Situation an», erklärt Stabsadjutant Haudenschild, der hofft, dass die in Thun umgesetzten Lösungen auch anderen Waffenplätzen als Beispiel dienen können.

Für die Quarantäne zum Beispiel muss eine Anzahl von Betten zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund wurden im Dezember 2020 zwei weitere Panzerhallen umgebaut. Eine wird als Standardunterkunft dienen, die andere als Quarantäneunterkunft. Da diese Gebäude nicht für die Unterbringung von Hunderten von Soldaten ausgelegt sind, wurde die Anlage mit Sanitärcontainern sowie zusätzlichen Toiletten und Duschen ausgestattet.

An dieser Stelle ist die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Armeelogistikcenter-Thun zu erwähnen, die mit einem hohen Personalaufwand zum guten Gelingen dieser Aufgabe beigetragen hat.

Gesundheit hat oberste Priorität

Stabsadjutant Haudenschild ist sich sicher, dass er und seine Mitarbeiter alles Mögliche getan haben. «Wir haben uns auf die verschiedenen Szenarien vorbereitet und sind bereit für den Start der Rekrutenschule 1/21. Die Armee tut alles, um die Gesundheit ihrer Soldaten zu gewährleisten.»

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