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Radiologische Messflüge in der Westschweiz

In diesen Tagen führte ein Helikopter der Luftwaffe Spezialmessungen durch. Ein Super Puma mit einem radiologischen Gerät an Bord suchte nach radioaktiven Quellen im Raum Westschweiz. Dafür musste die Besatzung das Gebiet in geringer Höhe überfliegen. Nach der Messkampagne werden die Resultate als Entscheidungsgrundlagen im Fall von atomaren Ereignissen herangezogen.

13.11.2020 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

Super Puma Radiometrie (out)
Ein Super-Puma-Helikopter der Luftwaffe war für Radiometriemessungen in der Westschweiz unterwegs. (Fotos: VBS/DDPS)

Das Zeitfenster für die Messflüge ist eng – bis Mitte November überflog ein speziell ausgerüsteter Super Puma der Luftwaffe Gebiete in Genf, der Waadt und Freiburg im Tiefflug. 90 Meter vom Boden mass ein Spezialgerät die natürliche und künstliche Strahlung und suchte nach deren Quellen. Der Helikopter folgt dabei einem Suchmuster mit Parallellinien, die je 250 Meter Abstand hatten, um das Einsatzgebiet systematisch zu erkunden. Fahrzeuge mit Messausrüstung fahren als Ergänzung Siedlungsgebiete und Verkehrsachsen ab. Die Ergebnisse werden auf Karten überführt.

Helfen und trainieren

Das Kompetenzzentrum ABC-KAMIR hat diese Kampagne in der Westschweiz verantwortet. Ähnliche Messungen führt die Nationale Alarmzentrale zusammen mit der Luftwaffe und dem Kompetenzzentrum rund um Atomkraftwerke sowie in Gebieten mit erhöhter Bevölkerungsdichte und kritischen Infrastrukturen durch. Coronabedingt wurden auf den Flügen nur Berufsoperateure des Kompetenzzentrums eingesetzt, generell trainiert die Armee so ihre Milizspezialisten. Sie testete zudem ihre Spezialgeräte, die innert kurzer Zeit auf den Helikoptern installiert werden können.

Entscheidungsgrundlagen für Notfälle

Laut Stéphane Maillard vom Kompetenzzentrum ABC-KAMIR erlauben die Resultate der Messungen die Aktualisierung der Karten; Wissen, das in einem Notfall nützlich wird. Als mögliche Notfälle stehen neben Unfällen in Kraftwerken auch solche bei Transporten oder in der Industrie im Vordergrund. Nach der Messkampagne werden die Resultate ausgewertet und die Rohdaten den involvierten Stellen zur Verfügung gestellt. Mit dem Einsatz ihrer Spezialisten und Mittel gibt die Armee den zivilen Behörden Entscheidungsgrundlagen im Fall von atomaren Ereignissen in die Hand. Ein wertvoller Dienst für die Sicherheit der Schweizer Bevölkerung.