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Luftraum ist nicht nur Luft

Der Luftraum ist für alle Staaten von grosser Bedeutung. Die Wahrung der Lufthoheit und damit verbunden der Schutz des Luftraums in allen Lagen ist eine zentrale Aufgabe der Schweizer Armee. Die Luftwaffe ist täglich im Einsatz, um den Luftraum zu überwachen und die Sicherheit der Schweiz jederzeit zu gewährleisten.

16.06.2020 | Kommunikation Verteidigung, Eve Hug

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Foto: VBS, Alexander Kühni, Sam Bosshard

Mit Flugzeugen werden Passagiere und Güter rund um die Welt transportiert. Sobald weltweit die Landesgrenzen wieder geöffnet sind, werden täglich wieder Tausende Personen – Geschäftsreisende und Urlauber – ein Flugzeug besteigen. Ohne die Nutzung des Luftraums wären der internationale Austausch von Waren und die Personenmobilität im heutigen Umfang nicht möglich. Die globalisierte Gesellschaft und Wirtschaft sind auf einen reibungslosen und sicheren Luftverkehr angewiesen.

Erweitertes Staatsgebiet

Der Luftraum über einem Land gehört zum Staatsgebiet. Die Schweiz hat eine völkerrechtliche Verpflichtung, in und über ihrem Territorium die Hoheitsgewalt auszuüben. Als neutraler Staat ist die Schweiz dafür besorgt, den Schutz ihres Staatsgebiets mit eigenen Mitteln wahrzunehmen. Das zentrale Mittel der Schweiz, ihre Lufthoheit zu wahren, den Luftraum zu überwachen und die Regeln zur Benutzung des Luftraums gegebenenfalls durch luftpolizeiliche Interventionen durchzusetzen, ist die Luftwaffe der Schweizer Armee.

Überwachung des Luftraums

Im Alltag erfüllt die Luftwaffe den Luftpolizeidienst. Sie überwacht zusammen mit der zivilen Flugsicherung die Einhaltung der Luftverkehrsregeln, hilft Flugzeugen, die in Not geraten sind und verhindert die missbräuchliche Benutzung des Schweizer Luftraums. Diese Aufgabe muss rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche erfüllt werden. Deswegen stehen derzeit von 6 bis 22 Uhr und ab 2021 rund um die Uhr zwei bewaffnete Kampfflugzeuge bereit, die innert 15 Minuten starten können.

Intervention in der Luft

Wenn die Luftraumnutzung eingeschränkt wird, wie es zum Beispiel während internationaler Konferenzen der Fall ist, setzt die Luftwaffe diese Einschränkungen mit Kampfflugzeugen und bodengestützter Luftverteidigung durch. In Zeiten erhöhter Spannungen wahrt die Luftwaffe die Lufthoheit und verhindert die unerlaubte Nutzung des Schweizer Luftraums. Auch sollte es wider Erwarten in der Peripherie der Schweiz zu einem bewaffneten Konflikt kommen, kann eine konsequente Wahrung der Lufthoheit kann entscheidend sein, ob die Schweiz in eine Auseinandersetzung hineingezogen wird oder nicht. Wird die Schweiz angegriffen, so verteidigt die Luftwaffe den Luftraum. Sie wehrt gegnerische Angriffe ab, schützt die Bevölkerung, die übrigen Teile der Armee sowie militärische und zivile Schlüsselinfrastrukturen vor Angriffen aus der Luft.

Gesamtsystem

Die Fähigkeit, den schweizerischen Luftraum in allen Lagen und nötigenfalls auch während längerer Zeit wirksam zu schützen, ist nicht nur für die Sicherheit der Schweizer Bevölkerung zentral, sondern auch für die Einsatzbereitschaft der Armee. Ohne Luftwaffe könnte die Armee nicht mit Aussicht auf Erfolg eingesetzt werden, denn ohne Lufthoheit wären die Einsatzkräfte am Boden Angriffen aus der Luft schutzlos ausgeliefert. Umgekehrt ist die Luftwaffe aber auch auf die übrigen Teile Armee angewiesen, um ihre Aufgaben zu erfüllen, beispielsweise auf die Logistik, die Führungsunterstützung, die Cyberabwehr und den physischen Schutz ihrer Infrastrukturen. Die Armee bildet ein Gesamtsystem – zum Schutz und zur Verteidigung der Schweiz und ihrer Bevölkerung in allen Lagen. 

 

Luftpolizeidienst 24 (LP24)

Mit dem Projekt Luftpolizeidienst 24 (LP24) wird bis Ende 2020 erreicht, dass die Luftwaffe, zusammen mit den notwendigen Partnerorganisationen, wie zum Beispiel der Logistikbasis der Armee, der Führungsunterstützungsbasis oder Skyguide, rund um die Uhr innerhalb von maximal 15 Minuten mit dem Start von zwei bewaffneten Kampfflugzeugen intervenieren kann. Um den Aufbau der Prozesse und Personalressourcen zu ermöglichen, erfolgt die Umsetzung seit 2016 in Teilschritten. Aktuell besteht die Bereitschaft zur Intervention während 365 Tagen von 6 bis 22 Uhr. Ab Anfang 2021 besteht die permanente Bereitschaft zur Intervention.

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