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Die Munition der Armee: Sicherheit und Wirtschaftlichkeit

Um ihre Aufgaben langfristig erfüllen zu können, muss sich die Schweizer Armee auf Munition von guter Qualität und in ausreichender Menge verlassen können. Von der Beschaffung über die Lagerung bis hin zur Verwendung und Entsorgung ist die Planung der Munition ein langer und komplexer Prozess. Für die vielen beteiligten Partner hat die Gewährleistung der Sicherheit der Armeeangehörigen und ein sparsamer Verbrauch oberste Priorität. Eine Übersicht über den Lebensweg der Munition in der Armee.

03.02.2020 | Kommunikation Verteidigung, Anthony Favre

Titelbild

 

Um die Ausbildung der Truppen sowie deren Schiessübungen sicherzustellen und um im Fall eines Einsatzes reagieren zu können, muss die Armee die benötigte Munition in Sorten und Mengen bevorraten. Daher sehen die Rüstungsprogramme jedes Jahr einen bestimmten Betrag für die Ausbildungsmunition und die Munitionsbewirtschaftung (AMB) vor. In der breiten Palette verwendeter Munition sind 5,6-mm-Gewehrpatronen für das Sturmgewehr 90 die meistverwendeten. Aber wie wird die Munition verwaltet? Welches sind die Herausforderungen? Um die Gesamtplanung der Munition besser verstehen zu können, verfolgen wir den Lebensweg der 5,6-mm-Gewehrpatronen von der Produktion und Beschaffung über die Verwendung bis hin zu ihrer Entsorgung.

Produktion und Beschaffung

Unser Parcours beginnt im Armeestab (A Stab). Der A Stab, der für die Gesamtplanung der Munition verantwortlich ist, beurteilt jährlich den Munitionsbedarf und erteilt armasuisse den Auftrag zur Beschaffung bei der Schweizer Rüstungsindustrie. Letztere führen keine Lagerbestände an verkaufsfertigen Gewehrpatronen, sondern produzieren die gewünschten Mengen auf Bestellung. Ebenso halten sie keine grossen Mengen an Rohstoffen für die Fertigung bereit, sondern müssen diese vor Beginn der Fertigung bestellen. Die komplette Lieferung der bestellten Gewehrpatronen dauert daher je nach Menge bis zu zwei Jahren. Eine der Herausforderungen des A Stabs besteht daher darin, unter Berücksichtigung dieser langen Lieferzeiten eine langfristige Planung mit ausreichenden Vorräten vorzunehmen.

Lagerung

Danach begeben wir uns zur Logistikbasis der Armee (LBA), wohin die Gewehrpatronen geliefert werden sobald die armasuisse deren Qualität überprüft und gutgeheissen hat. Die LBA verteilt dann schweizweit die Munition auf klimatisierte unterirdische Anlagen, die optimale Lagerbedingungen gewährleisten.

Verteilung an die Truppe

Vor Beginn der Dienstleistung bestellen die Verbände die für ihre Ausbildung und Schiessübungen notwendige Munition gemäss der zur Verfügung gestellten Dotationen. Die Truppen schiessen auf allen Waffen- und Schiessplätzen in der Schweiz mit den für die Ausbildung vorgesehenen Patronen. Um Verschwendung zu vermeiden, sind die Bestellungen auf das unbedingt Notwendige für eine gute Ausbildung der Truppe beschränkt. Am Ende der Dienstleistung wird die überschüssige Munition dann wieder an die LBA zurückgeschoben, überprüft und, wenn in Ordnung, wieder zur Verfügung gestellt für weitere Truppen im Dienst.

Ausserbetriebnahme und Entsorgung

5,6-mm-Gewehrpatronen haben eine Hersteller Garantie von 10 Jahren. Dank optimalen Lagerbedingungen und regelmässigen Kontrollen haben sie eine Lebensdauer von über 25 Jahren, was zu erheblichen finanziellen Einsparungen führt. Mit zunehmendem Alter nimmt jedoch ihre Funktionssicherheit und die Sicherheit bei ihrer Lagerung sowie beim Transport ab. Deshalb überwacht und überprüft armasuisse regelmässig die Munitionsbestände. Zur Gewährleistung der Sicherheit der Armeeangehörigen und der Mitarbeitenden wird im Fall einer Verschlechterung des Zustands oder bei Überalterung die betreffende Munition ausser Betrieb genommen. Die Armee muss so regelmässig Munitionsbestände entsorgen. Spezialisierte Unternehmen sind für das Recycling und die Verwertung der einzelnen Komponenten verantwortlich. 

Für alle am Planungsprozess beteiligten Akteure bestehen die drei Hauptherausforderungen darin, alle Armeeangehörigen und Mitarbeitenden mit sicherer Munition zu versorgen, gegenüber der Bevölkerung die Munition sicher zu lagern, den sparsamen Verbrauch sicherzustellen und unter Berücksichtigung der Alterung ausreichende Munitionsvorräte zu gewährleisten. Sicherheit steht im Vordergrund!

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