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Interview mit dem Chef der Armee in der Aargauer Zeitung

Armeechef Philippe Rebord spricht im CH-Media-Interview Klartext: Dass sich viele junge Männer nicht mehr für die Armee, sondern für den Zivildienst entscheiden, «gefährdet die Erfüllung unseres Auftrags». Es brauche zwingend eine Debatte über die Dienstpflicht. Rebord zählt dabei insbesondere auf junge Frauen.

11.09.2019 | von Patrik Müller – CH Media vom 10. September 2019

cda


Nichts ist zu spüren von Amtsmüdigkeit, als Armeechef Philippe Rebord auf Schloss Lenzburg auftritt. Schwungvoll spricht er zu mehreren Dutzend hochkarätigen Wirtschaftsführern und Politikern. Rebord, der Ende Jahr zurücktritt, ist auf Einladung der Territorialdivision 2 und deren Kommandanten, Divisionär Hans-Peter Walser, in den Aargau gereist und «orientiert» über die Weiterentwicklung der Armee.

In Ihrer Amtszeit sind die Armeebestände weiter zurückgegangen. Heute gibt es noch 140'000 Soldaten. Kann man überhaupt noch von allgemeiner Dienstpflicht sprechen?

Philippe Rebord: Ja, denn noch erreichen wir damit die Ziele für die Weiterentwicklung der Armee.

Wie lange noch?

Wir wissen schon jetzt, dass der Armeebestand im Jahr 2023 nur noch 115'000 betragen wird. Dann wird es in den Wiederholungskursen kritischer. Es gibt ein Bereitschaftsproblem: Wir können nicht üben, wie wir es eigentlich müssten. Zudem wird es demotivierend für diejenigen, die noch bereit sind, Militärdienst zu leisten – insbesondere für jene, die weitermachen möchten.