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Ein Blick hinter die Kulissen der Cyberwelt

Social Engineering ist die Königsdisziplin im Hacking – dabei bringt der Hacker eine Person dazu, geheime Informationen preiszugeben. Menschen werden quasi zu Trägern von Malware. So geschehen auch an der Swiss Cyber Security Messe in Freiburg: Am Stand der Führungsunterstützungsbasis (FUB) bekamen die Besucher Militärschöggeli mit Namen von Malware verteilt. Wenn sie danach mit der Schokolade im Bauch den Messestand der FUB erkundeten, passierte genau das, was auch bei einem Hacking-Angriff passiert: Die Viren gelangten unbemerkt in das System.

28.02.2019 | Kommunikation Verteidigung, Anna Muser

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Die FUB gewährte während der letzten beiden Februartage für einmal einen Blick hinter die Kulissen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Durch eine Lücke im Vorhang gelangt der Besucher in einen abgeschirmten Bereich und erfährt dort alles zum Thema Cybersicherheit in der Armee – zumindest, was öffentlich gesagt werden darf. Welche Informationen bei einer solchen Gelegenheit geteilt werden können, das ist aus verschiedenen Gründen kompliziert. In erster Linie geht es darum, die eigenen Mitarbeitenden zu schützen. Sie sollen eben genau nicht Ziel von Social Hacking werden können. Weiter soll ein möglicher Feind, der sich unter die Besucher einer solchen Messe mischt oder einen Artikel über Cybersicherheit der Armee liest, keine Rückschlüsse ziehen können auf die konkrete Leistungsfähigkeit oder die getroffenen Schutzvorkehrungen.

Eine Reise durch die Zeit

Hinter dem Vorhang am Stand der FUB also erfährt der Besucher einiges über die Geschichte der Nachrichtenaufklärung. Eine alte Enigma-Maschine erinnert an die Bedeutung der kryptologischen Verschlüsselung im Zweiten Weltkrieg. Sie sieht aus wie eine Schreibmaschine und wurde dazu verwendet, codierte Botschaften zu übermitteln. Diese Chiffriergeräte waren ein entscheidender Faktor, der über Sieg oder Niederlage der beteiligten Nationen entschied. Gleich daneben der Sprung in die Gegenwart: An einem Bildschirm wird die Übung «Locked Shields» vorgestellt. Dabei messen sich die Cyberkräfte der Schweizer Armee mit fiktiven Gegnern, um die eigenen Systeme zu verbessern. Die FUB ist auch im April 2019 wieder mit dabei bei der Übung. Mithilfe eines Funktionsmodells wird klar, was das Rückgrat der IKT-Leistungen der FUB ist: das Führungsnetz Schweiz. Dank diesem können robuste und hochsichere IKT-Leistungen und elektronische Operationen der Armee in allen Lagen sichergestellt werden.

Die Schweizer Kunst der Cybersicherheit

Anhand des Beispiels des Cyberlehrgangs zeigt Oberst im Generalstab Robert Flück während seiner Präsentation auf, wie Cybersicherheit auf Gutschweizerisch funktioniert: «Mit dem Cyberlehrgang haben wir eine helvetische Lösung für ein anspruchsvolles Problem gefunden. Dank der Verbindung von Wehrpflicht und dem Bildungssystem der Schweiz sind wir bestens gerüstet. Zum einen gegen den grossen Fachkräftemangel und zum anderen im Wettlauf mit dem technologischen Fortschritt.» Die Swissness sei ein Erfolgsfaktor, sind auch die Besucher überzeugt. «Der Messestand der Armee ist spannend und sympathisch», sagen Jonas und Boris von Fortinet. Sie versuchen sich an den Hacking-Stationen durch die verschiedenen Stufen zu kämpfen. Die Rangliste wird angeführt von einem 16-jährigen Schüler, er möchte in zwei Jahren den Cyberlehrgang der FUB absolvieren. Die FUB bietet viele Höhepunkte, nicht nur an der Swiss Cyber Security Messe. «Es ist der attraktivste und innovativste Stand von allen», sagt auch Colin, der aus Zürich angereist ist.  

 

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