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Fruchtbare Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Feuerwehren

Am 2. Juni hat die Betriebsfeuerwehr des Armeelogistikcenters Hinwil zusammen mit den Feuerwehren von Domat/Ems-Felsberg und Chur sowie dem Zivilschutz die Bekämpfung eines Waldbrandes geübt. Der Ursprung dieser Übung Calanda auf dem Gelände des Waffenplatzes Chur und an einem Hang des Calanda-Berges geht auf den grossen Waldbrand von 1943 zurück.

11.06.2018 | Kommunikation Verteidigung

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250 Feuerwehrleute, 30 Angehörige des Zivilschutzes und zwei Helikopter, darunter ein Super Puma der Schweizer Luftwaffe, standen am 2. Juni für die Übung Calanda im Einsatz. Das Übungsszenario sah den Ausbruch eines Brandes im Wald oberhalb der Stadt Chur vor. Für die Bekämpfung wurden mehrere Feuerwehren und zwei Helikopter aufgeboten. Rund 30 Gäste, unter ihnen Regierungsräte und andere Behördenmitglieder, wohnten der Übung bei. «Das braucht eine aufwändige Organisation. Wir haben mit den Vorbereitungen vor rund zwei Jahren begonnen. Es ist uns ein Anliegen aufzuzeigen, wie wichtig die Arbeit der Feuerwehr ist», betonte Thomas Brügger, der Kommandant der Feuerwehr des Armeelogistikcenters Hinwil.

In der Gefahrenzone

Die älteren unter den Bewohnern der Bündner Kantonshauptstadt mögen sich noch an den August 1943 erinnern. Schiessübungen auf dem Waffenplatz lösten einen grossen Waldbrand aus, der drei Tage und drei Nächte wütete. Insgesamt waren 3500 Männer, vor allem Soldaten, und 100 Pferde im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Am Schluss waren rund 470 Hektaren Wald zerstört. Erst sieben Wochen nach dem Beginn des Einsatzes war auch der letzte Brandherd gelöscht. Seither hat die Schweizer Armee besondere Sicherheitsmassnahmen getroffen. So wurden auf dem Calanda eine Brandschutzmauer und acht Wasserspeicher für die Brandbekämpfung errichtet. Dabei handelt es sich um eine sehr trockene Region, obschon der Rhein durch das Tal fliesst. Immer wieder brechen Brände aus. Das letzte Feuer auf dem Schiessplatz wurde als Folge von Schiessübungen am 19. April dieses Jahres registriert. Ein Förster, der während der Übung anwesend war, gab zu Bedenken: «Es reicht hier ein Funke, um einen Brand auszulösen.»

Ein ereignisreicher Morgen

Die Übung begann um 9 Uhr mit dem Empfang der Gäste auf dem Waffenplatz. Der Kommandant der Ortsfeuerwehr von Domat/Ems-Felsberg, Urs Tanner, erklärte ihnen den Tagesablauf, bevor sie sich auf den Weg zum Übungsgelände machten. Während die Feuerwehren ihren Einsatz am Berg begannen, erstellte die Betriebsfeuerwehr eine Leitung mit einer Länge von rund 800 Meter, um Wasser aus dem Rhein in zwei Wasserbecken mit einem Fassungsvermögen von je 30'000 Litern zu pumpen. Daraus entnahmen die Helikopter das Löschwasser, um es an den Übungshang zu bringen, an den Ort des fiktiven Brandes. Eine Vielzahl von Wanderern und Passanten schauten sich das Schauspiel an, unter ihnen viele Kinder. Letzteres bereitete dem Kommandanten Thomas Brügger grosse Freude: «Die Kinder sind unsere Zukunft. Es ist wichtig, die Jungen für unsere Arbeit zu begeistern.»

Am Mittag, nach Übungsende, trafen sich die Beteiligten und die Gäste zum Mittagessen und zum Austausch. «Ich bin sehr glücklich», sagte Kommandant Brügger, die gesetzten Ziele seien erreicht und gar übertroffen worden: «Das ist super! Es ist wichtig, die Zusammenarbeit mit den zivilen Partnern weiter zu führen.» Ebenfalls positiv äusserte sich der für die Justiz, Sicherheit und Gesundheit zuständige Bündner Regierungsrat Christian Rathgeb: «Ich war beeindruckt zu sehen, wie gut die verschiedenen Partner zusammengearbeitet haben. Ich bin mit der Unterstützung der Armee sehr zufrieden. Wir haben im Fall Bondo und im Zusammenhang mit den Waldbränden im Tessin in den letzten Jahren festgestellt, wie wichtig diese Zusammenarbeit ist.»