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Funk, Stille und der Berg

Seit ein paar Tagen kann man in den Tessiner Bergen neben Mountainbikern und Wanderern auch auf ein militärisches Funklager stossen. Angehörige der Übermittlungskompanie der Territorialdivision 3 verbringen ihren Dienst in den Bergen. Ein stiller, aber wichtiger Auftrag.

17.06.2022 | Pdi

 

Die Übung «ODESCALCHI» erstreckt sich über einen grossen Teil des Tessins. Dabei ist die Funkkommunikation ein unsichtbares Bindeglied, das die Koordination zwischen den zahlreichen Beteiligten ermöglicht. Das Funksystem muss in der Lage sein, alle an der Übung eingesetzten Geräte zu verbinden.

 

Hier taucht man in die Stille und den Frieden der Berge ein.


– Gefreiter Roman Heierli

 

Aus diesem Grund befinden sich mehrere Übermittler in der Nähe eines Tessiner Berggipfels. Ihr Ziel: eine Funkbrücke für die Kommunikation zwischen weiteren Regionen zu erstellen. Sie haben zudem die Aufgabe, die automatische Verbindung zwischen den Sendern und den Empfängern zu überwachen und bei technischen Problemen manuell einzugreifen.

Die erste Challenge

Die eingesetzte Ausrüstung umfasst vier Antennen und zwei Übertragungsfahrzeuge. Letzteres ist relativ ungewöhnlich, da normalerweise ein einzelnes Fahrzeug ausreichen sollte. «Am ersten Tag stellten wir fest, dass bei dem einzigen anwesenden Fahrzeug die Sprachfunktion nicht funktionierte», erklärt uns der Gefreite Roman Heierli. «Wir mussten bewusst einen zweiten Standort einrichten, so dass wir jetzt mit zwei Standorten arbeiten: einen für die Sprachoption und einen weiteren für die Koordinationssysteme der Landstreitkräfte. Wir müssen ständig auf den verdoppelten Kraftstoffverbrauch achten, wobei uns der Treibstoff jeweils zusammen mit dem Essen per Auto gebracht wird.»

Die Zeit totschlagen

Das Lager ist nur mit dem Notwendigsten eingerichtet: Neben der technischen Ausrüstung stehen zwei Zelte und daneben ein Duro. Rund um das Zelt erstreckt sich die grüne Landschaft soweit das Auge reicht: eine unvergleichliche Aussicht. «Wenn wir keine Schicht haben, nutzen wir die Zeit einfach zum Schlafen, Lesen oder Spazierengehen in der Umgebung. Wir befinden uns in einer unglaublich schönen Gegend.  Da wäre es schade, wenn wir das nicht ausnutzen würden. Zum Glück gibt es vier Deutschsprachige und drei Italienischsprachige, so dass niemand wegen der Sprache ausgegrenzt wird», sagt Heierli. «Am Ende des Tages, immer zur gleichen Zeit, kommt eine Herde blökender Schafe, um uns Gesellschaft zu leisten. Gelegentlich kommen auch einige Kühe oder sogar Hasen. Das ruhige Leben, das wir hier oben führen können, ermöglicht es uns, der Natur wieder näher zu kommen. Gleichzeitig sind wir natürlich immer bereit, das Gebiet für den Erfolg unseres Auftrages zu verteidigen".Am Sonntag werden wir mit dem Abbau beginnen und in den chaotischen Alltag zurückkehren, weit weg von der Ruhe und dem Frieden der Berge.»


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