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Der Stab Militärpolizei trainiert seine Kernkompetenzen

Der Stab Kommando Militärpolizei (MP) hat im Rahmen einer umfassenden Stabsübung eine Auslegeordnung seiner facettenreichen Kompetenzen vorgenommen und erfolgreich auf das Ziel ausgerichtet. Der Übungsleiter, Korpskommandant Aldo C. Schellenberg, Chef Kommando Operationen, zog nach der Stabsübung eine gute Bilanz.

24.09.2020 | Kommunikation Kommando Militärpolizei

Der Stab Kdo MP bei einem Rapport im Rahmen der Stabsübung PROVOST.
Der Stab Kdo MP bei einem Rapport im Rahmen der Stabsübung PROVOST.

Lernen und die Kompetenzen weiterentwickeln, diesen Anspruch hat der Stab des Kommandos Militärpolizei an sich selbst. Nebst den Vorbereitungsarbeiten für das kommende Jahr und dem Abarbeiten der rollenden Planung, stand darum die zweitägige Stabsübung «PROVOST» im Zentrum des dritten Stabskurses dieses Jahres.

 

Angeregter Dialog als Grundlage

Die Schweiz steht vor einem möglichen militärischen Angriff. Bereits agieren bewaffnete und gewalttätige gegnerische Gruppierungen in der Schweiz. Zudem nutzt die organisierte Kriminalität die Situation aus und die zivilen Sicherheitskräfte sind an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gestossen, worauf ein Grossteil der Armee mobilisiert worden ist – darunter auch die Militärpolizei.
Mit dieser fiktiven Ausgangslage begannen die Offiziere und Unteroffiziere des Stabes, den Einsatz der verschiedenen Formationen der Militärpolizei so zu planen, dass die erteilten Aufträge auch tatsächlich erfüllt werden konnten. Eine Herausforderung, welche nur im Team gemeistert werden kann. Denn jedes Führungsgrundgebiet muss sich, untereinander abgestimmt, mit seinem Fachwissen in die Aktionsplanung einbringen, damit der Kommandant der Militärpolizei, Brigadier Hans Schatzmann, am Schluss seine Unterstellten befehlen und in den Einsatz führen kann.
Absprachen mussten entsprechend nicht nur mit den (teilweise) supponierten militärischen und zivilen Partnern abgehalten werden, auch stabsintern und zellenübergreifende Dialoge stellten einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Der für diese Übung gewählte Standort des Stabes in einem ausgemusterten Flugzeughangar bot dazu - aufgrund der kurzen Wege - ausgezeichnete Voraussetzungen. Durch die räumliche Nähe der Führungsgrundgebiete und deren hindernisfreien Anordnung ist auch das Gemeinschaftsgefühl im Stab gestärkt sowie der informelle Austausch gefördert worden, wie verschiedene Angehörige des Stabes im Rückblick betonten.

 

Unter Zeitdruck Leistung erbringen

Im Gegensatz zu den meisten militärischen grossen Verbänden, welche in der Regel in ihrem Raum auch die Einsatzverantwortung tragen, hat die Militärpolizei über alle Lagen die militärpolizeiliche Grund- und Spezialversorgung für die gesamte Armee und in der ganzen Schweiz sicherzustellen. Ein Aspekt, welcher insbesondere für die Eventualplanung eine spezielle Herausforderung darstellte. "Wer in der Eventualplanung versagt, plant eventuell sein Versagen", pflegt Korpskommandant Schellenberg jeweils zu sagen. Höhepunkt der Übung und Abschluss der Aktionsplanung auf Stufe Stab MP war der Befehlsgebungsrapport. Statt der unterstellten Kommandanten des Kdt MP wohnte die Übungsleitung, angeführt vom Chef Kommando Operationen, Korpskommandant Aldo C. Schellenberg, dem Rapport bei. Sie war es auch, die während der gesamten Übung die Arbeit des Stabes der Militärpolizei kritisch beobachtete, in Zwischenbesprechungen den Übenden laufend Feedback gab und nach Beendigung natürlich auch bewertete. «Ich beurteile die präsentierten Resultate als gut und solide», bilanzierte Korpskommandant Schellenberg. Zudem habe sich die Leistung des ganzen Stabes im Verlaufe der Übung gesteigert, lobte er. «Der Beweis des Könnens ist das Tun! Der Kommandant und der Stab Kommando Militärpolizei haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, in einer komplexen ausserordentlichen Lage und unter Zeitdruck im gesamten Leistungsspektrum der Militärpolizei klare Entschlüsse zu fassen, diese in machbare Konzepte umzusetzen und die Unterstellten prägnant und didaktisch geschickt zu befehlen», schloss der Kommandant der vorgesetzten Stelle - «ja, das können sie.»

 

Institutionelles Lernen ist Erfolg

Vor allem aber bewirkte die Durchführung einer solchen, realitätsnahen Übung eines: Das Verbesserungspotential konnte eruiert werden. Damit kann der Stab nun weiterarbeiten und entsprechend trainieren. «Nach PROVOST ist vor PROVOST», meinte der Stabschef Kommando Militärpolizei, Oberst im Generalstab André Mudry. «Auf den erarbeiteten Resultaten basieren wir und entwickeln uns weiter.» Als positiven Zusatzeffekt nannte Mudry ebenfalls die durch diese Übung gestärkte Zusammenarbeit (Berufskomponente vereint mit Milizkomponente) im Stab selbst. «Wir konnten grosse taktische Erkenntnisse gewinnen», zog auch der Kommandant der Militärpolizei, Brigadier Hans Schatzmann, ein positives Fazit. «Wir haben uns mit taktischen Fragen auseinandergesetzt, diese Überlegungen sind sehr wertvoll.» Einer der Schlüssel zum Erfolg in einem solchen Einsatz sei die Berufskomponente und die Milizformationen zu einer Einheit zusammenführen zu können, ungeachtet der eigentlich unterschiedlichen Kernkompetenzen. Zusammen den Erfolg sicherstellen sei in jedem Falle das Ziel. Wie kann aber der Erfolg anhand einer Übung definiert werden? Die Stabsangehörigen haben dies noch bei der Initiierung der Übung selbst festgelegt: «Erfolg haben wir dann, wenn wir aus dieser Übung lernen.» In diesem Sinne kann der Ausgang dieser Übung definitiv als Erfolg bezeichnet werden – und die gute Beurteilung durch den Chef Kommando Operationen, Korpskommandant Aldo C. Schellenberg, versüsste diesen Erfolg zusätzlich. «Trainieren wir weiter, um noch besser zu werden», schloss der Stabschef die Übungsbesprechung und damit auch die zweitätige Stabsübung ab..