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Simba sorgt für Sicherheit im Süden

Die Armee sorgt während des WEF mit verschiedenen Mitteln für die Sicherheit der Gäste in Davos. So auch Piloten der Luftwaffe mit PC-7-Maschinen vom Flugplatz Samedan aus.

26.01.2018 | sh

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Mit den PC-7 wird der untere Luftraum überwacht.

 

Kalt aber sonnig ist es in Samedan, als «Fönsi» zusammen mit «Duffy» die Maschine vom Mechaniker übernimmt. Im Hintergrund wird bei laufendem Motor gerade eine Gulfstream V mit unzähligen Gepäckstücken beladen. Diese wird sich nach dem Start an die Luftraumrestriktionen, die derzeit gelten, halten müssen. Unbemerkt kommt man während des WEF auf dem Luftweg nicht vom Unterengadin ins Landwassertal. Dafür sorgt unter anderem «Simba», die Mission der PC-7-Piloten, die derzeit in Samedan stationiert sind. In Ablösungen sind sie jeweils eine Stunde in der Luft und kontrollieren die Haupttäler und Passübergänge nach Norden.

Das Auge in den Tälern

Die Mission «Simba» ergänzt damit das Höhenradar, das nicht in die Täler reicht. Wird ein Flugobjekt entdeckt, wird dies an die Einsatzzentrale in Dübendorf gemeldet, erklärt Hauptmann Yannick Zanata, beziehungsweise «Fönsi», wie ihn seine Pilotenkollegen nennen. «Bei Bedarf machen wir Fotos für die Identifikation.» Die Einsatzzentrale entscheidet dann, wie weiter vorgegangen werden soll. Wird ein Flugzeug oder Helikopter entdeckt, werden diese abgefangen und darauf hingewiesen, dass sie den Luftraum wieder verlassen müssen. Dazu wird über Funk und optisch der Kontakt gesucht. Die eingesetzten PC-7-Flugzeuge verfügen extra über einen grossen Aufkleber mit der Funkfrequenz.

Notfalls kommen die F/A-18

Sollte der Pilot trotz Kontaktversuche nicht reagieren, kann das Air Operation Center in Dübendorf die beiden F/A-18, die in einem höheren Luftraum im Einsatz sind, an den entsprechenden Ort beordern. Diese sind – im Gegensatz zu den PC-7 – bewaffnet und können bei Bedarf im äussersten Notfall den Helikopter oder das Flugzeug, das sich feindlich verhält, neutralisieren. Bislang sei es noch zu keinem Sicherheitsproblem gekommen, erzählt Hptm Yannick Zanata, «Üblicherweise haben wir es meist mit Koordinationsproblemen zu tun, die sich rasch auflösen.»

Schöner Morgenflug

Zum Schluss des Gesprächs kommt Hptm Yannick Zanata, der das erste Mal in Samedan im Einsatz ist, ins Schwärmen und beschreibt, was er während seines Morgenflugs gesehen hat. Mit leuchtenden Augen erzählt er von seinen Eindrücken: «Die Landschaft ist so schön.» Man spürt, dass «Fönsi» ein leidenschaftlicher Pilot ist. Der 30-jährige Berufspilot hat bereits über 1500 Flugstunden auf dem Konto. Er gehört zur Staffel 17 und fliegt normalerweise mit dem F/A-18 von Payerne aus. Der Standortkommandant Oberst i Gst Alex «Bugs» Miescher, der dieses Jahr das letzte Mal in Samedan im Einsatz ist, ergänzt noch, dass die Zusammenarbeit mit den zivilen Verantwortlichen auf dem Flugplatz sehr gut sei. «Mir ist das sehr wichtig», betont er. So sucht er auch den Kontakt mit zivilen Unternehmen, damit diese Verständnis für die Arbeit der Luftwaffe haben. Und immer wieder komme es auch im Flugplatzrestaurant zu interessanten Begegnungen mit Gästen, die fasziniert dem Treiben der Schweizer Luftwaffe zusehen.