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300 Tage am Stück für das Militär. Ein Besuch bei Durchdienern

Alle Soldaten, die seit 2004 in den Militärdienst einrücken, stellen sich eine entscheidende Frage. Wird der Dienst am Stück absolviert oder im klassischen Modell mit Rekrutenschule und Wiederholungskursen? Cuminaivel hat eine Durchdiener Infanterie Kompanie besucht.

26.01.2018 | mr

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(ph)

 

Wir, alles WK-Soldaten, besuchen im Einsatzgebiet rund um das WEF eine Infanterie Kompanie (Inf Ber Kp 204/2), die aus Durchdienern besteht. Bereits bei der Identitätskontrolle durch die Wache wird durch die ausführliche Kontrolle klar, dass diese Soldaten schon länger im Wachdienst tätig sind. Empfangen werden wir von dem Einheitsberufsoffizier Major Maurus Gamper, der uns durch die Anlage führt. Während 300 Tagen ist er verantwortlich für diese Soldaten. «Diese Kompanie begann mit der Rekrutenschule in Aarau und ist zurzeit hauptsächlich in Schwyz stationiert. Zu unseren Aufgaben gehören unter anderem die Bewachung von Botschaften oder der Einsatz hier am WEF. Solche Einsätze tun der Truppe gut». Dies bestätigen auch die Soldaten. Bei solchen Einsätzen holen sie sich die Energie, welche sie für jene Tage brauchen, die nach dem WEF kommen. «Der Einsatz hier am WEF ist besonders spannend. Wir sind für die Bewachung des Geländes und verschiedener Objekte verantwortlich», erzählt uns Soldat Braun.

 

Im Gegensatz zu den WK-Soldaten, die nach dem WEF wieder ihren zivilen Alltag haben, geht es für die Durchdiener mit dem Militärdienst weiter. Erst gegen Ende April haben sie ihre 300 Tage absolviert. «Es ist allerdings so, dass wir die Soldaten auch mal für mehrere Tage nach Hause schicken. Allerdings müssen sie immer einsatzbereit sein. So etwas wie Urlaub gibt es während dieser 300 Tagen nicht. Und dies ist prinzipiell ein Vorteil der Durchdiener. Sie sind sehr schnell einsetzbar», so Major Gamper. Auf die Frage, warum sie sich für den Durchdienerdienst entschieden haben, antwortet Soldat Rölli: «Ich möchte meinen Militärdienst nach diesen 300 Tagen am Stück abgeschlossen haben. Danach kann ich mich voll und ganz auf meinen Job konzentrieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir während der ganzen Zeit dieselbe Ausrüstung haben und nicht jedes Mal, wie dies in einem WK der Fall ist, alles neu fassen müssen». Diese Aussage hören wir an diesem Mittag noch mehrmals. Auf unserem Rundgang treffen wir auch auf Unteroffiziere, wie auf Wachtmeister Lattanzio. Während seines Dienstes absolviert er 430 Tage am Stück: «Es ist schon eine lange Zeit, die ich im Militär verbringe. Aber ich kann hier viel lernen, was mir später für meinen Job nützlich sein kann. Zudem schätze ich den Zusammenhalt. Während so vieler Tage wächst man als Truppe zusammen». Bei ihren Einsätzen treffen die Durchdiener auch auf WK-Soldaten, was teilweise eine spezielle Erfahrung sei, sagt uns Soldat Rölli: «Bei uns ist es während der ganzen Zeit wichtig, dass wir uns konsequent an die militärischen Regeln wie das Grüssen etc. halten.». Für die Durchdiener heisst es dann auch nach dem WEF, dass die militärische Disziplin für ein paar weitere Wochen an oberster Stelle steht. Noch bis Ende April geht ihr Dienst. Danach werden sie ins zivile Leben entlassen, sind aber noch für 10 Jahre in der Reserve der Schweizer Armee eingeteilt.