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Der Götti kommt

Jedes Bataillon der Schweizer Armee hat einen sogenannten «Götti-Kanton». Für das Geb Inf Bat 48 fungiert der Kanton Zug als solcher. Cuminaivel war dabei, als eine hochkarätige Delegation der Zuger Behörden sich einen Tag Zeit nahm, um bei der Truppe vorbeizuschauen. Doch welche Rolle hat ein Götti-Kanton eigentlich inne?

26.01.2018 | th

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(cb)

 

Ein geräumiger weisser Personenwagen hält vor der Wache. Es steigen sechs adrett gekleidete Zivilisten aus und verlangen Einlass ins militärische Areal. Normalerweise würden die Wachsoldaten diese Leute sofort wegweisen. Doch in diesem Fall ist es anders: Man öffnet die Schranke und lässt die Gruppe von einem Wachsoldaten begleitet passieren – direkt in den Container, wo vorbereitet Besucherbadges warten. Der Behördenbesuch steht an diesem sonnigen Tag an. Eine Delegation aus dem Kanton Zug, welcher der Götti-Kanton vom Geb Inf Bat 48 ist, wurde vom Kommandanten, Oberstleutnant im Generalstab Peter Kistler, eingeladen. Das Ziel: Die Zuger Behörden sollen einen Eindruck bekommen, wie «ihr» Bataillon arbeitet.

 

«Wir pflegen einen besonders starken Draht zum 48gi», meint Urs Marti, Zuger Kreiskommandant. Diesem engen und guten Kontakt ist auch zu verdanken, dass sowohl Bildungsdirektor Stephan Schleiss wie auch Sicherheitsdirektor Beat Villiger den Weg nach Graubünden auf sich genommen haben. Ebenfalls mit von der Partie war Kantonsratspräsident Daniel Burch und Elisabeth Heer, Generalsekretärin der Zuger Sicherheitsdirektion. Oberstlt i Gst Kistler begrüsste zusammen mit Divisionär Lucas Caduff die Gäste und orientierte sie über den Einsatz am WEF. Danach hatte die Delegation die Möglichkeit, das Lageverfolgungszentrum des Bataillons wie auch des Einsatzverbandes anzuschauen. Nach einem guten Mittagessen gings am Nachmittag auf ein Objekt: Bei einem Rundgang wurde den Besuchern die Organisation und die Kapazität einer militärischen Sanitätshilfestelle nähergebracht.

 

Besuch hin oder her – aber was bringt eigentlich ein Götti-Kanton einem Bataillon? Um das Prinzip der Götti-Kantone zu verstehen, muss man ein wenig zurückblicken: Bis zur Armeereform XXI waren die kantonalen Behörden für die Verwaltung von militärischen Verbänden zuständig. Heutzutage wird die Armee zentral auf Stufe Bund verwaltet. Damit der Kontakt der Armee mit den Kantonen jedoch nicht verloren geht, wurde beschlossen, jedem Bataillon einen Götti-Kanton zuzuweisen. Im Falle des Geb Inf Bat 48 wurde der Kanton Zug gewählt, da schon vor der Armeereform das 48i ein vom Kanton Zug verwaltetes Bataillon war, in welchem vornehmlich Zuger Dienst leisteten. Auch heute noch stammt rund ein Viertel aller eingeteilten 48er aus dem Kanton Zug. Die Verankerung im eher überschaubaren Zentralschweizer Kanton ist daher solid.  Als Götti-Kanton haben die Zuger Behörden das Recht, die Truppe zu besuchen. Dabei soll sichergestellt werden, dass der Kontakt zwischen Politik und Armee gepflegt wird. Dabei ergibt sich für die Truppe beispielsweise die Möglichkeit, den Politikern spezielle Anliegen und Bedürfnisse mitzuteilen, die dann gegebenenfalls politisch behandelt werden.