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«Böse» Soldaten im Tenü bunt

Ein gutes halbes Jahr vor dem Eidgenössischen Fest in Zug leisten zahlreiche böse Schwinger gemeinsam Dienst. Sie absolvieren einen WK in Magglingen - Militärdienst, verbunden mit Spitzensportförderung.

07.02.2019 | Peter Lerch, BASPO

SCHWEIZ SCHWINGEN
Bild: Keystone

Das für die Athleten attraktive Angebot ist aus der Zusammenarbeit zwischen dem Eidgenössischen Schwingerverband ESV und der Schweizer Armee hervorgegangen. Die Sportler werden in Magglingen nicht von morgens bis abends soldatisch gedrillt. Vielmehr ist täglich ein grosser Teil der Zeit für den Sport und die Regeneration reserviert.

Für förderliches, nützliches Training im Sägemehl - es bedeutet in einem solchen Winter-Wiederholungskurs auch eine nahezu ideale Vorbereitung auf die Anfang Mai beginnende Kranzfestsaison mit dem Eidgenössischen Fest von Ende August als Höhepunkt - fahren die stämmigen Soldaten jeweils in den Schwingkeller von Aarberg. Im Projekt einer Dreifach-Turnhalle in Magglingen ist ein Schwingkeller geplant, sodass die Schwinger während ihres WKs bald schon auf dem Areal des BASPO werden bleiben können.

Am Donnerstag orientierten Vertreter des ESV und der Armee die Öffentlichkeit über die erspriessliche Zusammenarbeit. Als Ort der Präsentation wählten sie den Schwingkeller des Schwingklubs Kirchberg BE, aus dem unter anderen die nicht mehr aktiven Schwingerkönige Adrian Käser und Matthias Sempach hervorgegangen waren. In individuellen Tenüs, also in den verschiedensten Farben, waren in Kirchberg Matthias Aeschbacher, Simon Anderegg, Matthias Glarner, Philipp Gloggner, Remo Käser, Armon Orlik, Patrick Schenk, Remo Stalder, Kilian Wenger, Joel Wicki und Niklaus Zenger an der Arbeit zu sehen. Wären auch Christian Stucki und Samuel Giger unter den WK-Absolventen, wäre das Who-is-who der Favoriten für die Schwingsaison 2019 vollständig gewesen. Die Gladiatoren demonstrierten während rund zwei Stunden ihr Training, bei dem immer wieder auch Schwinger aus unterschiedlichen Verbänden zusammengriffen.

Magglingen bietet den Schweizer Spitzensportlern, die sich zu Beispiel auf Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften, aber eben auch auf schwingerische Höhepunkte vorbereiten, seit geraumer Zeit hochwertige Voraussetzungen und Infrastrukturen. Bisweilen können Sportler ihre Militärdiensttage auch ausserhalb der Schweiz leisten, wie dies etwa Triathleten in Südafrika während des dortigen Sommers taten oder tun. Für die Schwinger fällt der Wiederholungskurs auf eine ideale Zeit weit ausserhalb der Wettkampfsaison.

Federführend war in der Aufgleisung der Zusammenarbeit unter anderen Schwingerkönig Matthias Glarner. Der Meiringer hatte ein Studium der Sportwissenschaften und in Bern selbst die Ausbildung zum Sportlehrer absolviert.

Der Sport ist im Übrigen der Armee-Zweig mit dem mit Abstand höchsten Frauenanteil. 10,3 Prozent aller, die die 18-wöchigen Rekrutenschulen oder die WKs absolvieren, sind Frauen.