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Oben auf der Piste statt unten im Büro

Die Infanteriekompanie 61/1 leistet dieser Tage in St. Moritz ihren Dienst, um die Piste und das Zielgelände für das Weltcupwochenende vom 8. bis 9. Dezember vorzubereiten. Dabei macht nicht nur die 175 Mann starke Truppe viele neue Erfahrungen, sondern insbesondere auch der Kompaniekommandant. Bei seinem letzten Wiederholungskurs sieht sich Hauptmann Johannes Hauswirth gleich vor zweierlei grosse Herausforderungen gestellt.

07.12.2018 | Kommunikation Verteidigung

Hauptmann Hauswirth vor der Truppe.
Hauptmann Johannes Hauswirth wie er leibt und lebt: Dynamisch und mitreissend tritt er vor die Truppe und ist mit ihr draussen in der Kälte, statt im warmen Büro.

Anfangs März hatte der Hauptmann erfahren, dass er seine letzten Diensttage nicht nur zugunsten der Weltcuprennen in St. Moritz leisten darf, sondern dabei auch noch eine Infanteriekompanie übernehmen wird. Für den «Vollblut-Rettiger», der seine Rekrutenschule in der damaligen Rettungs-RS 276 in Genf absolviert hat, eine willkommene Abwechslung. Die Umteilung wurde nach drei geleisteten Dienstjahren bei der gleichen Einheit und durch den Personalmangel des Infanteriebataillons notwendig. Als erste Sofortmassnahme sprach Hauswirth mit einem seiner Vorgänger, der vor einem Jahr ebenfalls in St. Moritz zugunsten des Skirennens Dienst leistete, um von dessen Erfahrungen profitieren zu können.

Spezielle Dienstleistung, spezielle Anforderungen

Der Einsatz der von Hauptmann Hauswirth geführten Kompanie fällt unter die Verordnung über die Unterstützung ziviler oder ausserdienstlicher Tätigkeiten mit militärischen Mitteln VUM. Als solcher geht er mit vielen besonderen Anforderungen einher, die bei einer sonstigen Dienstleistung nicht in gleichem Masse anfallen. So mussten der bei den Rettungstruppen ausgebildete Hauptmann Hauswirth und seine Führungsgehilfen beispielsweise viele Spezialgegenstände wie die rund 70 Ordonnanz-Skier bei der Materialbestellung berücksichtigen.

Neben speziellen Materialanforderungen galt es auch die persönlichen Fähigkeiten der Soldaten zu berücksichtigen. Der Einheitskommandant startete deshalb gleich mit seinem ersten vordienstlichen Schreiben eine Umfrage, welche die alpinen Kenntnisse betreffend Abseilen, Skifahren und dem Umgang mit Steigeisen erhob.  Zusammen mit den Fassungszeiten und –orten des Materials sowie dem Zeitplan des Organisationskomitees, erstellte der Hauptmann schliesslich die Einrückungs- und Dienstdetachemente.

Lehrreich und intensiv

Dadurch, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen WK handelt, musste sich Hauswirth nicht bis ins letzte Detail in die Reglemente der Infanterie einlesen. Dennoch geht die Dienstleistung mit vielen Lehren und Erfahrungen einher: «Gerade die vordienstlichen Arbeiten mit Bestellungen, Personaleinteilung und vermehrten Absprachen mit der Logistikbasis der Arnee, der Territorialdivision und dem OK waren zeitintensiv» sagt Hauptmann Hauswirth. Durch ein Dienstverschiebungsgesuch des zugeteilten Fouriers sowie einem bewilligten Zivildienstgesuch des Einheitsfeldweibels waren zudem zahlreiche Telefonate mit dem Personellen der Armee nötig.

Auch überlässt er seinem Stellvertreter, der im Truppenlager in S-chanf zum Rechten schaut, den Grossteil der administrativen Arbeiten. Dadurch kann er so oft wie möglich physisch vor Ort sein und als erster Ansprechpartner für OK-Mitglieder und Zugführer bereitzustehen. Aus den Erkenntnissen vorheriger Jahre, wusste er vor allem auf die Personalhandhabung Wert zu legen. So erstellte einer seiner Offiziere eine Excel-Tabelle, die jeden Abend beim Kompanierapport nachgeführt und den Tag über ständig aktualisiert wird, sodass jedermann zu jeder Zeit weiss, wo sich welches Detachement befindet und wer ihm angehört. 

Harte Arbeit wird belohnt

Die bunt durchmischte Truppe aus Infanteristen, Genie-, Train- und Rettungssoldaten, einer Baugruppe, einem Skidetachement sowie Motorfahrern harmoniert bestens und schliesst die vom OK geplanten Aufträge meist sogar vor der Zeit ab. Zu den Aufgaben gehören Materialtransporte und das Präparieren der Piste, insbesondere das Anbringen der Auffangnetze. Im Zielgelände werden Tribüne, Zelte und andere temporäre Bauten errichtet.

Die zivilen Partner und die Armee ergänzen sich dabei hervorragend. Das OK weiss die Arbeit der Armee zu schätzen, ohne welche die Weltcuprennen nicht stattfinden könnten. Der Kompaniekommandant und seine Kader können durch den Einsatz ihr militärisches Erfahrungsfeld erweitern. Und auch für die Soldaten stellt der Dienst ein einmaliges Erlebnis dar, die Moral ist laut dem Kommandanten merklich hoch.  Der grosse Aufwand hat sich laut Hauptmann Hauswirth gelohnt: «Es ist cool hier zu erleben, wie alle an einem Strang ziehen. Rettungssoldaten und Infanteristen, das ‘fägt’ einfach!».

Zur Person

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Johannes «Hannes» Hauswirth ist 37 Jahre alt und lebt mit seiner Lebenspartnerin und ihrem drei Monate alten Sohn in Münsingen. Zivil ist er für die Firma «Trade Marketing Intelligence» der Migros-Gruppe tätig. An der PHW Bern hat er das Studium zum Bachelor of Science in Business Administration FH abgeschlossen. Im Jahre 2003 absolvierte er in Genf die Rettungs-Rekrutenschule 276 und liess sich anschliessend zum Gerätewart ausbilden, bevor er seine Offizierslaufbahn antrat und wiederum in Genf abverdiente. Zwischen 2015 und 2017 drei Kommandojahre als Einheitskommandant der Rettungskompanie 23/2. Im Truppenlager in S-chanf stationiert führt er während seiner letzten Dienstleistung die Infanteriekompanie 61/1 im Zuge des VUM-Einsatzes zugunsten des Audi FIS Ski World Cup in St. Moritz.

Audi FIS Ski World Cup in St. Moritz

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