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Ein Rettungsbataillon macht mobil

Jede Minute zählt. Wenn es die Lage erfordert, kann das Rettungsbataillon 4 zur Unterstützung der zivilen Behörden aufgeboten werden. Dass man sich auf sie verlassen kann, haben die Männer und Frauen zu Beginn des Wiederholungskurses in der Mobilmachungsübung bewiesen.

18.10.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Einrücken: Die Soldaten des Vordetachements weisen ihre Kameraden zu den richtigen Standorten.

Waffenplatz Thun, acht Uhr morgens. Die alten Panzer der Schweizer Armee, welche hier ausgestellt sind, haben schon viel erlebt. Doch das war neu für sie. In wenigen Stunden werden die stählernen Veteranen Zeugen eines bedeutenden Momentes: der ersten Mobilmachungsübung des Ostschweizer Rettungsbataillones 4, seit Einführung der abgestuften Bereitschaft der Armee.

Als strategische Reserve des Bundes muss die Armee sich jederzeit bereithalten, Leistungen wie die militärische Katastrophenhilfe zu erbringen. Mit der Weiterentwicklung der Armee (WEA) wurde ein neues Bereitschaftssystem eingeführt. Darin wird das Leistungsprofil in drei Bereiche gegliedert: permanente, vorhersehbare und nicht vorhersehbare Leistungen.

Für die nicht vorhersehbaren Leistungen gelten folgende Eckwerte. Erstens: Leistungserbringung aus dem Stand. Zweitens: innert 24 bis 96 Stunden Kräfte für den Einsatz mobilisieren. Drittens: die Leistungserbringung mit bis zu 35'000 Angehörige der Armee innert zehn Tagen. Das Rettungsbataillon 4 als Milizformationen mit hoher Bereitschaft (MmhB) kann somit in kurzer Zeit vom zivilen Alltag in den Einsatz gelangen. Das kann geschehen, wenn Einsatzkräfte die aktuelle Lage mit eigenen Mitteln nicht mehr bewältigen können.

Nun ging es darum, die Abläufe im neuen Bereitschaftssystem zu trainieren. Die Angehörigen der Armee rückten am Mobilmachungstag zeitlich gestaffelt ein. Zuerst das Kader, anschliessend die Fahrer-, Sicherungs- und Fassungsdetachemente. Danach rückte der Rest der Soldaten ein.

Das gesamte Einsatzmaterial eines Rettungsbataillones, dass die Systeme wie die Sortimente für den Wassertransport, Einsatz in Trümmerlagen und für die Brandbekämpfung beinhaltet, wurde zügig gefasst. Das Material wurde dann sofort auf die Vollzähligkeit und Funktionsfähigkeit geprüft. Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass nebenbei noch Ausbildungsprogramme wie zum Beispiel das Wachtdienstschiessen absolviert werden mussten.

Die Verpflegung war durch die Soldaten selbst sichergestellt. Gute Verpflegung bildete die Grundlage für den Erfolg, denn die Arbeiten dauerten bis tief in die Nacht hinein.

In den frühen Morgenstunden konnte das Bataillon die Bereitschaft zur Abfahrt melden. Der Bataillonskommandant, Oberstleutnant im Generalstab Roman Kocher, bedankte sich bei seinen Kompaniekommandanten für den guten Einsatz der Truppe und erteilte den Befehl zur gestaffelten Verschiebung in den WK-Raum.

Befehle wurden erteilt, Motoren begannen zu brummen und Soldaten stiegen in die Fahrzeuge ein. Die Kompaniestandorte im Raum Ostschweiz und den Dienst vor Augen.