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Ohne Armee kein sicherer Flugverkehr

Die Luftwaffe ist täglich im Einsatz um für die Sicherheit des Schweizer Luftraums zu sorgen. Sie ist zudem bereit, in ausserordentlichen Situationen zu intervenieren. Die operative Verfügbarkeit von Jagdgeschwadern zugunsten des Luftpolizeidiensts, welche innert 15 Minuten einsatzbereit sein müssen, wird bis Ende 2020 auf 24 Stunden pro Tag ausgedehnt.

11.10.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Einzig die Schweizer Armee besitzt die nötigen Mittel, um die Einhaltung der Luftverkehrsregeln zu kontrollieren, Flugzeugen in Not zu helfen und die Sicherheit in der dritten Dimension zu gewährleisten. Der Luftraum über der Schweiz wird von der Armee rund um die Uhr per Radar überwacht. Bei der Gewährleistung der Flugsicherheit arbeiten das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) und die Luftwaffe eng zusammen und unterstützen sich gegenseitig.

Die zivile Flugsicherung beruht hauptsächlich auf Sekundärradaren. Damit kann sie nur Flugobjekte mit funktionierendem Transponder erkennen. Primärradare des Militärs erkennen hingegen selbst Objekte ohne Transpondersignale und versorgen die zivile Bodenstelle mit zusätzlichen Informationen. Ohne die Armee wäre die alltägliche Sicherheit in der zivilen Luftfahrt nicht gewährleistet.

Tagsüber (und ab 2019 bis 22 Uhr) stehen für den Luftpolizeidienst Kampfjets zur Verfügung. Bei Verstössen gegen die Luftverkehrsregeln, aber auch, wenn ein Pilot mit technischen Problemen kämpft, kommt die Luftwaffe zum Einsatz. 2017 wurden gegen 30 solcher «Hot Missions» geflogen. Hinzu kamen mehr als 300 «Live Missions», bei denen ausländische Staatsluftfahrzeuge überprüft wurden. Die erwähnten zeitlichen Restriktionen bestehen nicht bei Einsätzen wie beispielsweise zugunsten des WEF oder des OSZE-Ministerratstreffens. Bis 2020 muss die Luftwaffe an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr intervenieren können.

Was versteht man unter Luftpolizeidienst?

«Der Luftpolizeidienst geht von einer Hilfeleistung im Ernstfall für Flugzeuge aus, beispielsweise eine Identifikation, eine Intervention im Falle einer Missachtung der Regeln des Luftverkehrs oder ein Verstoss gegen die Lufthoheit», erklärt Oberst im Generalstab Peter Bruns, Stabschef der Luftwaffe und Leiter des Projekts «Luftpolizeidienst 24» (LP24).

Die Schweizer Luftwaffe ist verantwortlich für Luftpolizeimassnahmen an zivilen und militärischen Flugzeugen. Die Schweiz hat in diesem Bereich gut entwickelte Rechtsgrundlagen. Aus Gründen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit kann es erforderlich sein, dass ein Flugzeug landen muss. Zusätzlich zu den Piloten wechseln sich mehrere Mitarbeiter der Luftwaffe, der Logistikbasis der Armee, der Skyguide Command Support Base und der Air Traffic Control in drei Teams pro Tag ab.

"Wir rüsten uns aus und wir trainieren, damit bis Ende 2020 der Einsatz von Militärjets rund um die Uhr gewährleistet werden kann", sagt Oberst i Gst Bruns. Schliesslich hat die Politik beschlossen, die Verfügbarkeit der Luftwaffe auch in der Nacht sicherzustellen: Beim LP24-Projekt wird in Phasen vorgegangen und schon ab 2019 werden Piketteinsätze bis zehn Uhr abends durchgeführt.

Beispiele für Luftraumverletzungen und Flugregeln

In letzter Zeit haben einige konkrete Fälle die Schweizer Luftwaffe alarmiert. So kündigte beispielsweise ein Linienflug in Begleitung der französischen Luftwaffe einen Bombenalarm an Bord an. Nach der Flugkontrolle durch F/A-18 der Schweizer Luftwaffe (die 20 Minuten nach dem Alarm stattfand) wurde das Flugzeug von österreichischen Kollegen übernommen. Zwei weitere Flugzeuge, die von Schweizer Piloten inspiziert wurden, hatten mit einem Stromausfall zu kämpfen; Funkgeräte und Transponder waren ausser Betrieb. Ein letztes Beispiel stellt ein Business-Jet dar, der von Beirut aus nach Paris flog. Er beantwortete die Aufrufe der italienischen Flugsicherung nicht, die der Verbindungsaufnahme und der Identifikation dienen sollten.

Verstösse gegen die Flugregeln und den Luftraum rechtfertigen die schrittweise Erweiterung der Verfügbarkeit von Interventionseinheiten auf einen 24-Stunden-Betrieb. Eine Verfügbarkeit, die auch auf der Zusammenarbeit mit unseren österreichischen, deutschen, französischen und italienischen Nachbarn basiert. Die Luftwaffen unserer Nachbarstaaten alarmieren, begleiten und übergeben Flugzeuge, die mit Schwierigkeiten konfrontiert sind oder Klärung bedürfen. Zu guter Letzt ist es nur durch die Aufrechterhaltung der Lufthoheit möglich, den Bodenschutz zu gewährleisten.