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Zielsetzung: Null Minenopfer

Seit 20 Jahren setzt sich die Schweizer Armee in der Humanitären Minenräumung ein. Das Kompetenzzentrum ABC-KAMIR hat dieses Jubiläum am 13. Oktober in Anwesenheit von Bundesrat Guy Parmelin gefeiert. Der festliche Anlass gab Gelegenheit, die wichtige Rolle der Schweizer Armee und die erbrachten Leistungen bei der Minenräumung zu würdigen. Aber auch auf die anstehenden Herausforderungen und neue Konflikte hinzuweisen.

18.10.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Die Eidgenossenschaft – stolz auf ihre humanitäre Tradition – war eines der ersten Länder, welche 1997 in Ottawa die Konvention gegen Antipersonenminen unterzeichnet haben. Die Schweiz hat sich seither aktiv an diesem Kampf beteiligt, indem sie in Ländern wie Angola, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Kolumbien, Libanon, Tadschikistan und der Ukraine finanzielle und materielle Beiträge geleistet hat. Die Schweizer Armee ist zudem meistens mit hochspezialisierten Fachleuten in den betroffenen Ländern direkt vor Ort eingesetzt und spielt, zusammen mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, eine Schlüsselrolle in diesen Missionen.

2017 hat die Schweizer Armee beispielsweise zwölf Spezialisten in die Demokratische Republik Kongo, Libyen, Mali, den Südsudan, die Westsahara und in das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York entsandt. Neben den Minenspezialisten des Kommando KAMIR unterstützen auch Fachleute aus den Bereichen Finanzen, Logistik oder Informationsmanagement die lokalen Behörden bei der Minenräumung.

«Die Entminung ist die Hauptaufgabe, es ist aber nur ein erster Schritt. Wir müssen dann beim Wiederaufbau helfen und ermöglich, dass das normale Leben wieder seinen Gang gehen kann», erklärt Jürg Streuli, ehemaliger Botschafter und Präsident der Schweizerischen Stiftung für Minenräumung. In den letzten 20 Jahren konnten Millionen Minen zerstört und grosse Gebiete gesichert werden. Diese stehen nun der lokalen Bevölkerung wieder zur Verfügung.

«Ich wünschte, ich könnte sagen, die Arbeit ist getan. Leider ist das aber nicht so. Minen bleiben über Generationen im Boden und töten weiter», sagte Bundesrat Guy Parmelin in seiner Rede. «Unser Ziel muss sein, dass niemand wegen Minen, Streumunition oder anderen Kriegsüberresten sterben muss», fügte der Chef des VBS hinzu. Von 80 betroffenen Ländern konnten bisher 29 entmint werden. Doch aktuelle Konflikte kontaminieren häufig neue Landstriche. Und Kriege finden immer mehr in überbauten Gebieten statt. Bewaffnete Gruppen setzen Minen daher nicht mehr nur im Boden ein, sondern platzieren sie in Alltagsgegenständen: In Fernsehern, Kühlschränken – und ganz perfid – in Spielsachen. Diese Entwicklung macht die Entminung noch gefährlicher und komplizierter.

Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Minenopfer ist die Zahl der Verletzten und Getöteten in den letzten Jahren wieder gestiegen. Verursacht durch die Konflikte im Jemen, in Afghanistan, in der Ukraine in Syrien oder im Irak. «Wie wird die Situation in 20 Jahren aussehen?», fragte Brigadier Markus Mäder, Chef Internationale Beziehungen Verteidigung am Runden Tisch. «Werden wir mit der Arbeit fertig sein, oder müssen wir ein 40-jähriges Jubiläum unseres Einsatzes begehen?», so Mäder weiter. Das Ziel für die Spezialisten der Schweizer Armee bleibt auf jeden Fall klar: Null Minenopfer.

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