print preview Zurück zur Übersicht WEF – CUMINAIVEL

Herz und Hirn des Bataillons

Die Soldaten an der Front liefern wichtige Hinweise über die Lage im Sicherheitsdispositiv. Aber was passiert damit? Das gesicherte Lageverfolgungszentrum ist der Knotenpunkt dieser Informationen.

27.01.2019 | CUMINAIVEL | sf

Symbolbild – die Räume des Lageverfolgungszentrum dürfen nicht fotografiert werden.
Symbolbild – die Räume des Lageverfolgungszentrum dürfen nicht fotografiert werden.

 

«Vertraulich» steht auf dem abgeklebten Lichtausschnitt der Tür, die zum Herzen des Lageverfolgungszentrums, kurz LVZ, führt. Mobiltelefone sind ab hier verboten – sie könnten abgehört werden. Das Haus, in dem sich das LVZ befindet, wird rund um die Uhr scharf bewacht. Was hier besprochen wird, hat Auswirkungen auf das gesamte Sicherheitsdispositiv, das Gebirgsinfanteriebataillon 85 am WEF stellt.

Hauptmann Patrick Hasler, als Chef Einsatz des Geb Inf Bat 85 oberster Kopf des LVZ, erklärt die Funktion des Kontrollzentrums: «Hier laufen alle Fäden zusammen. So verschaffen wir uns eine Lage-Übersicht auf Stufe Bataillon.» Jede verfügbare Information wird hier verarbeitet: wer zu welchem Zeitpunkt welches Objekt bewacht, mit welcher Qualität – dafür ist das Controlling-Team zuständig – und wie sich die Begebenheiten vor Ort darstellen. Wenn die Wachtposten Augen und Ohren des Bataillons sind, ist das LVZ sein Gehirn.

Konferenz der hohen Tiere

Es sind denn auch eher die höheren Grade, die sich hier die Klinke in die Hand geben. «Die Idee des Lageverfolgungszentrums ist, dass die Chefs der verschiedenen Führungsgrundgebiete eng zusammenarbeiten können», erklärt Hauptmann Hasler. Das kann man durchaus wörtlich verstehen: Die räumliche Nähe ermöglicht es ihnen nicht nur, die Lage aus allen Perspektiven rasch zu beurteilen, sondern auch umgehend Eventualplanungen zu erarbeiten.

Dafür stehen den Entscheidungsträgern die verschiedensten technischen und analogen Hilfsmittel zur Verfügung: Die Wände sind über und über mit Karten verschiedener Massstäbe bedeckt, darauf farbige Linien und einzelne Stecknadeln. Führungswände mit Meldezetteln umrahmen die Leinwand, auf die der Beamer sein trübes Licht wirft. Auf den Tischen stehen Telefone und Funkgeräte, und irgendwo läuft stumm ein Fernseher mit den aktuellen Meldungen.

Vom Faden zum Strang

Das LVZ fungiert auch als Schnittstelle zu den zivilen Blaulichtorganisationen. So geschehen in jenem Fall, als eine aufmerksame Wachtpatrouille ein ziviles Auto in der Nähe des Objekts beobachtet und Meldung erstattet hat. Dank des organisierten Informationsflusses konnte das LVZ die Meldung unverzüglich beurteilen und an die Kantonspolizei weiterleiten. Diese konnte nach einigen Abklärungen Entwarnung geben.

Auch wenn hier glücklicherweise keine unmittelbare Gefahr drohte, zeigt die Episode eines exemplarisch: Ohne das LVZ könnten die einzelnen losen Fäden nie zu dem einen Strang gewickelt werden, an dem letztlich alle ziehen.