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SWISSCOY Update - Ausbildung im Einsatzraum: Gelerntes auffrischen und festigen

Auch im Einsatzraum bleibt die Weiterausbildung ein wichtiges Thema. Anlässlich der Kontingentsarbeitsplätze wiederholen, festigen und automatisieren die Angehörigen der SWISSCOY alles, was sie in Stans-Oberdorf gelernt haben. Dies vor allem mit einem Ziel: In überraschenden Situationen auch unter mentalem Druck richtig reagieren zu können. Dahinter steckt viel Arbeit und Planung, aber auch Herzblut des Ausbildungsverantwortlichen Major Sven Zesiger.

21.12.2021 | Fachof Stefanie Waltenspül, Presse- und Informationsoffizier SWISSCOY 45

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Major Sven Zesiger ist in seiner Funktion als S3/5/7 zuständig für die Planung und Durchführung der Ausbildung im Einsatzraum

Bereits nach rund einem Monat im Einsatz beginnen für das Kontingent die ersten Ausbildungssequenzen. Gerade dann, wenn langsam der Alltag einkehrt, ist es wichtig, auch aussergewöhnliche Situationen zu trainieren. «Im Einsatzraum geht es jetzt darum, das, was wir in Stans gelernt haben, regelmässig aufzufrischen, damit es nicht verloren geht», so Major Sven Zesiger. Er ist in seiner Funktion als S3/5/7 auch für die Ausbildung verantwortlich. Wiederholt werden nicht nur die Handhabung der persönlichen Waffe, des RSG oder erste Hilfe, sondern auch der Umgang mit Fahrzeugen, Aspekte der integralen Sicherheit oder der Umgang mit den sozialen Medien.

Die Ausbildung ist über die ganzen sechs Monate des Einsatzes durchgeplant. Insgesamt werden drei sogenannte Kontingentsarbeitsplätze (KAP) durchgeführt. Jeder KAP findet an verschiedenen Tagen mit den gleichen Inhalten statt. Damit wird gewährleistet, dass alle Kontingentsangehörigen an der Ausbildung teilnehmen können, ohne dass das Tagesgeschäft und damit die operativen Leistungen darunter leiden. Der Planungsaufwand ist dabei nicht zu unterschätzen: Insgesamt 12 Ausbildungstage müssen vorbereitet und koordiniert werden. Die Inhalte sind vorgegeben. «Bei der Gestaltung haben wir aber einen gewissen Freiraum. Deshalb achte ich immer auch darauf, dass die Themen spannend und abwechslungsreich vermittelt werden. Die Ausbildung soll auch Spass machen», erklärt Sven Zesiger. Trockene Theorien sucht man in seinem Ausbildungskonzept vergeblich. Wo möglich, werden auch neue und interaktive Lernformen angewendet, um Frontalunterricht anhand von Power-Point-Präsentationen zu vermeiden. Durch die Verteilung aller Angehörigen der SWISSCOY im gesamten Kosovo wird auch auf Selbststudium gesetzt, um lange Anfahrtswege zu vermeiden: «Was wir hier machen ist Erwachsenenbildung, entsprechend setzen wir auch ein gewisses Mass an Selbstverantwortung voraus. » Schiessen und Sanitätsdienst dagegen müssen zentral ausgebildet werden. Diese Themen sind besonders wichtig und werden vor allem anhand von unterschiedlichen Szenarien vermittelt. Sven Zesiger erklärt: «Treten diese Situationen in der Realität auf, befindet man sich in einer Stresssituation. Deshalb müssen die Abläufe automatisiert werden und auch unter mentalem Druck abrufbar sein. »

Die gesamte Ausbildung ist Teamwork. Major Zesiger plant in seiner Funktion als S7 zwar die Ausbildungsblöcke, ist aber auch auf Ausbildner aus dem Kontingent angewiesen, die über entsprechende Fachkenntnisse und Kompetenzen verfügen. In den Sanitäts-Ausbildungen sind deshalb die Medics im Lead. Bei der Schiessausbildung kann einerseits auf erfahrene Leute aus dem Bereich der Berufsoffiziere oder –unteroffiziere zurückgegriffen werden und andererseits auf Personen, welche die entsprechenden Kenntnisse aus ihrer Milizlaufbahn mitbringen.

«Für mich persönlich ist es ein Highlight, draussen zu stehen und zu sehen, dass Leute mit Spass und Engagement bei der Sache sind. Das ist mir wichtig und wenn ich das sehe, bin ich zufrieden», so Zesiger. 


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