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Grosse Fussstapfen und neue Spuren: Fahnenübergabe Kommando Ausbildung

«Sie haben erfüllt, die WEA im Bereich der Ausbildung perfekt umgesetzt! » Am Kaderrapport des Kommandos Ausbildung am 19. November bedankte sich Korpskommandant Daniel Baumgartner, Chef Kdo Ausb, als erstes bei seinen Unterstellten und Mitarbeitenden.

20.11.2019 | Kommunikation Verteidigung, Franziska Walt

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Korpskommandant Daniel Baumgartner, Chef Kdo Ausb

Der Jahresrapport in der Kaserne Aarau, der letzte grosse Rapport von KKdt Baumgartner als Chef des Kdo Ausb, stand ganz unter dem Zeichen «der Mensch im Mittelpunkt». So, wie KKdt Baumgartner seine Aufgabe im Kdo Ausbildung auch immer verstanden und gelebt hatte.

 

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«Ribbon für ausserordentliche Leistung» für Sdt Antigona Kalimashi

Nach der Begrüssung und einleitenden Worten vom Chef Armeeseelsorge, Hauptmann Stefan Junger, konnte KKdt Baumgartner Sdt Antigona Kalimashi für ihre Zivilcourage den neuen «Ribbon für ausserordentliche Leistung» des Chefs der Armee verleihen. Sdt Kalimashi hatte im Sommer einer jungen Frau, die von einem einfahrenden Zug schwer verletzt worden war, das Leben gerettet.

In seinem Rückblick betonte Baumgartner wie wichtig es sei, jungen Kadern nicht nur praktisches Know-How mit auf den Weg zu geben, sondern auch Selbstsicherheit. Und vermehrt bei Arbeitgebern beliebt machen, dass junge Menschen mit einer militärischen Führungsausbildung ein absolutes Plus mit in den Job bringen würden. Die Armee müsse wieder sichtbarer und in der Gesellschaft als selbstverständlicher Teil wahrgenommen werden. «Jungen Menschen zeigen, wer wir sind, was wir machen und was es heisst, die Pflicht gegenüber seinem Land, seinen Mitmenschen zu erfüllen», so KKdt Baumgartner. Wer sich gegen den Militärdienst entscheide, dies oft aus Unkenntnis der Sache, sei selber schuld. Er oder sie verpasse Integrations- und Leistungschancen. «Die, die bei uns sind, beurteilen sowohl ihr militärisches Umfeld als auch die Aufgaben als positiv. » Der Chef Kdo Ausb zeigte Resultate einer Befragung auf, die schon im zweiten Jahr in der letzten RS-Woche bei Soldaten und Kadern durchgeführt worden war. Unter den Soldaten wurde die Kameradschaft mit vier von fünf Punkten als sehr gut bewertet. Und die Aussage «Ich bin bereit, für mein Land zu kämpfen» beurteilten mit 3.1 Punkten die Mehrheit der Befragten positiv. Bei den Kadern waren die Resultate ganz ähnlich, sie waren mit 3.5 von fünf Punkten sogar noch motivierter als die Soldaten. «Für mich bedeutet das, dass die Richtung, in die wir uns bewegen, stimmt», fasste KKdt Baumgartner zusammen. «Ich bin fest davon überzeugt, dass wir, Sie alle, Ihre Sache aus Überzeugung und mit Leidenschaft machen. » Und er wünsche sich, dass seine Direktunterstellten und Mitarbeitenden dem neuen Chef Kdo Ausb, Divisionär Hans-Peter Walser, die gleiche Loyalität und Gefolgschaft entgegenbringen würden.

Bevor die ersten Gastredner auf die Bühnen traten bedankte sich KKdt Baumgartner bei seinem Stellvertreter, Div Daniel Keller, sowie bei seinem Stabschef, Brigadier Jacques Rüdin, persönlich für die gute Zusammenarbeit.

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Til R. Fink, Student HSG: «Aufgeben kannst du bei der Post » als möglicher Armee-Claim

Prof Dr Christoph Müller von der Universität St. Gallen (HSG) leitet seit 2017 in Zusammenarbeit mit dem Kdo Ausb Seminare, in denen jeweils während eines Semesters ein vom Kdo Ausb vorgegebenes Thema untersucht wird. Prof Müller und einer seiner Studenten, Til R. Fink, stellten in Aarau Resultate aus dem letzten Seminar vor. Schwerpunkte der Semesterarbeit war das Gewinnen von Jugendlichen für die Armee sowie die Frage, was die geeigneten Mittel dazu sein könnten. Wichtig sei, dass die Armee eine emotionale Bindung zur Zielgruppe schaffen könne, erklärte Til Fink, und zwar am besten vor dem ersten offiziellen Berührungspunkt mit der Armee, also vor dem 18. Lebensjahr. Der von den HSG-Studierenden ausgearbeitete Vorschlag, wie die Armee Jugendliche spielerisch gewinnen könne, ist eine App. Sie soll eine interaktive Informationsplattform sein, auf der sich Jugendliche über die Armee informieren und virtuell Teil der Armee sein könnten.

«Wurden Sie schon einmal gehackt, mit schwarzem Bildschirm und Totenkopf? » Die Einstiegsfrage von Martin Kelterborn, CEO eines Schweizer KMU und nächster Gastredner, nahm das Thema seines Referates vorweg. Der Arbeitgeber von Kelterborn war im Mai 2019 gehackt worden mit dem Resultat, dass das gesamte elektronische System der Firma lahmgelegt wurde. Nur dank seiner militärischen Führungsausbildung habe er die Situation managen können, so Kelterborn, ein ehemaliger Oberleutnant bei den Panzergrenadieren. Er sei in der Organisation des entstandenen Chaos' so vorgegangen, wie er es in der Armee gelernt habe, zum Beispiel mit einem Tagesbefehl nach dem klassischen 5-Punkte-Befehl. Mithilfe von internen IT- und externen Cyber-Spezialisten konnte die Firma schlussendlich gerettet werden. Am Ende seiner Ausführungen listete der CEO einige Aussagen-Erkenntnisse-Konsequenzen auf: So zum Beispiel, dass Mitarbeitende für Cybercrime sensibilisiert werden müssten und dass diese Aufgabe Chefsache sei.

Ein symbolisch bedeutsamer Teil des diesjährigen Jahresrapports war die Fahnenübergabe von KKdt Baumgartner an Div Walser. Zuvor trat aber der Chef der Armee, KKdt Philippe Rebord, mit einer Würdigung des scheidenden Chefs Kdo Ausb auf die Bühne.

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Der Chef der Armee, KKdt Philippe Rebord

«Von deinem Herzblut, deinem Engagement können wir uns alle eine Scheibe abschneiden», sagte KKdt Rebord in Richtung KKdt Baumgartner. Dieses Engagement habe Baumgartner auf allen seinen Stationen gezeigt, sei es ab 2010 als Chef Logistikbasis der Armee, ab 2016 als Kommandant Heer oder seit Januar 2018 als Chef Kommando Ausbildung. In letztgenannter Funktion habe er viele positive Impulse umsetzen können: Die Jokertage, das Ausbildungsprinzip PROGRESS, die Ausbildungsgutschriften, die Sport-App ready oder etwa die Intensivierung der Beziehung Armee-Bildungslandschaft. «Deine Menschlichkeit ist beispielhaft», würdigte der CdA Baumgartner. Er hoffe, dass ihm dies auch in Washington / USA, wohin er als Verteidigungsattaché gewählt worden war, zugutekommen werde und schloss mit den Worten: «Danke, dass du auch weiterhin die Ärmel hochkrempelst und weiterarbeitest. Ich wünsche Dir für die kommenden Aufgaben das nötige Soldatenglück! »

Zu Div Walser gewandt zählte KKdt Rebord dessen Vorteile für seine neue Funktion im Kdo Ausb auf: Walser kenne die Bedürfnisse der Kantone bestens, die Zusammenarbeit mit den Kantonsregierungen und den Sicherheitsdirektoren sei bislang äusserst positiv verlaufen. «Und», so Rebord weiter, «als ehemaliger Chef Armeeplanung / Stellvertretender Chef Armeestab und ab 2013 Chef Armeestab kennst du Bern bestens. » Auch Div Walser wünschte KKdt Rebord viel Glück und Erfolg bei seiner neuen Aufgabe.

In der nachfolgenden Fahnenübergabe übertrug der CdA symbolisch die Verantwortung des Kdo Ausb von KKdt Baumgartner an Div Walser.

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Div Hans-Peter Walser

Div Walser, aktueller Kommandant der Territorialdivision 2 und ab 01.01.2020 neuer Chef Kdo Ausb, fasste die Fahnenübergabe in seiner kurzen Ansprache so zusammen: «Die symbolische Übernahme eines neuen Kommandos ist immer ein spezieller, emotionaler Moment. » Er sei sich der Verantwortung bewusst und gehe sie mit Respekt und Demut an. Er freue sich auf die neue Herausforderung und wolle den eingeschlagenen Weg fortsetzen. «Ich habe das Glück, ein innovatives und gut aufgestelltes Team übernehmen zu können. Ich muss auf die Unterstützung aller im Saal zählen können, so, wie sie auf mich zählen können. Sie haben mein Vertrauen. » Zum Schluss bedankte sich Div Walser bei KKdt Baumgartner für alles, was er zusammen mit den Mitarbeitenden des Kdo Ausb geleistet habe und schloss mit den Worten: «Ich werde nicht versuchen, in die grossen Fussstapfen zu treten, die KKdt Baumgartner hinterlässt. Sondern werde versuchen, eigene Spuren zu legen. »