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Soldaten und Sportler: Mit Disziplin und Zielstrebigkeit zum Erfolg

Die Schweizer Armee hat 24 neue Sportsoldaten. Die jungen Frauen und Männer wurden am Freitag 8. Juni in Magglingen im Rahmen des Besuchstages der aktuellen Spitzensport-RS befördert. Zugleich warb der neue Kommandant des Kompetenzzentrums Sport der Armee, Oberstleutnant im Generalstab Hannes Urs Wiedmer, für die Sportförderung.

08.06.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Kommandant Hannes Urs Wiedmer befördert Biathletin Flavia Barmettler zur Sportsoldatin. Bilder VBS/DDPS

Michelle Gisin, Olympiasiegerin in der alpinen Kombination ist überzeugt, dass die Spitzensportförderung der Armee ihr und ihrer Karriere viel gebracht hat. Das sagte sie am Freitag, 8. Juni, am Besuchstag der Spitzensport-Rekrutenschule in Magglingen. Als eine von vielen Olympioniken und Wettkämpferinnen verschiedener Disziplinen stellte sie am Anlass den vielfältigen Nutzen der militärischen Sportförderung vor. So würdigte sie die hervorragenden Trainingsmöglichkeiten. «Es ist eine riesige Chance.» Die Unterstützung gebe ihr auch Sicherheit, sich zum Beispiel nach einer Verletzung wieder an die Spitze trainieren zu können, und eröffne breitere Horizonte, im Austausch mit anderen Sportlern etwa. «Ich kann von ihnen auch viel lernen, von ihnen etwas abschauen.» Und sie erhalte professionelle Unterstützung bei der Karriereplanung. 

Drei Sportler – ein Olympia-Medaillensatz: Michelle Gisin (Gold in Pyeongchang in der Alpinen Kombination), Marc Bischofberger (Silber in Skicross) und Peter De Cruz (Bronze im Curling) sprachen über ihre Erfahrungen als Sportsoldaten. Die Armee fördert die Sportler individuell gemäss ihren spezifischen Ausbildungsbedürfnissen. Dabei erhalten sie auch Kurse wie im Einsatz von Social Media, in Ernährungslehre, Sponsoring und Anti-Doping. Gemäss Gisin sind genau diese Elemente auch ein grosser Mehrwert der Ausbildung in der Armee. Die Anstellung als Zeitmilitär hat für Bischofberger den Ausschlag gegeben, die Arbeitsstelle aufzugeben und sich nur noch auf den Sport zu konzentrieren. So kann er professionell trainieren und aufbauen. De Cruz, auch ein zukünftiger Zeitmilitär, fügt an: Die Trainingsmöglichkeiten, die er bei der Armee habe, könne ihm sein relativ kleiner Verband unmöglich bieten.

Parallelen zwischen Militärdienst und Sport

24 Sportrekruten wurden zu Sportsoldaten befördert. Sie treiben alle Wintersport. Unter ihnen sind Eishockeyaner, Snowboarder und ein Eisschnellläufer. Sie erhalten im Rahmen ihrer RS eine dreiwöchige militärische Grundausbildung bei der Rettungsschule in Wangen. Dann können sie während 13 der insgesamt 18 Wochen RS intensiv und unter Betreuung von Fachleuten ihrer Verbände an der Leistungssteigerung arbeiten, «ein langes Trainingslager», wie es der neue Kommandant des Kompetenzzentrums Sport der Armee (Komp Zen Sport A), Oberstleutnant im Generalstab Hannes Urs Wiedmer nannte. Jung-Biathlet Sandro Bovisi betonte: «Es ist ein Privileg, diese Infrastruktur brauchen zu können und diese Ausbildung zu geniessen. Das hilft uns auf dem weiteren Weg unserer sportlichen Karriere.» 

Zehn Sportsoldaten werden ins zweite Förderungsprogramm der Armee aufgenommen: Sie werden ab August als Zeitmilitärs gewissermassen Armeeangestellte sein und ihren Sport in diesem Rahmen ausüben können. Im Rahmen der Beförderungsfeier am 8. Juni wurden auch jene Zeitmilitär Spitzensportler und Sportsoldaten geehrt, die an den verschiedenen Wettkämpfen der letzten Monate reüssiert haben.  «Der Sportsoldat ist ein Botschafter der Armee, der Meinungen bildet und Herzen bewegt», hielt Wiedmer fest.

Ein Erfolgsmodell

Seit 2004 nahmen 611 Rekruten aus total 42 Sportarten an der Spitzensport-RS teil. Unter ihnen waren bisher gegen 60 Frauen, also fast zehn Prozent. «Auf Armeestufe ist das ein Höchstwert», sagte Wiedmer im Rahmen der Beförderungsfeier. Aktuell sind 435 Sportsoldaten eingeteilt und leisten jährlich bis zu 130 Diensttage in ihren Wiederholungskursen, davon bis zu 100 Tage freiwillig – namentlich für Trainingslager und Wettkämpfe. Die Sportler bekommen für diese Tage Sold und haben Anspruch auf Beiträge aus der Erwerbsersatzordnung.

Ein neuer Kommandant für das Komp Zen Sport A

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Oberstleutnant im Generalstab Hannes Urs Wiedmer

Oberstleutnant im Generalstab Hannes Urs Wiedmer aus Ersigen übernahm am Donnerstag, 7. Juni, am Tag vor der Beförderungsfeier, das Kommando des Kompetenzzentrums Sport der Armee (Komp Zen Sport A) und somit der Spitzensport-Rekrutenschule 79. Er trat dabei die Nachfolge von Oberst im Generalstab René Ahlmann an. Zuvor war Wiedmer Kommandant des Logistikbataillons 51. Mit der Übernahme des Kommandos wurde ein Traum wahr, sagte er: «Es ist der Traum eines jeden Berufsoffiziers, Kommandant zu werden, und dann auch noch an einem Ort, an dem so viel Kompetenz Knowhow vorhanden ist, umso mehr ein Privileg.»