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Schweizer Armee

Alltag mit Splitterschutzweste

Hptm Fabienne Egli

 

Fahrzeugkontrolle (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Fahrzeugkontrolle
Die Sicherungssoldaten der Schweizer Armee absolvieren die ersten 13 Wochen ihrer RS bei der Infanterie in Liestal – unabhängig davon, ob sie später als Sicherungssoldat im Bereich Luftwaffe, Logistik, Genie, Militärische Sicherheit, Panzer/Artillerie oder Infanterie eingesetzt werden. Ab Woche 14 sind die Lehrverbände selber zuständig für ihre Sicherungssoldaten und vermitteln ihnen die entsprechende Spezialausbildung. Einsatzgebiete von Sicherungssoldaten sind beispielsweise die Bewachung von militärischen Einrichtungen oder die Sicherung auf militärischen Flugplätzen sowie bei Luftwaffenanlagen.

Während der infanteristischen Grundausbildung werden die Bewachung von Objekten, Patrouillentätigkeit, Fahrzeug- und Personenkontrollen oder das Betreiben von Checkpoints vermittelt. Die Rekruten lernen, wie eine Einrichtung zu bewachen ist, wie sie systematisch ein Fahrzeug nach gefährlichen Objekten durchsuchen müssen, ohne sich selber in Gefahr zu bringen, wie man eine Person abtastet, um festzustellen, ob sie Waffen mitführt, wie eine Person festgenommen wird oder in welchem Moment sie die Schusswaffe einsetzen müssen. Während den RS-Wochen 8 und 9 finden die Spezialistenausbildungen statt: Ein Flugplatzsoldat Sicherung wird zum Beispiel – unter anderem – auf dem Aufklärungsfahrzeug und am Maschinengewehr ausgebildet; ein Infanterie Sicherungssoldat arbeitet mit dem Radschützenpanzer.

 

Körperlich anspruchsvoll

 

Ausweiskontrolle (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Ausweiskontrolle

Zwei Frauen absolvieren die Inf RS 13-1/09: Inari Gerber, zukünftiger Infanterie Sicherungssoldat, und Sophia Gerig, zukünftiger Flugplatzsoldat Sicherung. Rekrut (Rekr) Gerig befindet sich bei unserem Besuch gerade auf dem Schiessplatz – wie fast jeden Tag. Die Ausbildung findet nämlich vorwiegend draussen auf verschiedenen Schiess- und Ausbildungsplätzen statt.

Als erstes fällt die Ausrüstung der Rekruten auf: Alle tragen Splitterschutzwesten. In der sechsten RS-Woche wird sie allerdings noch ohne eingesetzte Schutzplatten getragen, „damit man sich an das Tragen gewöhnt“, wie Rekr Gerig erklärt. Die Splitterschutzweste wiegt ohne Schutzplatten immerhin 4.6 kg, mit Schutzplatten 10.6 kg. Die Rekruten bauen zudem ihre allgemeine körperliche Fitness auf – einerseits mit Sportlektionen, andererseits mit den Verschiebungen zu den Ausbildungsplätzen, die sie grundsätzlich zu Fuss absolvieren. Natürlich tragen sie dabei die Ausrüstung für den ganzen Tag mit sich, inklusive Sturmgewehr – bis zu 34 kg können das sein. Während dem ersten Teil der RS stehen ein 15- und ein 25-Kilometer-Marsch auf dem Programm, später (in der Verbandsausbildung) auch ein 40-Kilometer-Marsch.

 

Schiessausbildung, Fahrzeugkontrolle, Personendurchsuchung

 

Vorbereitung zur Festnahme einer verdächtigen Person (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Vorbereitung zur Festnahme einer verdächtigen Person.
Auf dem Schiessplatz werden in den Kurzdistanzboxen der Umgang mit dem Sturmgewehr und die Schiesstechnik geübt. Daneben gibt es weitere Ausbildungsplätze. Hier lernen die Rekruten, wie sie ein Fahrzeug kontrollieren müssen. Konkret heisst das: ein Fahrzeug mit Worten und Handzeichen anhalten, sich dem Fahrzeug zusammen mit einem Kameraden nähern und nach genauen verbalen Anweisungen die Ausweispapiere verlangen. Es muss überprüft werden, ob die Person im Fahrzeug passieren darf oder nicht. Diese Zutrittskontrollen können erweitert werden auf die Fahrzeugdurchsuchung oder die Personendurchsuchung. Bei der Personendurchsuchung dürfen weibliche Personen gemäss dem Reglement „Wachtdienst aller Truppen“ nur von Frauen durchsucht werden. Deshalb ist weibliches Personal bei Bewachungsaufgaben sehr wichtig.

Ein Sicherungssoldat wird auch an der Pistole ausgebildet und lernt den Umgang mit dem Reizstoff-Sprühgerät. Je nach weiterer Spezialausbildung muss er auch ein Maschinengewehr bedienen können oder lernt das Werfen von Handgranaten. Zusätzlich benutzen Sicherungssoldaten zum Beispiel Funkgeräte oder Wärmebildgeräte und Restlichtverstärker, um in der Nacht beobachten zu können. Wer Fahrer werden will, muss einen privaten Führerausweis haben und den militärischen Eignungstest bestehen.

 

"Sich als Frau durchsetzen"

 

Rekrut S. Gerig, angehender Flugplatzsoldat Sicherung. (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Rekrut S. Gerig, angehender Flugplatzsoldat Sicherung.

Rekr Gerig hat die für sie passende Funktion gewählt: Sie möchte später zur Polizei. Ihr macht auch die körperliche Beanspruchung und der Umgang mit den verschiedenen Waffen sichtlich Spass. Mit den Männern komme sie gut zurecht. Sie müsse sich aber durchsetzen, zum Beispiel wenn sie Gruppenführer sei: „Da gibt es schon Männer, die sich dagegen sträuben, auf die Anweisungen einer Frau zu hören“, erzählt sie.

Was muss denn eine Frau mitbringen, die Sicherungssoldat werden möchte? „Sie sollte sich körperlich gut vorbereiten, damit ihr das Tragen von Gepäck und das Marschieren keine Probleme bereitet", sagt Rekr Gerig. "Ausserdem darf sie nicht zimperlich sein – man liegt öfter auch mal im Dreck. Und sie muss damit rechnen, dass unter den Männern in der Inf RS der Umgangston etwas rauer ist."

 

Die Anforderungen


Für die Funktion des Flugplatzsoldaten Sicherung und des Infanterie Sicherungssoldaten muss an der Rekrutierung beim Sporttest eine gute sportliche Leistung erbracht werden. Zudem darf man aufgrund der Platzverhältnisse in den Einsatzfahrzeugen (Radschützenpanzer, Eagle) nicht über 1.90 m gross sein, muss fähig sein, weit zu marschieren, Lasten zu heben und viel zu stehen. Ein Sicherungssoldat kann seinen Dienst auch als Durchdiener leisten (300 Tage am Stück, keine Wiederholungskurse).

 

Für Fragen zu dieser Seite: Kommunikation Verteidigung
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