Rekrutierung
Sandra Christen, Praktikantin Öffentlichkeitsarbeit Verteidigung


- Die an der Rekrutierung in Sumiswald teilnehmenden Frauen warten gespannt auf den Beginn des Test Fitness Rekrutierung (TFR).
30 Frauen auf dem Weg zur Entscheidung
Rekrutierungszentrum Sumiswald, Mittwochnachmittag: Die psychologischen Tests, die medizinische Untersuchung und der Test Fitness liegen bereits hinter den 30 Frauen, die hier an der Rekrutierung teilnehmen. Eine gewisse Anspannung liegt in der Luft. Denn was für die einen schon fast klar ist, steht für die anderen noch auf der Kippe: Bin ich tauglich? Werde ich in meine Wunschfunktion eingeteilt? Will ich überhaupt unterschreiben? Die Entscheidung, sich als Frau freiwillig für den Militärdienst zu verpflichten, muss gut überlegt sein, denn sie wird das Leben der Frauen stark beeinflussen.
Zuhören, lesen und Fragebogen ausfüllen
Rekrutierungszentrum Sumiswald, Dienstagvormittag: Die jungen Frauen rücken um 11 Uhr 30 ein und bilden die Gruppe 6, eine reine Frauengruppe. Den Dienstag verbringen sie vorwiegend im Theorie- und im Computersaal. Nach der Kurzorientierung und dem Mittagessen folgen am Nachmittag die allgemeine Orientierung und die Vorstellung des Sozialdiensts der Armee.
Um 15 Uhr 15 steht ein Programmpunkt nur für die Frauen an: die Information für Frauen in der Armee (siehe Kasten). Anschliessend geht es mit der Jugendbefragung ch-x weiter, welche von den "Eidgenössische Jugendbefragungen" durchgeführt wird und keinen Einfluss auf das Resultat der Rekrutierung hat.
Vor dem Nachtessen ist der erste Teil der psychologischen Tests an der Reihe, welche von jeder Frau einzeln an einem Computer gelöst werden müssen. Beim ersten Teil handelt es sich um einen Test der geistigen Fähigkeiten und um zwei psychologische Fragebogen. Nach der kulinarischen Erholung geht es gleich weiter mit dem zweiten Teil dieser Tests, wo unter anderem ein Fragebogen zu den eigenen Interessen ausgefüllt werden muss.
Der dritte und letzte Teil der Psychologie-Tests (Merkfähigkeits- und Persönlichkeitstest sowie Test zur Führungsmotivation) wird am letzten Tag nur von denjenigen ausgefüllt, die für tauglich erklärt werden. Eine Abendtheorie beschliesst den ersten Tag.
Um 15 Uhr 15 steht ein Programmpunkt nur für die Frauen an: die Information für Frauen in der Armee (siehe Kasten). Anschliessend geht es mit der Jugendbefragung ch-x weiter, welche von den "Eidgenössische Jugendbefragungen" durchgeführt wird und keinen Einfluss auf das Resultat der Rekrutierung hat.
Vor dem Nachtessen ist der erste Teil der psychologischen Tests an der Reihe, welche von jeder Frau einzeln an einem Computer gelöst werden müssen. Beim ersten Teil handelt es sich um einen Test der geistigen Fähigkeiten und um zwei psychologische Fragebogen. Nach der kulinarischen Erholung geht es gleich weiter mit dem zweiten Teil dieser Tests, wo unter anderem ein Fragebogen zu den eigenen Interessen ausgefüllt werden muss.
Der dritte und letzte Teil der Psychologie-Tests (Merkfähigkeits- und Persönlichkeitstest sowie Test zur Führungsmotivation) wird am letzten Tag nur von denjenigen ausgefüllt, die für tauglich erklärt werden. Eine Abendtheorie beschliesst den ersten Tag.
Vom Seh- bis zum Ausdauertest
Rekrutierungszentrum Sumiswald, Mittwochmorgen: Um 7 Uhr 30 geht es mit der medizinischen Untersuchung los. Dort wird von den Augen über den Blutdruck und den Body Mass Index (BMI) bis hin zum Herzen und der Wirbelsäule alles kontrolliert, gemessen und getestet. Die medizinische Untersuchung ist neben den psychologischen Tests und dem Test Fitness Rekrutierung (TFR) eine Komponente, welche den Tauglichkeitsentscheid massgeblich mitentscheidet.


- Volle Konzentration beim Abstossen des 2 kg schweren Medizinballs am Test Fitness Rekrutierung (TFR).
Nach dem Gesundheitscheck geht es in der Turnhalle mit dem TFR weiter. Folgende Disziplinen werden dabei getestet: Standweitsprung, Medizinballstoss, Globaltest (Rumpfkrafttest), Koordination und progressiver Ausdauertest. Vorgängig haben die Frauen viel über den TFR diskutiert; die Meinungen über die einheitliche Wertetabelle für Männer und Frauen gehen auseinander. Der TFR wird von den meisten mit gemischten Gefühlen und Hochspannung erwartet. Denn häufig ist das Punkteresultat beim TFR für Frauen der entscheidende Faktor, ob sie das Anforderungsprofil ihrer Wunschfunktion erfüllen können. Dementsprechend ehrgeizig zeigen sich die Damen. Freud und Leid liegen nahe beisammen und werden auch sehr emotional zum Ausdruck gebracht. Die Frauen spornen sich gegenseitig an, damit jede ihre Topleistung zeigen kann.
Der "Augenblick der Wahrheit", das Zuteilungsgespräch mit dem stellvertretenden Kommandanten des Rekrutierungszentrums, Oberstlt Markus Steffen, erfolgt für die tauglichen Frauen erst am nächsten Tag, also am Donnerstag. Die Untauglichen werden bereits nach dem Tauglichkeitsgespräch mit dem Arzt zwischen Mittwochmittag und Donnerstagvormittag entlassen.
An dieser Rekrutierung erhielt nur eine von 30 Frauen den Untauglichkeitsentscheid. Vier weitere Frauen beschlossen, keinen Militärdienst zu leisten und zogen deshalb ihre Anmeldung für die Rekrutenschule zurück.
Der "Augenblick der Wahrheit", das Zuteilungsgespräch mit dem stellvertretenden Kommandanten des Rekrutierungszentrums, Oberstlt Markus Steffen, erfolgt für die tauglichen Frauen erst am nächsten Tag, also am Donnerstag. Die Untauglichen werden bereits nach dem Tauglichkeitsgespräch mit dem Arzt zwischen Mittwochmittag und Donnerstagvormittag entlassen.
An dieser Rekrutierung erhielt nur eine von 30 Frauen den Untauglichkeitsentscheid. Vier weitere Frauen beschlossen, keinen Militärdienst zu leisten und zogen deshalb ihre Anmeldung für die Rekrutenschule zurück.
Rekrutierung: der Anfang der Militärdienstzeit
An der auf Bundesebene organisierten Rekrutierung werden die ersten wichtigen Weichen für die militärische Laufbahn gestellt: Nach dem Tauglichkeitsentscheid werden die Stellungspflichtigen in eine geeignete Funktion eingeteilt und der Ort und das Datum des RS-Starts werden bestimmt.
Die Frauen, die im Gegensatz zu den Männern freiwillig teilnehmen, müssen sich spätestens beim Zuteilungsgespräch an der Rekrutierung definitiv entscheiden, ob sie Militärdienst leisten wollen oder nicht. Falls sie sich dafür entscheiden und die entsprechende Unterschrift leisten, wird der Militärdienst für sie obligatorisch. Mit dieser Entscheidung stellen sie sich den Männern gleich und haben von nun an in der Schweizer Armee die gleichen Rechte und Pflichten wie die Männer.
Die Frauen, die im Gegensatz zu den Männern freiwillig teilnehmen, müssen sich spätestens beim Zuteilungsgespräch an der Rekrutierung definitiv entscheiden, ob sie Militärdienst leisten wollen oder nicht. Falls sie sich dafür entscheiden und die entsprechende Unterschrift leisten, wird der Militärdienst für sie obligatorisch. Mit dieser Entscheidung stellen sie sich den Männern gleich und haben von nun an in der Schweizer Armee die gleichen Rechte und Pflichten wie die Männer.
Frauenspezifische Informationen
Frauen müssen immer zivile graue Strümpfe in den Militärdienst mitnehmen, da ihnen befohlen werden kann, den Jupe zu tragen. Es ist ihnen erlaubt, zum Jupe bis zu höchstens 6 cm hohe Absatzschuhe zu tragen. Bei den Hosen darf der Absatz 3 cm nicht überschreiten.
Diese und andere frauenspezifische Informationen erhalten die an der Rekrutierung in Sumiswald teilnehmenden Frauen von Wachtmeister Teresina Fornasier: Sie beantwortet alle brennenden Fragen und erklärt den Frauen noch einmal, ab wann der Militärdienst für sie obligatorisch wird und was genau dies für sie bedeutet.
Weitere Themen sind der TFR, Rechte und Pflichten, der Wehrpflichtersatz, die Schwangerschaft, die Betreuung von Kleinkindern und eben die Ausgangsuniform inklusive Jupe und Schuhe.
Wachtmeister Fornasier gibt den Frauen auch wertvolle Tipps mit, zum Beispiel über das Einlaufen der an der Rekrutierung gefassten Kampfstiefel oder über das Zusammenhalten der wenigen Frauen im Militärdienst. Sie warnt die Frauen davor, sich selber zu überschätzen. Sondern macht ihnen klar, dass Frauen biologisch bedingt weniger Kraft im Oberkörper und in den Armen haben als Männer. Deswegen sei es wichtig, fit zu sein und einen starken Durchhaltewillen zu haben.
Für das Gelingen meiner Reportage danke ich Oberst Markus Hui (Kommandant), Oberstlt Markus Steffen (Stv Kommandant), Lic. phil. Regula Hebeisen (Chefpsychologin) und Dr. med. Adrian Trapp (Chefarzt).
Diese und andere frauenspezifische Informationen erhalten die an der Rekrutierung in Sumiswald teilnehmenden Frauen von Wachtmeister Teresina Fornasier: Sie beantwortet alle brennenden Fragen und erklärt den Frauen noch einmal, ab wann der Militärdienst für sie obligatorisch wird und was genau dies für sie bedeutet.
Weitere Themen sind der TFR, Rechte und Pflichten, der Wehrpflichtersatz, die Schwangerschaft, die Betreuung von Kleinkindern und eben die Ausgangsuniform inklusive Jupe und Schuhe.
Wachtmeister Fornasier gibt den Frauen auch wertvolle Tipps mit, zum Beispiel über das Einlaufen der an der Rekrutierung gefassten Kampfstiefel oder über das Zusammenhalten der wenigen Frauen im Militärdienst. Sie warnt die Frauen davor, sich selber zu überschätzen. Sondern macht ihnen klar, dass Frauen biologisch bedingt weniger Kraft im Oberkörper und in den Armen haben als Männer. Deswegen sei es wichtig, fit zu sein und einen starken Durchhaltewillen zu haben.
Für das Gelingen meiner Reportage danke ich Oberst Markus Hui (Kommandant), Oberstlt Markus Steffen (Stv Kommandant), Lic. phil. Regula Hebeisen (Chefpsychologin) und Dr. med. Adrian Trapp (Chefarzt).

