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Schweizer Armee

Gleiche Fitness-Beurteilung für Mann und Frau

Den Frauen stehen heute in der Armee alle Truppengattungen offen. Es gilt der Grundsatz „Gleiche Leistung – gleiche Chancen“. Bisher gab es aber für den TFR zwei Wertetabellen, eine für die Frauen und eine für die Männer. Die Frauen erhielten für die gleiche Leistung eine deutliche bessere Beurteilung. Da die Frauen in allen Truppengattungen die gleichen minimalen körperlichen Anforderungen erfüllen müssen wie die Männer, werden sie beim TFR jetzt auch gleich beurteilt.

 

Deutliche Unterschiede


Von Frauen, die Militärdienst leisten wollen, wird damit in allen bei der Rekrutierung getesteten Disziplinen mehr verlangt. Besonders deutlich erhöhen sich die Anforderungen in den Disziplinen Standweitsprung und Medizinballstossen. Hier betrug der „Frauenbonus“ bislang bis 50 Prozent. Beispielsweise reichte es Frauen mit 1.33 Metern im Standweitsprung bisher für ein „genügend“, Männern mit 1.90 Metern. Neu müssen Frauen und Männer für ein „genügend“ 1.95 Meter erreichen. Zum Vergleich: Bisher erhielten Frauen mit einem Standweitsprung von „nur“ 1.86 Metern die Beurteilung „hervorragend“.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Disziplin Medizinballstossen: Mit 3.49 Metern reichte es den Frauen bisher für ein „genügend“, neu müssen sie den 2 Kilo schweren Medizinball für diese Bewertung 4.90 Meter weit stossen. Mit dieser Weite hätte es bisher ein „sehr gut“ gegeben.

 

Fünf Kriterien


Der TFR prüft die körperliche Leistungsfähigkeit nach fünf Kriterien:
  • Medizinballstossen: Schnellkraft der Arme
  • Standweitsprung: Schnellkraft der Beine
  • Globaler Rumpfkrafttest: Kraft der globalen Rumpfmuskulatur
  • Einbeinstand: koordinative Fähigkeiten
  • Progressiver Ausdauertest: Ausdauerleistungsfähigkeit

Beim globalen Rumpfkrafttest waren bisher 27 Punkte „genügend“, neu braucht es dazu 40 Punkte. Beim Test der Koordinationsfähigkeiten gibt es die Beurteilung „genügend“ neu für 29 Punkte (bisher 20 Punkte). Bei den beiden Ausdauertest-Varianten sieht es wie folgt aus: Beim progressiven Ausdauertest sind für ein „genügend“ 6:21 (min:s) erforderlich (bisher 4 Minuten), beim Test Ausdauer 20 Meter Pendellauf braucht es neu für ein „genügend“ 5:12 Minuten (bisher 3:22).

 

Von „ungenügend“ bis „hervorragend“


Mit der neuen, für Männer und Frauen geltenden Wertetabelle sind die Anforderungen generell leicht erhöht worden (siehe Beispiel Standweitsprung). Pro Disziplin sind maximal 25 Punkte zu erreichen. Die maximale Gesamtpunktzahl beträgt 125. Null bis 34 Punkte sind „ungenügend“, 35 bis 64 Punkte „genügend“, 65 bis 79 Punkte „gut“, 80 bis 99 Punkte „sehr gut“ und 100 bis 125 Punkte „hervorragend“. Das Sportabzeichen wird ab 80 Punkten vergeben.

Fazit: Mit der neuen Wertetabelle erhält der Grundsatz „Gleiche Leistung – gleiche Chancen“ eine für alle geltende einheitliche Beurteilungsgrundlage. Damit ist auch gelegentlich geäusserter Kritik („Du hast ja weniger leisten müssen als ich…“) der Boden entzogen. Die Anerkennung für die Leistung der Frauen gilt nun ohne Einschränkung.

 

Standweitsprung (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Standweitsprung
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