Auftrag und Einsatz KSK

Die primären Aufträge des Kommandos Spezialkräfte (KSK) beinhalten folgende Leistungen:
- Schutz und Intervention zu Gunsten der zivilen Behörden im Inland;
- Sonderaufklärung und direkte Aktionen zu Gunsten der zivilen Behörden im Inland bzw. zu Gunsten der Armeeführung (bei gesteigerter Bedrohungslage in der Schweiz);
- Nachrichtenbeschaffung, Beratung und Schutz zu Gunsten der zivilen Behörden im Ausland;
- Rettung und Rückführung von Schweizer Bürgern aus dem Ausland;
- Militärische Assistenz.
Diese Leistungen werden durch Berufs-Einsatzelemente in allen Lagen rasch und aus dem Stand erbracht. Bei anhaltender grosser Bedrohung erhöhen die Milizelemente die Durchhaltefähigkeit sowie die Leistungserbringung in den Bereichen Sonderaufklärung und direkte Aktionen.


Kompetenzen im KSK
Mit der Bildung des KSK hat die Armeeführung entschieden, spezifische Kompetenzen innerhalb einer Organisation zu zentralisieren bzw. zu bündeln. Dies betrifft die Ausbildung innerhalb der Armee, mit zivilen Kräften und Organisationseinheiten oder militärischen Kooperationspartnern.
Als Kompetenzzentrum zu Gunsten der gesamten Armee sichert das KSK den Erhalt, die Ausbildung und Weiterentwicklung von Präzisionsschiessen, Fallschirm-Sprungdienst, Survival / Leben und Überleben im Feld, Helikoptertechnik, Zutrittssprengtechnik, amphibische Infiltrationstechnik, Personenschutz und Intervention.
Da einige dieser Kompetenzen auch in anderen Teilen der Armee ausgebildet und angewandt werden, ist eine Präzisierung bzw. Abgrenzung nötig:
Präzisionsschiessen
Das KSK hat die Kompetenz für die Ausbildung sämtlicher Angehöriger des KSK, Miliz- wie Berufselemente, in den Verfahren, Techniken und Taktiken mit den Waffensystemen Scharfschützengewehr 8,6 mm und Präzisionsgewehr 12,7 mm. Zusätzlich bildet es alle Berufsmilitärs der Armee an den gleichen Waffensystemen aus. Das Heer hat die Kompetenz, sämtliche Angehörige seiner unterstellten Organisationseinheiten in den Verfahren, Techniken und Taktiken mit dem Waffensystem Scharfschützengewehr 8,6 mm auszubilden.
Survival / Leben und Überleben im Feld
Die Kompetenz des KSK im Bereich Survival bezieht sich auf alle Verfahren, Techniken und Taktiken, welche durch Angehörige des Heeres und des KSK angewandt werden. Diese Verfahren ermöglichen mit rudimentären Mitteln ein unentdecktes Überleben über einen längeren Zeitraum ohne Unterstützung durch Dritte. In Abgrenzung dazu bildet die Luftwaffe ihre Piloten im Bereich Survival aus. Dies beinhaltet unter anderem Notabsprünge und Sprünge ins Wasser. Das KSK unterstützt die Survivalausbildung der Luftwaffe bei Bedarf im Bereich Überleben am Boden, respektive nach einem Absprung.
Helikoptertechnik
Der Begriff Helikoptertechnik bezieht sich auf alle Techniken in Bezug auf luftgestützte Absetz- und Aufnahmeverfahren mittels Seilen mit Helikoptern oder Transporthelikoptern. Das KSK besitzt die Kompetenz in der Ausbildung, Prüfung und Zertifizierung aller militärischen wie auch zivilen Organisationseinheiten an militärischen Helikoptern mit Seil, Ableittau oder Extraktionsseil. Die Luftwaffe ist Vorgabestelle für sämtliche Sicherheitsvorschriften in der Anwendung dieser Techniken bzw. der fachgerechten Montage dieser Seilsysteme in den Lufttransportmitteln.
Zutrittssprengtechnik
Sämtliche Grundlagen für das Sprengen in der Armee gibt der Lehrverband Genie / Rettung (LVb G / Rttg) vor. Die spezifischen Fachverantwortungen für Sprengungen sind auf das Kommando des Ausbildungszentrums Heer (Kdo AZH), das Kompetenzzentrum Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung (Komp Zen ABC-KAMIR), das Kompetenzzentrum Gebirgsdienst (Komp Zen Geb D) und das KSK verteilt. Das KSK hat die Kompetenz für die Ausbildung und Zertifizierung der Anwender, Ausbilder/Übungsleiter und des Instruktionspersonals in folgenden Sprengtechniken:
Amphibische Infiltrationstechnik
Der Lehrverband Genie / Rettung (LVb G / Rttg) ist Vorgabe-, Ausbildungs- und Zertifizierungsstelle für sämtliches Arbeiten am, im und unter Wasser. Dies beinhaltet auch die technische Ausbildung von Bootsführern und Tauchern mit Sauerstoffflaschen. Die Kompetenz des KSK liegt in der Ausbildung und Zertifizierung sämtlicher amphibischer Infiltrationstechniken im taktischen Rahmen (Schwimmen, Schlauchboot, Kajak, andere Boote) sowie im gefechtstechnischen Tauchen mit Sauerstoff-Kreislaufgeräten.
Personenschutz
Im Bereich der Personenschutztechniken ist das KSK die Ausbildungs- und Vorgabestelle für Profis und Miliz sämtlicher Verbände exklusive des Schutzdetachements Bundesrat (SDBR).
Im Rahmen der Ausbildungskooperation und -koordination arbeiten die militärpolizeilichen Elemente des KSK eng und regelmässig mit dem SDBR zusammen. Die verschiedenen Einsatzverfahren und Erfahrungen werden dabei laufend aufeinander abgestimmt und gegenseitig ergänzt.
Im Personenschutz resultieren folgende Vorgabe- und Schnittstellen:
Nahschutz:
- SDBR mit ziviler Polizei/Bundessicherheitsdienst für den Nahschutz im Inland, Schnittstelle zu KSK via MP Spez Det;
- KSK für den Nahschutz im Ausland/Krisengebiet, Schnittstelle zu SDBR via MP Spez Det.
Intervention
Das KSK ist Ausbildungs- und Vorgabestelle für Profis und Miliz sämtlicher Verbände (z. B. in der Militärpolizei) im Bereich von Interventions- und speziellen Einsatztechniken wie Amok-Sofortaktionstechniken, Zugriffstechniken und weiteren Techniken bei erhöhter Gefährdung.