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Schweizer Armee

Regionale Militärische Kooperation (RMK)

Aufgaben

Die Regionale Militärische Kooperation (RMK) ist Bestandteil der Defence Diplomacy. Damit trägt die RMK dazu bei, ausländische Streitkräfte, die sich aufgrund von Konflikten oder anderer Krisen in der Konfliktnachsorge, der (Re-)Konstruktion rechtstaatlicher Strukturen oder der Transitionsphase befinden, nachhaltig zu unterstützen. Dies erfolgt mittels Expertise, Ausbildung sowie materieller und finanzieller Unterstützung in den Bereichen Abrüstungshilfe, Aufbau von verlässlichen, demokratisch kontrollierten Sicherheitsinstitutionen sowie der Schaffung eigener Kapazitäten der Friedensförderung. Diese Stabilisierungsmassnahmen umfassen nicht die eigentlichen Friedenserhaltenden Operationen, sondern laufen für gewöhnlich parallel und komplementär zu internationalen militärischen Einsätzen ab.

Aktionsfelder

Die RMK leistet mit Unterstützungsprojekten einen Beitrag zum Statebuilding, d.h. zum Wiederaufbau von Staaten und staatlichen Strukturen nach bestimmten international anerkannten Kriterien. Seit dem Ende des Kalten Kriegs stellen so genannte schwache und zerfallen(d)e Staaten eines der zentralen Probleme für die internationale Ordnung dar. Solche Staaten durch verschiedene zivile und militärische Formen der Stabilitäts- und Sicherheitsförderung zu stärken ist eine Aufgabe, die für die internationale Sicherheit in der nächsten Zeit entscheidend sein wird.

Die Stabilitätsförderung solcher, von Krisen geschüttelter und im strategischen Interessenraum der Schweiz angesiedelter Staaten spielt die Reform des jeweiligen Sicherheitssektors, das heisst der Aufbau von sicherheitspolitischen Kapazitäten mittels gezielter Ausbildung und Beratung von Entscheidungsträgern und Fachkräften, eine zentrale Rolle. Denn kann ein Staat nicht die Sicherheit seiner Bürger garantieren, erfährt er auch keine Stabilität und erst recht keine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.

Das Ziel dieses sicherheitspolitischen Capacity Building, also dem Aufbau und der Stärkung von landeseignen Institutionen und Kapazitäten, besteht darin, in den besagten Ländern stabile, rechtstaatliche Strukturen und Institutionen im Sicherheitssektor zu schaffen. Die betreffenden Länder sollen dadurch befähigt werden, selbständig den sicherheitspolitischen Herausforderungen in einer globalisierten, interdependenten Welt begegnen zu können und somit auch zu einer regionalen wie internationalen Sicherheit beizutragen.

Laufende Projekte

Derzeit laufen unterschiedliche Programme zum gezielten Kapazitätsaufbau von Streitkräften und zur Unterstützung regionaler Ausbildungszentren:

  • Bedingt durch die geographische Nähe sowie durch historische Gründe wurden die ersten RMK-Projekte im Westbalkan durchgeführt.
    Nachdem die Schweizer Armee zwischen 2002 und 2005 das Peace Support Operation Training Centre (PSOTC) in Sarajewo (Bosnien und Herzegowina) mit zwei abkommandierten Berufsoffizieren unterstützt hat, wird diese Unterstützung zurzeit mit einem Beitrag an dessen Gesamtbudget fortgeführt. Dies trägt zum Aufbau von Kapazitäten im Bereich der regionalen Friedensförderung.

    Seit Jahren führt das Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee in Albanien einen "Regional Mountain Search and Rescue Course" durch. Des Weiteren wurde Albanien durch die Beteiligung am PfP Trust Fund bei der Vernichtung von Kleinwaffen und Kleinwaffenmunition, beim Aufbau eines technischen Labors zur Analyse der Munitionsstabilität und bei der Priorisierung der zu vernichtenden Bestände sowie mit verschiedenen logistischen Leistungen unterstützt.

 

  • In der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien fördert die RMK den Aufbau eines medizinischen Ausbildungszentrums. Dadurch wird der Aufbau regionaler Expertise und Kompetenzen ermöglicht.

 

  • Auch im Kaukasus unterstützt die RMK die Zerstörung von überschüssigen Waffen- und Munitionsbeständen im Rahmen von PfP-Treuhandfonds. Dadurch wird im Rahmen solcher Abrüstungszusammenarbeit zur Konfliktprävention und insbesondere Konfliktnachsorge beigetragen.

 

  • Afrika hat für die RMK in letzter Zeit markant an Bedeutung gewonnen. Hier ist vor allem das interdepartementale Pilotprojekt (EDA und VBS) im Südsudan zu nennen. Es zielt darauf ab die Transformation der südsudanesischen Volksbefreiungsarmee in eine reguläre, an nationale wie völkerrechtliche Bestimmungen gebundene Streitkraft zu unterstützen. Seit April 2008 wird daher die Militärakademie vor Ort mit Beratung und der Ausbildung durch Experten des VBS in ausgewählten Schwerpunktfächern wie dem Kriegsvölkerrecht unterstützt. Zudem ist in Akkra (Ghana) ein Stabsoffizier als Kursdirektor am Kofi Annan International Peacekeeping Training Center im Einsatz und in Bamako (Mali) wird die Ecole de Maintien de la Paix finanziell unterstützt.

 

  • In Afghanistan unterstützt die Armee mit der gezielten Lieferung von ausserdienstgestelltem Material (NB: keine Waffen, keine Munition, keine Uniformen und keine Übermittlungsgeräte) den Aufbau staatlicher Strukturen und der afghanischen Armee. 
Munition

Beitrag zur Sicherheit und Mehrwert für die Armee

Die Unterstützungsprojekte der RMK tragen zeitgerecht und zielgerichtet zur Konfliktprävention bzw. Konfliktnachsorge in Krisenregionen bei und sind damit sichtbare und anerkannte Beiträge zur internationalen Sicherheit und Stabilität.


Wiederaufbauprozesse in zerfallenden Staaten erfordern eine zivil-militärische Zusammenarbeit. Die Schweizer Armee bringt aufgrund ihres Milizcharakters dazu die besten Voraussetzungen und Kompetenzen mit und kann dadurch den multifunktionalen Anforderungen in den Bereichen des Wiederaufbaus und der Friedensförderung gerecht werden.


Die Projekte der RMK ermöglichen für die Schweizer Armee und ihr (Berufs-) Personal einen internationalen Erfahrungsgewinn. Die Beteiligung an Unterstützungs- und Wiederaufbauprojekten erhöht einerseits die Expertenkompetenz und führt andererseits zum Know-how-Rückfluss und zu verbessertem Beurteilungsvermögen militärisch-technischer Prozesse.

Für Fragen zu dieser Seite: Kommunikation Verteidigung
Zuletzt aktualisiert am: 10.11.2011
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+41 31 325 30 40 (Fax)

E-mail: RMK.ASTAB@vtg.admin.ch

 

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