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Schweizer Armee

Humanitäre Minenräumung (HMR)

Die Vision der Schweiz

Die Suche nach Blindgängern in einem Reisfeld in Laos dient neben der Sicherheit auch den wirtschaftlichen Perspektiven der ansässigen Bevölkerung.

Noch immer ist die Bevölkerung in über einem Viertel aller Staaten der Welt der Gefahr durch Personenminen und explosive Kriegsmunitionsrückstände ausgesetzt. Da diese Waffen auch nach Kriegsende noch jahrelang aktiv bleiben, schränken sie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der betroffenen Bevölkerung stark ein und verursachen dadurch auch heute noch Tausende von Opfern. Zivile wie militärische Friedensförderung werden durch Minen und Blindgänger ebenso behindert.

 

Die Schweiz strebt langfristig eine Welt an, in der keine Menschen mehr Opfer von Personenminen oder explosiven Kriegsmunitionsrückständen werden und in der eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung möglich ist, welche die Bedürfnisse der Betroffenen decken kann. In den Jahren 2008 bis 2011 will die Schweiz einen substantiellen Beitrag zur Verwirklichung dieser Vision leisten.
Konkret umfasst das internationale Engagement sowohl politische und diplomatische Aktivitäten als auch finanzielle, personelle und materielle Beiträge an Räumungsprogramme weltweit. Die Schweizer Armee leistet hier einen wertvollen Beitrag.

Das Übereinkommen über das Verbot von Personenminen

Als einer der ersten Staaten hat die Schweiz am 3. Dezember 1997 die Konvention über das Verbot des Einsatzes, der Lagerung, der Herstellung und der Weitergabe von Anti-Personenminen und über deren Vernichtung (Ottawa-Konvention) unterzeichnet und am 24. März 1998 ratifiziert.

Inzwischen ist der Vertrag von 156 Regierungen unterzeichnet worden (Stand: März 2009).

Die Konvention verbietet den Vertragsstaaten den Gebrauch, die Lagerung, die Herstellung und den Transfer von Personenminen und verlangt die Zerstörung der Lagerbestände innerhalb von vier Jahren nach der Ratifikation. Zudem müssen innerhalb von zehn Jahren nach der Ratifikation im Hoheitsgebiet des Vertragsstaates alle Personenminen geräumt sein.

Das besondere an der Ottawa-Konvention besteht darin, dass die Vertragsstaaten sich verpflichten, sich gegenseitig zu unterstützen. Vor allem geht es darum, die betroffenen Länder bei ihren Bemühungen zu unterstützen, verminte Gebiete zu räumen, Unfällen vorzubeugen und Opfern zu helfen.

Konvention gegen Streubomben

Streumunition aus dem Vietnamkrieg in Laos: Noch liegen Millionen dieser Bomblets im Land verstreut.
Daneben stellt auch die Schaffung der Konvention über Streumunition - der sogenannten Oslo-Konvention - und deren Unterzeichnung durch die Schweiz im Dezember 2008 eine wichtige rechtliche Entwicklung für die humanitäre Minenräumung dar: Mit dem umfassenden Produktions-, Transfer-, Lagerungs- und Einsatzverbot von Streumunition sollen präventiv die humanitären Konsequenzen von explosiven Kriegsmittelrückständen abgewandt werden.

Die Strategie des Bundes als Leitlinie

Als Leitlinie für die Aktivitäten der Schweiz dient die Strategie des Bundes in der humanitären Minenräumung

Mit der Strategie des Bundes in der humanitären Minenräumung für die Jahre 2008 - 2011 wurden die Schwergewichte des Schweizer Beitrages festgelegt.

Neben den Massnahmen zur Durchsetzung des umfassenden Verbotes von Personenminen und anderer Vertragstexte stehen auch Bereiche wie die Hilfe für die Opfer und deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft im Fokus der Schweizer Aktivitäten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Integration der humanitären Minenräumung in die Entwicklungszusammenarbeit. Hier finanzierte die Schweiz Projekte in Laos und Bosnien und Herzegowina.

Mit der Übernahme des Vorsitzes der 9. Konferenz der Vertragsstaaten der Ottawa Konvention im November 2008 konnte die Schweiz viel zur Wahrung der Glaubwürdigkeit des Übereinkommens beitragen.

Interdepartementale Koordination

Seit gut zehn Jahren praktiziert die Schweiz in der Bundesverwaltung eine Arbeitsteilung in der humanitären Minenräumung. Während das Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) die operationellen Tätigkeiten interdepartemental aufeinander abstimmt, wird die Strategie auf politischer Ebene unter der Federführung des Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) umgesetzt. Damit ist einerseits ein effizienter Einsatz der Ressourcen gewährleistet und andererseits treten die verschiedenen Verwaltungseinheiten gegenüber Partnern und der Öffentlichkeit als Einheit auf.
Für Fragen zu dieser Seite: Kommunikation Verteidigung
Zuletzt aktualisiert am: 20.12.2011
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