SWISSINT Stans
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1. Seit Oktober 1999 beteiligt sich die Schweizer Armee mit der SWISSCOY – für Swiss Company – an der internationalen friedensunterstützenden Mission Kosovo Force (KFOR) in Kosovo. Die SWISSCOY setzt sich aus bis zu 235 freiwilligen zum Selbstschutz mit Pistole, Sturmgewehr und Reizstoffsprühgerät (RSG) bewaffneten Angehörigen der Armee zusammen.
2. Der Einsatz der SWISSCOY geht auf den Bundesratsentscheid vom 23. Juni 1999 zurück, sich militärisch, basierend auf der UN-Resolution 1244, an der KFOR zu beteiligen. Das Parlament hat im Frühling 2011 einer erneuten Verlängerung des Mandats bis Ende 2014 zugestimmt. Zusätzlich ermöglicht das Mandat eine temporäre Aufstockung des Bestandes um 80 Personen für maximal 1 Jahr, die vom Bundesrat genehmigt werden muss. Als Nationaler Schweizer Befehlshaber (NCC) im Einsatzraum (Kosovo) amtet zur Zeit Oberst i GST Daniel Schlup.
3. Die positive Entwicklung der Sicherheitslage im Kosovo führt zu Veränderungen in den Strukturen der KFOR und zu einem schrittweisen Abbau der Anzahl Sicherungselemente. Stand zu Anfang der Mission noch Nothilfe und Wiederaufbau nach dem Krieg im Mittelpunkt, geht es heute um die Überwachung der Entwicklung des Landes. Um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden, übernimmt die SWISSCOY neue Aufgaben.
4. Per 1. Januar 2012 hat ein Schweizer Oberst das Kommando des Joint Regional Detachment North (JRD North) übernommen und untersteht direkt dem Kommandanten der KFOR. Nach vorgängigem Bundesratsbeschluss vom 31. August 2011 wird die Schweiz damit erstmals ein militärisches Kommando in einem internationalen Einsatz führen. Mit diesem Bundesratsbeschluss wurde zusätzlich der SWISSCOY-Bestand von 220 auf 235 erhöht. Diese Erhöhung erfolgt im Rahmen der möglichen temporären Aufstockung von 80 Personen.
5. Das Budget beträgt neu ab 01. Januar 2012 49.525 Millionen Franken. Der im Frühling 2012 geplante Camp-Umzug sowie die personelle Aufstockung machten eine Erhöhung des Budgets erforderlich.
6. Ebenfalls neue Elemente sind seit April 2010 das EOD Team (Explosive Ordnance Disposal = Kampfmittelbeseitigung) sowie die Liaison and Monitoring Teams (LMT). Die Aufgabe der LMTs besteht darin, durch Gespräche mit der Bevölkerung und den Behörden Informationen zu sammeln und dem Kommandanten der KFOR weiterzuleiten, der diese Meldungen unter anderem als Basis für operationelle Entscheide nutzt. Ein lokaler Übersetzer begleitet die LMTs stets. Die anfänglichen zwei LMTs wurden bis November 2010 auf vier aufgestockt. Zwei LMTs befinden sich im Süden und sind in Privathäusern in Malishevo und Prizren untergebracht. Zwei weitere LMTs sind im Norden im Camp Novo Selo, südlich von Mitrovica stationiert, und operieren in verschiedenen zugewiesenen Räumen.
7. Die SWISSCOY erfüllt gemäss Mandat sowohl multinationale wie auch nationale Aufgaben. Der grössere Teil der SWISSCOY erbringt mit den unten aufgelisteten Elementen Leistungen im multinationalen Rahmen und ist dafür zur operationellen Zusammenarbeit anderen KFOR-Organisationseinheiten zugewiesen:
- Infanterie-Zug, der sich an der Camp Bewachung sowie an allgemeinen Sicherungs- und Überwachungsaufgaben im Verbund mit den österreichischen Soldaten im gesamten Verantwortungsbereich der KFOR beteiligt.
- Transportzug mit Spezialfahrzeugen
- Genie-Zug, der für allgemeine Bauvorhaben der KFOR zuständig ist.
- Liaison and Monitoring Teams (LMTs) an vier Standorten.
- Stabsoffiziere auf Stufe HQ KFOR und Joint Regional Detachement (JRD).
- Internationale Militärpolizei (IMP).
- Explosive Ordnance Disposal Team (EOD).
- Medical Team, das unter der Führung des Einsatzlazaretts (ELAZ) steht.
- Luftwaffen-Detachement, das über einen Helikopter vom Typ Super Puma verfügt. Das Luftwaffen-Detachement ist neu dem KFOR Hauptquartier zugewiesen und im Camp Bondsteel stationiert.
8. Der andere Teil der SWISSCOY ist dem Schweizer Nationalen Befehlshaber (NCC) direkt unterstellt und erfüllt sowohl rein nationale wie auch binationale Aufträge aufgrund einer technischen Vereinbarung mit Partnern. Darunter fallen der Stab NCC, le Support Element (NSE) für Nachschub- und Rückschub-Aufgaben sowie die Supportkompanie. Eine gut organisierte und effizient arbeitende Supportkompanie ist erforderlich, um die Leistungen der operationellen SWISSCOY-Elemente zu ermöglichen. Sie erfüllt wichtige Dienstleistungen für das gemeinsame Camp-Leben wie Camp-Unterhalt, Wasseraufbereitung und -verteilung, Verpflegung und medizinische Unterstützung.
Rein nationale logistische Leistungen, Kontingentsorganisation sowie das Personal- und Disziplinarstrafwesen befinden sich ausschliesslich unter Kontrolle des NCC und damit der Schweiz.
9. Die Schweizer sind zusammen mit den österreichischen Soldaten (AUNE) im Camp Casablanca stationiert, das sich auf dem Gelände einer ehemaligen Gummifabrik bei Suva Reka (zwischen Prizren und Pristina) befindet.

