SWISSINT Stans
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1. Das Kompetenzzentrum SWISSINT ist als vorgesetzte nationale Kommandostelle für Planung, Bereitstellung und Führung aller schweizerischen militärischen Kontingente und Einzelpersonen im friedensfördernden Auslandeinsatz verantwortlich. Es ist dem Chef des Führungsstabes der Armee unterstellt.
2. Die Schweizer Armee beteiligt sich seit 1953 an friedenserhaltenden Missionen. Aktuell leisten insgesamt 299 Frauen und Männer im Rang vom einfachen Soldaten bis zum Divisionär in 17 Ländern auf 4 Kontinenten einen Beitrag zum Frieden. Die grosse Mehrheit setzt sich aus Milizangehörigen zusammen.
3. Die Geburtsstunde der schweizerischen militärischen Friedensförderung war 1953, als der Bundesrat 146 bewaffnete Armeeangehörige nach Korea schickte, um sich an den beiden Kommissionen NNRC (neutrale Heimschaffungskommission für Kriegsgefangene) und NNSC (neutrale Überwachungskommission für den Waffenstillstand zwischen den beiden Korea) zu beteiligen. Die NNRC stellte ihre Tätigkeit Ende Februar 1954 wieder ein, da sie ihre Aufgabe, die Durchführung und Beendigung des Gefangenenaustausches, erfüllt hatte. Die NNSC besteht noch heute, allerdings mit verändertem Mandat. Sie wird von der Schweizer Armee mit fünf Offiziere in Panmunjom unterstützt.
4. Unbewaffnete Militärbeobachtereinsätze der Schweiz gibt es seit 1990. Zur Zeit befinden sich 18 Schweizer Offiziere ab Rang eines Hauptmannes in der UNTSO
(Naher Osten, 10), MONUSCO
(DR Kongo, 3), BNUB
(Burundi, 1), UNMISS
(Südsudan, 3) und UNSMIS (UN Supervision Mission in Syria, 1). Als verlängerter Arm des UNO-Sicherheitsrates vor Ort leisten sie in diesen Konfliktzonen einen wichtigen Beitrag für den Frieden.
5. Weiter engagiert sich die Schweizer Armee seit 1999 mit der SWISSCOY an der Kosovo-Friedensmission KFOR
, basierend auf der UNO-Resolution 1244 und dem Bundesratsbeschluss vom 23. Juni 1999. Das Mandat wurde vom Parlament bis Ende 2014 befristet. Aktuell setzt sich die SWISSCOY aus 219 zum Selbstschutz bewaffneten Freiwilligen zusammen und umfasst unter anderem folgende Elemente: Supportkompanie (nationale logistische Aufgaben und binationale Dienstleistungen), vier LMT (Liaison and Monitoring Team), ein Infanteriezug (Camp Bewachung, allgemeine Sicherungs- und Überwachungsaufgaben), ein Transportzug (multinational), ein Genie-Zug (allgemeine Bauvorhaben der KFOR), Militärpolizei (multi- und national) sowie ein EOD-Team (Kampfmittelbeseitigung). Zusätzlich steht im Kosovo ein Lufttransport-Detachement im Einsatz, das über zwei Helikopter verfügt, wobei einer als technische Reserve dient. Zusätzlich befinden sich wegen des Camp-Umzugs 24 weitere Militärangehörige vor Ort.
6. Im Bereich humanitäre Minenräumung
kommen in Somaliland & Puntland (1), Südsudan (2), in der Westsahara (1) und in der Demokratischen Republik Kongo (4) Schweizer in verschiedenen Funktionen zum Einsatz. Beispielsweise als Berater in den Bereichen Administration, Finanzen, Logistik und Technik oder als IMSMA
Spezialist. In New York befindet sich ein Schweizer Offizier als Operations Assistant in UNOPS (UN Office for Project Services).
Weitere Offiziere arbeiten als Chef "Situation Center“ in der Operationszentrale der OSZE
(Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Wien (1), als Kursdirektor und Ausbildungschef im KAIPTC
(Kofi Annan International Peacekeeping Training Center) in Ghana (2) sowie als Chef Kontaktteam und Chef Ausbildung in der SSR
(Security Sector Reform) im Südsudan (2).
7. Seit Anfang November 2004 beteiligt sich die Schweiz an der Mission EUFOR ALTHEA
in Bosnien-Herzegowina. Zurzeit bilden 16 Offiziere und Unteroffiziere zwei so genannte Beobachtungs- und Verbindungsteams (LOT) in Mostar und Trebinje. Weiter sind vier Stabsoffiziere im Regional Coordination Center South und im Hauptquartier EUFOR im Camp Butmir in Sarajewo tätig. Im Juni 2011 wurde das Schweizer Engagement in der EUFOR um ein sogenanntes „Mobile Training Team“ (MTT) aufgestockt. 6 Kleinwaffen-, Munitions- und Sprachexperten bilden im Rahmen eines multinationalen Expertenteams die Streitkräfte von Bosnien-Herzegowina in der Bewirtschaftung von Munitions- und Waffenlagern aus. Sie sind jeweils für zeitlich begrenzte, spezifische Ausbildungssequenzen vor Ort.
8. In der Vergangenheit hatte sich die Schweiz in zahlreichen Friedensmissionen der UNO engagiert. Die wichtigsten werden unten aufgeführt, eine detaillierte Liste mit sämtlichen Missionen mit Schweizer Beteiligung kann per E-Mail angefordert werden.
Ein Novum in der Schweizer Armee bildeten die Medical Units, die Ende der 80er Jahre in Afrika zum Einsatz kamen:
• 1989/90 in Namibia mit durchschnittlich 150 Schweizern für die United Nations Transition Assistance Group (UNTAG)
• 1991-94 in der West-Sahara mit bis zu 80 Schweizern für die Mission des Nations Unies pour le Referendum au Sahara Occidental (MINURSO)
Von März 1995 bis Oktober 1998 waren zwei Ärzte und ein medizinischer Assistent sowie drei Militärbeobachter in Tadschikistan für die UNMOT
tätig.
Weiter unterstützten die durchschnittlich 55 unbewaffneten Gelbmützen der Swiss Headquarters Support Unit (SHQSU) die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Bosnien-Herzegowina
von 1996 bis 2000 bei Land- und Lufttransporten, Fahrzeugunterhalt, Postdienst und medizinischer Beratung.
Für die Kosovo Verification Mission (KVM
) der OSZE stellte das VBS vom Dezember 1998 bis März 1999 26 Männer und Frauen zur Verfügung.
In Afghanistan standen von März 2003 bis Februar 2008 bis maximal vier Angehörige der Armee für die ISAF (International Security Assistance Force) im Einsatz.
An den Missionen UNPROFOR
(UN Protection Force, Ex-Jugoslawien), UNPREDEP
(UN Preventive Deployment Force, Ex-Jugoslawien), UNMOP
(UN Mission of Observers in Prevlaka, Kroatien), UNMEE (UN Mission in Ethiopia and Eritrea), UNOMIG (UN Oberserver Mission in Georgia) und UNMIN (UN Mission in Nepal) beteiligte sich die Schweizer Armee mit Militärbeobachtern.

