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Schweizer Armee

Einsatzbilanz 2009

Weniger Diensttage in Einsätzen

Militärpolizist und Polizistin auf Fusspatrouille
Nach einem Systemwechsel bei "AMBA CENTRO" kommen kaum mehr WK-Formationen, sondern Profis von Polizei und Militärischer Sicherheit bei der Botschaftsbewachung zum Einsatz. (Bild: ZEM / Thomas Cunz)

Die Schweizer Armee hat im 2009 in Einsätzen 387'677 Diensttage geleistet. Damit ist die Zahl der in Einsätzen geleisteten Diensttagen so tief wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der Hauptgrund ist der deutliche Rückgang der Anzahl Diensttage für den Schutz ausländischer Vertretungen. Dies aufgrund der Verlagerung von den Miliz- zu den Profitruppen der Militärischen Sicherheit. Dieser Einsatz macht jedoch weiterhin über 40% aller in Einsätzen geleisteten Diensttage aus.

Für die Schweizer Armee war das Jahr 2009 in Bezug auf die Einsätze ein ruhiges Jahr. Die Bilanz der Armee ist erneut positiv. Es konnten alle geforderten Leistungen zur vollen Zufriedenheit der Leistungsbezüger erbracht werden, und es sind keine nennenswerten Zwischenfälle zu verzeichnen. Die Diensttage bei den subsidiären Sicherungseinsätzen machen – wie schon in den Vorjahren – über 70% aller Einsatzleistungen aus. 24% entfallen auf die friedensfördernden Einsätze im Ausland, 5% auf Unterstützungseinsätze und 1% auf Katastrophenhilfe. Pro Tag standen durchschnittlich 1062 Soldatinnen und Soldaten (Vorjahr: 1502) im Einsatz, davon 263 im Ausland (Vorjahr: 274).

Insgesamt wurden in Einsätzen 387'677 Diensttage (Vorjahr: 548'317) geleistet. Damit sind die Leistungen gegenüber dem Vorjahr um fast 30% zurückgegangen. Dieser Rückgang ist primär auf den Einsatz im 2008 zu Gunsten der EURO 08 zurückzuführen. Doch selbst ohne Einbezug der EURO 08 sind die Leistungen um etwa 10% zurückgegangen. Sie sind damit so tief wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der Hauptgrund für diesen Rückgang ist auf einen Systemwechsel – von der Miliz zu den Profis – beim Schutz ausländischer Vertretungen ("AMBA CENTRO") zurückzuführen.

Mit 80% (Vorjahr: 87%) wurde der Hauptteil der Diensttage in Einsätzen weiterhin von Miliztruppen geleistet. Die andern 20% wurden von der Berufskomponente erbracht. Die Diensttage der Miliztruppen teilen sich auf 69% WK-Verbände und 11% Durchdiener auf. Der Rückgang von 7% ist ebenfalls auf den Systemwechsel im Einsatz "AMBA CENTRO" zurückzuführen. Entsprechend haben die Leistungen der Durchdiener in Einsätzen um mehr als 10'000 auf 44'005 Dienstage abgenommen und jene der Militärischen Sicherheit (Mil Sich) um rund 4000 auf 62'903 Diensttage zugenommen. Die Diensttage der Mil Sich machen somit 16% aller Einsatzleistungen (Vorjahr: 11%) aus. Weitere 4% wurden durch Berufspersonal der Luftwaffe, der Logistikbasis der Armee, sowie durch Zivilangestellte in Auslandeinsätzen geleistet. Nicht eingerechnet sind die Diensttage der Luftwaffe zugunsten des Grenzwachtkorps (GWK), der Polizei, der Rega und des Lufttransportdienstes des Bundes.

 

Polizist und Militärpolizist vor Polizeiauto (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Systemwechsel bei "AMBA CENTRO"
Subsidiäre Sicherungseinsätze: Das Schwergewicht der erbrachten Diensttage lag mit 70% (Vorjahr 78%) – wie bereits in den Vorjahren – bei den subsidiären Sicherungseinsätzen. In fünf verschiedenen Sicherungseinsätzen wurden insgesamt 271'876 Einsatztage (Vorjahr: 429'988) geleistet. "AMBA CENTRO": Mit 159'848 Diensttagen (Vorjahr: 202'567) sind die Leistungen bei diesem Einsatz infolge des Systemwechsels – statt primär WK-Verbände und Durchdiener neu Angehörige der Mil Sich und Durchdiener – um über 20% zurückgegangen. Die Diensttage bei diesem Einsatz machen jedoch weiterhin rund 40% aller Einsatzleistungen der Armee aus. Durch diesen Systemwechsel müssen bei gleichem Leistungsumfang deutlich weniger Einsatztage geleistet werden, gleichzeitig sind dafür die Kosten für Transporte, Verpflegung und Unterkünfte etc. deutlich gestiegen. "ALPA ECO NOVE": Beim 39. World Economic Forum in Davos wurden mit 71'044 Diensttagen (Vorjahr: 61'422) fast 10'000 Diensttage mehr geleistet als im Vorjahr. Diese Mehrleistungen sind auf ein angepasstes Verfahren bei der Erhebung von Leistungen der Luftwaffe auf den Flugplätzen zurückzuführen. "LITHOS": Mit 37'434 Diensttagen (Vorjahr: 36'778) blieb der Leistungsumfang zur Verstärkung des Grenzwachtkorps praktisch unverändert. Pro Tag standen durchschnittlich 102 Angehörige der Mil Sich im Einsatz. "TIGER/FOX": Die Leistungen zu Gunsten der Flugsicherheitsmassnahmen im Luftverkehr entsprechen mit 3084 Diensttagen (Vorjahr: 2756) ebenfalls etwa den Leistungen des Vorjahres. "SUWOROW": Hinzu kommt ein Einsatz zur Unterstützung der Kantone Uri und Schwyz bei den Sicherheitsmassnahmen im Rahmen des Staatsbesuches des russischen Staatspräsidenten im September. Dabei wurden 466 Diensttage geleistet.

 

Retter vor Trümmern in Indonesien (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Einsatz der Rettungskette Schweiz nach dem Erdbeben in Indonesien
Katastrophenhilfe: Im Rahmen der Katastrophenhilfe hat die Armee 2009 insgesamt 430 Diensttage (Vorjahr: null) geleistet. Im September haben Angehörige des Katastrophenhilfe-Bereitschaftsverbandes die Feuerwehr in Lausanne bei der Bekämpfung eines Grossbrandes in einem Archivgebäude unterstützt. Sie haben eine zirka 1,4 Kilometer lange Wasserleitung vom Lac Léman bis zum Brandplatz aufgebaut und betrieben. Im Oktober haben rund 50 Angehörige der Armee im Rahmen eines Einsatzes der Rettungskette Schweiz bei einem Erdbeben an der Westküste Sumatras 350 Diensttage geleistet. Bei diesem Erdbeben der Stärke 7,6 kamen über 1000 Menschen ums Leben.

 

Unterstützungseinsätze: Bei den Unterstützungseinsätzen haben die Leistungen gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich um 6% auf 19'528 Dienstage zugenommen. Diese Zunahme ist primär auf den Einsatz im Rahmen der Massnahmen zur Bekämpfung der pandemischen Grippe A H1N1 zurückzuführen. Dabei hat die Armee zur Prävention und Bewältigung der Grippe nebst umfangreichen Leistungen der Armeeapotheke mit Spezialisten der Sanität beim Aufbau und Betrieb von Impfzentren insgesamt 1512 Diensttage geleistet. Mit 16'760 Diensttagen (Vorjahr: 17'975) wurde der Hauptanteil der Unterstützungsleistungen im Rahmen der "Verordnung über den Einsatz militärischer Mittel für zivile und ausserdienstliche Tätigkeiten" (VEMZ) geleistet. Dabei hat die Armee 35 geplante sowie diverse kleine Einsätze in einem vereinfachten Verfahren in der Kompetenz der vier Territorialregionen geleistet. Die acht grössten Sportanlässe machen mit 12'390 Diensttagen 74% aller VEMZ-Leistungen aus. Weiter wurden bei den Unterstützungseinsätzen diverse kleinere Einsätze mit Ehrenformationen bei Empfängen des Bundes und zu Gunsten der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) geleistet.

Unterstützungseinsätze

Soldaten auf Zuschauertribüne (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Einsatz zugunsten der Eishockey-WM 2009
Soldaten in Reih und Glied (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Ehrenformation für Schweizer Staatsgäste
Wasserpumpen am See (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Belüftung des Inkwilersees
Soldaten beim Bühnenbau (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Einsatz zugunsten der Rad-WM 2009

 

Peace Support Operations (PSO): Im Rahmen der militärischen Friedensförderung wurden mit 95'843 Diensttagen (Vorjahr: 99'958) etwas weniger Leistungen erbracht als im Vorjahr. Durchschnittlich standen pro Tag 263 Personen (Vorjahr: 274) im Ausland im Einsatz. Dieser Rückgang ist auf die Nicht-Verlängerung des UN-Mandates der UNOMIG in Georgien, fehlender Finanz- und Sicherheitsgarantien bei den Einsätzen der humanitären Entminungsspezialisten und dem Rückzug des Luftwaffendetachements aus Bosnien-Herzegowina zurückzuführen. Mit 76'409 Diensttagen (Vorjahr: 76'830) entfällt der Hauptanteil von 80% (Vorjahr 77%) wiederum auf die SWISSCOY im Kosovo. Im andern Kontingentseinsatz, der EU-geführten Stabilisierungsmission in Bosnien-Herzegowina (EUFOR/LOT), wurden 8780 Diensttage (Vorjahr: 9409) geleistet. Der Rückzug des Schweizer Transporthelikopters Cougar Ende September reduzierte den Bestand auf 19. Nebst diesen beiden Kontingentseinsätzen leisteten rund 30 weitere Angehörige der Armee als Militärbeobachter, Stabsoffiziere oder Entminungsexperten weltweit ihren Dienst im Rahmen von UNO- oder OSZE-mandatierten Operationen. Bei diesen zahlenmässig kleineren, aber ebenso wichtigen Einsätzen wurden 10'654 Dienstage (Vorjahr: 13'719) geleistet.

 

Kampfjets über Davos (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Luftraumsicherung anlässlich des WEF 2009
Einsätze der Luftwaffe: Die Luftwaffe kann wiederum auf ein erfolgreiches Einsatz- und Trainingsjahr ohne schwerwiegende Vorkommnisse und Unfälle zurückblicken.
Luftverteidigung: Im Rahmen des Luftpolizeidienstes wurden 11 (Vorjahr: 23) "Hot Missions" (Interventionen) durchgeführt. Bei den Vorfällen handelt es sich ausschliesslich um Luftraumverletzungen von Zivilflugzeugen. Der Sachverhalt wurde jeweils dokumentiert und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) zugestellt. Zudem wurden 294 (Vorjahr: 305) "Live Missions" (Kontrollen von Staatsluftfahrzeugen) durchgeführt. Bei diesen Stichprobeneinsätzen ging es darum, die Richtigkeit der Flugplan-Daten zu überprüfen.
Lufttransportdienst: Die Lufttransporteinsätze im Inland erfolgten primär zur Unterstützung der Behörden, des GWK, der Polizei sowie der Rega ("Search and Rescue"). Dabei wurden 2458 Flugstunden (Vorjahr: 2700) geleistet. Zudem wurden im Rahmen des Lufttransportdienstes des Bundes mit Flächenflugzeugen 1950 und mit Helikoptern rund 580 Flugstunden geleistet. Hinzu kommen rund 830 Flugstunden (Vorjahr: 900) für PSO-Einsätze in Bosnien und im Kosovo.
Luftaufklärung: Die Luftaufklärung leistete schwergewichtig Einsätze zu Gunsten der Polizei, GWK, Personensuche für die REGA ("Search and Rescue"), sowie die Erhebung von geografischen Grundlagendaten für militärische und zivile Stellen. Diese Leistungen wurden primär durch Sensoren FLIR, Aufklärungsdrohne (ADS), Bordfotographie sowie Foto- und Vermessungsflüge erbracht.

 


 

Kontakt:

Führungsstab der Armee (FST A), Kommunikation, Papiermühlestrasse 20, 3003 Bern
Telefon 031 323 37 41, Fax 031 324 83 30
E-Mail: info.fsta@vtg.admin.ch

 

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Zuletzt aktualisiert am: 15.12.2010
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