Für die Armee war das Jahr 2004 in Bezug auf die Einsätze ein eher ruhiges Jahr. Das Schwergewicht der erbrachten Leistungen lag – wie in den Vorjahren – bei den subsidiären Sicherungseinsätzen. Im 2004 wurden insgesamt 398'648 Diensttage geleistet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von über 20% (2003: 505'682). Dies ist hauptsächlich auf den Wegfall verschiedener, zum Teil sehr personalintensiver, subsidiärer Sicherungseinsätze zurück zu führen. Eine deutliche Reduktion von über 40% ist auch bei den Unterstützungseinsätzen VEMZ zu verzeichnen. Zudem musste die Armee im Bereich der Katastrophenhilfe im 2004 im In- und Ausland erfreulicherweise nur je einmal zu Hilfe gerufen werden. Die Leistungen im Rahmen der friedensfördernden Einsätze haben gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen.
Die Bilanz der Armee-Einsätze 2004 fällt grundsätzlich positiv aus. Bei allen Einsätzen konnten die von der zivilen Seite geforderten Leistungen zur vollen Zufriedenheit erbracht werden. Einzig beim Einsatz zu Gunsten des Grenzwachtkorps gab es aufgrund der kleineren Bestände Einschränkungen bezüglich des vereinbarten Leistungsumfangs. Im Bereich der Unterstützungseinsätze musste zudem, nicht zuletzt aufgrund der deutlich kleineren Bestände der Armee, eine sehr restriktive Bewilligungspraxis angewandt werden.
Mehr als drei Viertel (77,8%) der 2004 in Einsätzen geleisteten Diensttagen wurde von Milizangehörigen der Armee (WK-Verbänden) erbracht (Vorjahr: 76%). 21% (Vorjahr: 23%) der Diensttage wurden von Angehörigen der Militärischen Sicherheit (AdMil Sich) und 1,2% (Vorjahr: 1,5%) von Durchdienern (ebenfalls Milizangehörige der Armee) geleistet. Dieser geringe Anteil liegt darin begründet, dass der Pilotversuch der Durchdiener im Mai 2003 beendet wurde und die ersten regulären Durchdiener erst seit August 2004 für Einsätze zur Verfügung stehen. Zur Entlastung der WK-Verbände werden im 2005 deutlich mehr Durchdiener zum Einsatz kommen.
Subsidiäre Sicherungseinsätze: Mit 282'318 Diensttagen wurden wie bereits im Vorjahr mehr als zwei Drittel der im Einsatz geleisteten Diensttage für subsidiäre Sicherungseinsätze erbracht. Dies sind beinahe 100'000 Diensttage weniger als im 2003 (375'007). Der Rückgang von rund 20% ist hauptsächlich auf den Wegfall personalintensiver Einsätze wie anlässlich des G-8 Gipfels, der Ski-WM in St. Moritz sowie der Beendigung der Einsätze "CHECKPOINT" (Unterstützung der Parlamentsdienste bei der Zutrittskontrolle im Bundeshaus) und "AIGLE" (Gewährleistung der Sicherheit der Botschaft in Algerien) zurückzuführen.
Der Hauptanteil im Bereich der subsidiären Sicherungseinsätze wurde in den beiden Einsätzen "AMBA CENTRO" (Schutz ausländischer Botschaften und Residenzen in Bern, Genf und Zürich) und "LITHOS" (Unterstützung des Grenzwachtkorps bei der Überwachung der Landesgrenze durch Angehörige der Militärischen Sicherheit) geleistet. Diese beiden Einsätze bilden eine personalintensive Grundlast. Hier hat sich der Gesamtaufwand gegenüber 2003 kaum verändert. Hinzu kommen nebst dem Einsatz am WEF 04 die Unterstützung des Bundessicherheitsdienstes bei der Flugsicherung und die Unterstützung der Kantonspolizei Nidwalden bei der Zypernkonferenz auf dem Bürgenstock.
Beim Einsatz zu Gunsten des Grenzwachtkorps standen 2004 pro Tag durchschnittlich 130 Angehörige der Militärischen Sicherheit (AdMil Sich) im Einsatz. Wie bereits 2003 wurde die Militärische Sicherheit auch 2004 personell bis an die Leistungsgrenze beansprucht.
Katastrophenhilfe: Die Armee wurde im Jahr 2004 zwei Mal im Bereich Katastrophenhilfe eingesetzt. Dabei wurden total 369 Diensttage geleistet. Auf Ersuchen der portugiesischen Regierung hat die Armee im August drei Helikopter des Typs Super Puma zur Waldbrandbekämpfung nach Portugal entsandt. Dank grosser internationaler Unterstützung konnten die Waldbrände so unter Kontrolle gebracht werden, dass die drei Super Puma nicht zum Einsatz kamen. Mit ihrem 5-tägigen Piketteinsatz zur gezielten Bekämpfung von wiederaufflackernden Brandherden entlasteten sie die Portugiesischen Rettungskräfte. Weiter haben Durchdiener des Katastrophenhilfe-Bereitschaftsverbandes nach einer Brandkatastrophe in einer Tiefgarage in Gretzenbach im Kanton Solothurn die Rettungs- und Bergungsarbeiten unterstützt. Bei beiden Einsätzen zeigte sich die zivile Seite sehr dankbar für die rasch und professionell erbrachte Hilfeleistung.
Unterstützungseinsätze: Der Umfang der Hilfe zugunsten ziviler Anlässe gemäss der Verordnung über den Einsatz militärischer Mittel für zivile und ausserdienstliche Tätigkeiten (VEMZ) lag 2004 bei 23'045 Diensttagen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang von mehr als 40% (2003: 39'182 Diensttage). Dieser Rückgang ist einerseits auf den Wegfall personalintensiver Grossanlässe wie der Expo 02 und der Ski-WM in St. Moritz zurückzuführen. Andererseits kam aufgrund der Bestandesreduktion der Schweizer Armee eine restriktive Bewilligungspraxis zur Anwendung.
Friedensfördernde Einsätze: Im Rahmen der Peace Support Operations PSO wurden 2004 92'916 Diensttage geleistet. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren konstant gestiegen (2003: 88'469). Mit 77'909 Diensttagen (Vorjahr: 74'253) macht der Einsatz der SWISSCOY nach wie vor den Hauptanteil der im Ausland geleisteten Diensttage aus. Weiter stehen seit März 2003 vier Schweizer Stabsoffiziere im Rahmen der Internationalen Security and Assistance Force (ISAF) in Afghanistan im Einsatz. Seit November steht zudem ein Schweizer Beobachtungs- und Verbindungsteam in Bosnien-Herzegowina für die European Union Force (EUFOR) im Einsatz "ALTHEA". Im Auftrag der UN/OSZE werden durch Militärbeobachter und Spezialisten für Kampfmittelbeseitigung und humanitäre Minenräumung zudem weltweit zahlenmässig kleinere aber nicht weniger wichtige Einsätze geleistet.
Einsatzbilanz 2004
2004: Einsätze der Armee im In- und Ausland

