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Schweizer Armee

Unabhängiges Netzwerk für IKT-Systeme der Armee

Damit die Schweizer Armee in Notlagen und Krisen einsatzfähig bleibt, muss sie jederzeit über Systeme der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) verfügen können. Da zivile Systeme in ausserordentlichen Situationen ausfallen können, braucht die Armee eine eigene, krisenresistente IKT-Infrastruktur. Diese ermöglicht es, Daten und Sprache von Rechenzentren über ein separates Übertragungsnetz bis hinaus zu den mobilen Endgeräten ins Feld zu übermitteln. Von der Infrastruktur können auch zivile Notfallorganisationen profitieren.

Sicher, permanent und autonom: So lauten die Anforderungen der Armee an die IKT-Leistungen. Um diese Funktionalitäten langfristig sicherstellen zu können, erneuert die Armee die bestehenden IKT-Systeme, baut sie aus und fasst sie zu einem Netzwerk zusammen. Die Infrastruktur besteht aus drei Komponenten:

Zur Realisierung dieser drei Komponenten hat die Armee in den letzten Jahren je ein Projekt gestartet. Ziel ist es, das gesamte Netzwerk stufenweise bis Mitte der zwanziger Jahre aufzubauen. Das Führungsnetz Schweiz soll gegen Ende des laufenden Jahrzehnts vollständig in Betrieb sein. Die Rechenzentren werden in Etappen in Funktion gehen, das erste ebenfalls gegen Ende Jahrzehnt. Das Projekt Telekommunikation der Armee soll nach 2026 abgeschlossen sein.

IKT-Netzwerk der Armee

Rechenzentren VBS/Bund

Die vorhandene Rechenzentren-Infrastruktur genügt mittelfristig den Anforderungen an Verfügbarkeit, Kapazitäten und Schutz nicht mehr. Deshalb plant das VBS den Bau von drei neuen Rechenzentren. Zwei der Zentren werden mit erhöhtem militärischem Vollschutz ausgerüstet, um den Einsatz armeerelevanter Applikationen in allen Lagen sicherzustellen. Das dritte Zentrum wird auch zivilen Bundesstellen zur Benutzung offen stehen und entsprechend zivilen Schutzanforderungen genügen.

Die drei Rechenzentren werden geografisch getrennt realisiert und redundant betrieben. Dadurch ist gewährleistet, dass jederzeit und in allen Lagen auf die Systeme und Applikationen zugegriffen werden kann. Neben der hohen Verfügbarkeit und Sicherheit lassen sich durch die Konzentration der Rechenkapazitäten auf noch drei Zentren die Betriebskosten optimieren. Das erste vollgeschützte Rechenzentrum soll 2019 in Betrieb gehen, die beiden anderen jeweils ein Jahr später.

 

Führungsnetz Schweiz

Das Führungsnetz Schweiz ist ein standortgebundenes, fixes Transportnetz auf der Basis von Glasfaserkabeln und Richtfunk-Verbindungen. Basis für das Führungsnetz bildet ein bestehendes Kern-Netz, das bereits weite Teil der Schweiz erschliesst. Um die Verfügbarkeit hoch zu halten, werden verschiedene Verbindungen redundant aufgebaut. Im Endausbau wird das Netz eine Länge von knapp 3000 Kilometern und rund 300 Standorte umfassen.

Das ausgebaute Netz wird es erlauben, Daten verschlüsselt zu transportieren, und zwar zwischen jedem einzelnen Standort. Es ist auch bezüglich Energieversorgung so ausgelegt, dass es in Krisen und Katastrophen autonom von öffentlichen Energielieferanten betrieben werden kann. Das Führungsnetz soll nicht nur der Armee zur Verfügung stehen, sondern auch zivilen Organisationen mit sicherheitsrelevanten Aufgaben. Der Ausbau des Netzes und die technische Härtung sollen bis 2020 abgeschlossen sein.

 

Telekommunikation Armee

Um Sprache und Daten von den fixen Standorten beziehungsweise vom Führungsnetz Schweiz hinaus zu den mobilen und teilmobilen Elementen der Armee zu transportieren, ist ein eigenes, gesichertes Telekommunikationsnetz erforderlich. Dieses wird als Ersatz von bisherigen, technologisch in die Jahre gekommenen und isolierten Systemen auf einer einheitlichen Plattform aufbauen. Telekommunikation der Armee ist ein Systemverbund, besteht also aus verschiedenen Systemen, die zu einem funktionierenden Ganzen zusammengefügt werden.

In der aktuellen Phase geht es darum, die Umsetzung des ersten Schrittes im Detail sowie den späteren Teil- und den Vollausbau grob zu planen und den Aufbau eines Systemzentrums vorzubereiten. Das Projekt Telekommunikation der Armee hat einen Realisierungshorizont bis nach 2026.

 

Für Fragen zu dieser Seite: Kommunikation Verteidigung

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