ZS - Chance Miliz
15.10.2011
«Ist die Schweiz noch milizfähig?»
Breite Diskussion im Armeeausbildungszentrum Luzern
Die kantonale Offiziersgesellschaft Luzern und die Zentralschule der Schweizer Armee luden zum Herbstanlass ein. Fünf unterschiedliche Voraussetzungen, ein brisantes Thema: Korpskommandant Dominique Andrey, Hauptmann, Jurist und Politiker Christian Werner, Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo, Professor Hans Geser und der Journalist/Publizist Ludwig Hasler widmeten sich am 15. Oktober in Luzern der Frage, ob die Schweiz noch milizfähig sei.
«Das Milizprinzip ist unter Druck geraten», betonte Brigadier Daniel Moccand, Kommandant Zentralschule, in seiner Begrüssungsrede. Am 15. Oktober luden die Offiziersgesellschaft Luzern und die Zentralschule Luzern anlässlich der Veranstaltung «Chance Miliz» ins Armee-Ausbildungszentrum, um der Frage nachzugehen, ob die Schweiz noch milizfähig sei. So viel vorweg: Korpskommandant Dominique Andrey beantwortete die Frage in der Diskussionsrunde mit den deutlichen Worten: «Die Miliz ist für die Schweiz das bestmögliche System für die Armee.»
Historische Einordnung
Bevor der Korpskommandant allerdings sein Fazit zog, gab Hans Geser, Professor am Soziologischen Institut der Universität Zürich, einen historischen und politischen Einblick in die Thematik. Geser sagte: «Aus soziologischer Sicht kann es gar keine Alternative zur immer stärkeren Ausweitung von nebenberuflichen Amateurrollen geben, weil man nicht genug Personal hat, um all die neuen Tätigkeiten, die in der Gesellschaft laufend entstehen, mit beruflichen Kräften zu besetzen.»
Idealismus gefragt
Es folgten im Programm drei Statements aus völlig unterschiedlichen Ecken: Christian Werner erzählte, wie er die Bereiche Militär, Beruf, Familie und Politik in seinem Leben unter einen Hut bringt. Der Hauptmann ist Jurist, in einer festen Beziehung und als SVP-Politiker im Gemeinderat in Olten sowie im Kantonsrat von Solothurn tätig. «Man benötigt dazu Leistungswillen, Belastbarkeit und den Mut, Prioritäten zu setzen. Ausserdem muss man ein Idealist sein» sagte Werner.
Die SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo beantwortete in ihrem Statement die Frage, ob unser politisches System milizfähig sei, mit einem klaren Ja. «Möglichst viele Leute sollten an unserem politischen System möglichst gleichwertig teilhaben», so die Nationalrätin. Gleichzeitig gab sie zu bedenken, dass von der Politik eine zunehmende Professionalität verlangt werde.
Laien rehabilitieren
Diese Tendenz hin zur Professionalisierung beobachtete auch der Journalist, Buchautor und Dozent für Philosophie, Ludwig Hasler. Er präsentierte vor der Diskussionsrunde seine pointierten, scharfsinnigen Gedanken. «Diese Professionalisierung der Arbeitswelt ist gleichbedeutend mit einer Spezialisierung. Man verliert den Blick aufs Ganze», sagte Hasler. Eine Gesellschaft, die aus lauter Profis bestehe, scheitere. Deshalb forderte er: «Wir müssen den Laien rehabilitieren.» Er führte dies mit einem schönen Beispiel des Schweizer Wissenschaftlers Bertrand Piccard aus. Dieser habe einen Solarflieger mit der Spannweite eines Jumbojets und dem Federgewicht eines Segelfliegers entworfen. Flugzeugbauer hätten ihm als Experten auf diesem Gebiet klarmachen wollen, dass man einen solchen Solarflieger nicht bauen könne. Ein Schiffbauer habe Piccards Plan schliesslich in die Realität umgesetzt. Schliesslich habe der noch nie gehört, dass der Bau dieses Solarfliegers unmöglich sei.
«Chance Miliz» ist eine Kooperation zwischen der kantonalen Offiziersgesellschaft Luzern und der Zentralschule in Luzern. Mit den jährlich stattfindenden Herbstveranstaltungen wurde ein aktuelles sicherheitspolitisches Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und mit Bezug auf die Milizarmee diskutiert.
Die kantonale Offiziersgesellschaft Luzern und die Zentralschule der Schweizer Armee luden zum Herbstanlass ein. Fünf unterschiedliche Voraussetzungen, ein brisantes Thema: Korpskommandant Dominique Andrey, Hauptmann, Jurist und Politiker Christian Werner, Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo, Professor Hans Geser und der Journalist/Publizist Ludwig Hasler widmeten sich am 15. Oktober in Luzern der Frage, ob die Schweiz noch milizfähig sei.
«Das Milizprinzip ist unter Druck geraten», betonte Brigadier Daniel Moccand, Kommandant Zentralschule, in seiner Begrüssungsrede. Am 15. Oktober luden die Offiziersgesellschaft Luzern und die Zentralschule Luzern anlässlich der Veranstaltung «Chance Miliz» ins Armee-Ausbildungszentrum, um der Frage nachzugehen, ob die Schweiz noch milizfähig sei. So viel vorweg: Korpskommandant Dominique Andrey beantwortete die Frage in der Diskussionsrunde mit den deutlichen Worten: «Die Miliz ist für die Schweiz das bestmögliche System für die Armee.»
Historische Einordnung
Bevor der Korpskommandant allerdings sein Fazit zog, gab Hans Geser, Professor am Soziologischen Institut der Universität Zürich, einen historischen und politischen Einblick in die Thematik. Geser sagte: «Aus soziologischer Sicht kann es gar keine Alternative zur immer stärkeren Ausweitung von nebenberuflichen Amateurrollen geben, weil man nicht genug Personal hat, um all die neuen Tätigkeiten, die in der Gesellschaft laufend entstehen, mit beruflichen Kräften zu besetzen.»
Idealismus gefragt
Es folgten im Programm drei Statements aus völlig unterschiedlichen Ecken: Christian Werner erzählte, wie er die Bereiche Militär, Beruf, Familie und Politik in seinem Leben unter einen Hut bringt. Der Hauptmann ist Jurist, in einer festen Beziehung und als SVP-Politiker im Gemeinderat in Olten sowie im Kantonsrat von Solothurn tätig. «Man benötigt dazu Leistungswillen, Belastbarkeit und den Mut, Prioritäten zu setzen. Ausserdem muss man ein Idealist sein» sagte Werner.
Die SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo beantwortete in ihrem Statement die Frage, ob unser politisches System milizfähig sei, mit einem klaren Ja. «Möglichst viele Leute sollten an unserem politischen System möglichst gleichwertig teilhaben», so die Nationalrätin. Gleichzeitig gab sie zu bedenken, dass von der Politik eine zunehmende Professionalität verlangt werde.
Laien rehabilitieren
Diese Tendenz hin zur Professionalisierung beobachtete auch der Journalist, Buchautor und Dozent für Philosophie, Ludwig Hasler. Er präsentierte vor der Diskussionsrunde seine pointierten, scharfsinnigen Gedanken. «Diese Professionalisierung der Arbeitswelt ist gleichbedeutend mit einer Spezialisierung. Man verliert den Blick aufs Ganze», sagte Hasler. Eine Gesellschaft, die aus lauter Profis bestehe, scheitere. Deshalb forderte er: «Wir müssen den Laien rehabilitieren.» Er führte dies mit einem schönen Beispiel des Schweizer Wissenschaftlers Bertrand Piccard aus. Dieser habe einen Solarflieger mit der Spannweite eines Jumbojets und dem Federgewicht eines Segelfliegers entworfen. Flugzeugbauer hätten ihm als Experten auf diesem Gebiet klarmachen wollen, dass man einen solchen Solarflieger nicht bauen könne. Ein Schiffbauer habe Piccards Plan schliesslich in die Realität umgesetzt. Schliesslich habe der noch nie gehört, dass der Bau dieses Solarfliegers unmöglich sei.
«Chance Miliz» ist eine Kooperation zwischen der kantonalen Offiziersgesellschaft Luzern und der Zentralschule in Luzern. Mit den jährlich stattfindenden Herbstveranstaltungen wurde ein aktuelles sicherheitspolitisches Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und mit Bezug auf die Milizarmee diskutiert.
Für Fragen zu dieser Seite: Höhere Kaderausbildung der Armee (HKA)
Zuletzt aktualisiert am: 17.10.2011
Zuletzt aktualisiert am: 17.10.2011

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http://www.chance-miliz.ch


