MILAK - 100 Jahre Militärakademie an der ETH Zürich
09.09.2011
«Wer die Komplexität der modernen Streitkräfteentwicklung und Kriegführung erfassen will, darf sich nicht mit einfachen Rezepten zufrieden geben»
In einem bescheidenen aber würdigen Festakt feierte die Militärakademie und die ETH ihre 100-jährige Zusammenarbeit. Seit 1911 werden die zukünftigen Schweizer Berufsoffiziere mit einem allgemein- und militärwissenschaftlichen Rucksack versehen, damit Sie in ihrer Funktion nicht nur durch technische Kompetenz, sondern auch als Spezialisten mit einer modernen und breiten Bildung überzeugen können.
Der Einführung der ersten Militärschule, die im Herbst 1911 mit damals 16 Studenten zum ersten Mal startete, gingen umfangreiche Diskussionen und interne Kämpfe voran. Bereits seit 1851 und somit seit der Gründungszeit des Bundesstaates sowie des damaligen Polytechnikums gab es Entwürfe für Lehrstühle für «Kriegswissenschaften». Seit 1877 wurden dann Freifächer für Milizoffiziere angeboten, in denen sich diese militärwissenschaftlich weiterbilden konnten. Mit der Wahl von Oberstdivisionär Ulrich Wille 1907 als ordentlicher Professor für Militärwissenschaften wurde ein glühender Verfechter des gebildeten Instruktors nach Zürich berufen. 1909 wird Wille Vorsteher der militärwissenschaftlichen Abteilung des Polytechnikums und treibt die Schaffung einer Militärschule voran.
Wissenschaftsbasiert und praxisorientiert
Der Direktor der Militärakademie, Brigadier Daniel Lätsch, darf in einem vollen «Auditorium Maximum» zahlreiche Gäste aus Politik, Armee, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft begrüssen. Er verweist auf den doppelten Auftrag der MILAK: Berufsoffiziere unserer Armee zu bilden und auszubilden, sowie militärwissenschaftliche Forschung zu betreiben. Stolz dürfe die Militärakademie auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Die Forschung habe ein hohes Niveau erreicht und die Lehre orientiere sich forschungsbasiert an den Bedürfnissen des Berufes. Wer die Komplexität der modernen Streitkräfteentwicklung und Kriegführung erfassen wolle, dürfe sich nicht mit einfachen Rezepten zufrieden geben.
Rückblick auf 100 Jahre Zusammenarbeit
In ihrem Grusswort blickte die ETH-Rektorin auf das Spannungsfeld Militär-Wissenschaft zurück, betonte aber, dass man nun eine gute Form der Partnerschaft gefunden habe. Die ETH wolle: «allen Studierenden, also auch den zukünftigen Berufsoffizieren, bestes Wissen und Können vermitteln». Das Ziel sei es, «junge Menschen die die Lage zu versetzen, sich in einer komplexen, rasch wandelnden Umwelt zu orientieren, und in ihnen das Verständnis für ethische und kulturelle Werte fördern. Sie sollen sich nach Abschluss ihres Studiums nicht nur als hochqualifizierte Fachleute sehen, sondern auch als Verantwortung tragende Mitglieder der Gesellschaft». Ein Ziel das vollständig mit den Anforderungen an einen modernen militärischen Führer übereinstimmt. Die ETH freue sich, auch in Zukunft Teil dieser wichtigen Ausbildung zu sein.
Bekräftigung der akademischen Ausbildung durch die Armeeführung
Der Chef der Armee, Korpskommandant André Blattmann gratulierte der Militärakademie an der ETH in seinem Grusswort herzlich und dankte der ETH für die Zusammenarbeit. Es sei ein ausserordentliches Privileg, dass die Schweizer Berufsoffiziere an der besten Hochschule des europäischen Festlandes ausgebildet werden dürften. Da das sicherheitspolitische Umfeld einem ständigen Wandel unterworfen sei, müsse die Armee über ein umfassend gebildetes Kader verfügen, welches das vernetzte Denken in einem Studium fundiert gelernt habe. Unterstützt wurden diese Aussagen durch den Kommandanten der Höheren Kaderausbildung (HKA), Divisionär Roubaty, der eine Standortbestimmung ins Zentrum seiner Überlegungen stellte. Über welches Wissen und Können muss ein Berufsoffizier verfügen, damit er optimal auf seinen Beruf vorbereitet ist? Da das Berufskader hauptsächlich in der Ausbildung eingesetzt würde, sei es von entscheidender Bedeutung, dass es nicht nur technisch, sondern auch akademisch ein Niveau erreiche, das die Glaubwürdigkeit der Milizarmee im In- und Ausland gewährleiste. Den ständigen Bezug zur Miliz und über die Forschung und Lehre der Militärakademie an der ETH den Kontakt zu einsatzerprobten Armeen sei dabei zwingend. Divisionär Roubaty sieht besonders noch Weiterentwicklungsmöglichkeiten in der Weiterbildung der Berufsoffiziere. Während die Grundausbildung über eine solide Basis verfüge, müsse sich die Armee zunehmend fragen, wie sich ihr Kader im Verlauf ihrer Karriere an die wandelnden Anforderungen und Funktionen anpassen könne.
Vom Instruktor zum Berufsoffizier
Prof. Dr. Rudolf Jaun, Dozent für Militärgeschichte an der MILAK und Tagungsleiter führte nicht nur gekonnt und abwechslungsreich durch die ebenso spannende, wie wechselvolle Geschichte der Militärakademie, er lud auch zum Panelgespräch mit vier ehemaligen Absolventen der Militärakademie. Unter der Überschrift: «Die Militärschule in ihrer Zeit» sprachen der 91jährige Divisionär Dr. jur. Frank Seethaler (Militärschule 1950/51, Kdt GST S 1969-73, Kdt Feld Div 6 1974-81), Divisionär Philippe Zeller (Militärschule 1964, Kdt Mech Div 1 1994), Brigadier und Prof. Dr. Rudolf Steiger (Militärschule II 1974, Direktor MFS/MILAK 2001-06) sowie Divisionär Jean-Marc Halter (Militärschule 1987/1989, Kdt Inf Br 4 2009-10, seit Okt 2010: C FST A). In ihren Worten wurden herausragende militärwissenschaftliche Köpfe der letzten 70 Jahren wieder in die Erinnerung gerufen. Besonders die Unterschiedlichkeit des Lehrkörpers wurde als wertvoll empfunden. Es wurde über die gestrenge preussische Art von KKdt Züblin ebenso geschmunzelt, wie über die tiefgründigen Lehrveranstaltungen des Militärphilosophen und Schriftstellers Divisionär Schumacher. Die historische Rückschau liess aber auch genügend Platz für kritische Betrachtungen. So bedauert Brigadier Rudolf Steiger sehr, dass manchmal von einer drohenden «Verakademisierung» gesprochen würde: «Ein dreijähriger Bachelor-Lehrgang ist die allerunterste akademische Stufe. Wer meint, hier von einer Verakademisierung sprechen zu müssen, ist entweder bösartig oder dumm.» Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch an General Ulrich Wille, den eigentlichen Vater der Militärschulen an der ETH, welcher darauf hinwies, dass man einen Berufsoffizier nicht schlechter ausbilden sollte, als dies seine durchschnittlichen Schüler seien. Auch Divisionär Halter pflichtete den Aussagen bei, betonte aber, dass die Ausbildung zum Berufsoffizier mit dem Abschluss an der Militärakademie keineswegs abgeschlossen sei. Der Rucksack sei durch die zuständigen Schulkommandanten, welche die jungen Berufsoffiziere aus der Akademie übernehmen würden, durch ein gezieltes Coaching zu ergänzen. Erst die Anwendung der Theorie mache aus dem Studenten einen Berufsoffizier.
Dynamische Weiterentwicklung des Bachelorlehrgangs
Der Delegierte des Studiengangs Staatswissenschaften, Prof. Dr. Andreas Wenger, beleuchtete in seinen Ausführungen die stetige Weiterentwicklung des gemeinsam durch die ETH und die MILAK durchgeführten Bachelor-Lehrgangs. Er ist überzeugt, dass mit dem eingeschlagenen Weg die Studenten über die zielgerichtete Methodik nicht nur fachlich weitergebildet werden, sondern auch das Rüstzeug «learning to learn» erhalten, damit sie für das lebenslange Lernen geschult sind. Prof. Wenger dankt mit diesen Worten Brigadier Lätsch für die ausgezeichnete Zusammenarbeit, aber auch der Armeeführung unter KKdt André Blattmann, die mit der Ausbildung an der Militärakademie und der ETH ihren zukünftigen Kadern eine «state of the art» Grundlage bietet.
Fazit
Wie von einer wissenschaftlichen Institution erwartet, hat sich die MILAK selbstkritisch mit der eigenen Akademie auseinandergesetzt. Das hierarchische, auf «Schweigen, Einschliessen, Tarnen» konzentrierte militärische Umfeld trifft nirgends so stark auf ein anderes Weltbild, wie in der Forschungs- und Lehrwelt der Wissenschaft. Kritisches Denken, Hinterfragen der eigenen Position sowie die Konzentration auf öffentliche Publikationen, mit dem Ziel durch zurückkommende Kritik das eigene Wissen zu erweitern, bedarf einer ständigen Kommunikation, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Gleichzeitig sind beide Seiten voneinander abhängig. Nur ein sicheres Umfeld ermöglicht das wissenschaftliche Fortkommen, während auf der anderen Seite nur diese wissenschaftliche Forschung das Fortbestehen der Sicherheit ermöglicht. So sind sich beide Partner auch nach 100 Jahren noch einig, dass die Zusammenarbeit im besten Sinne unseres Landes sei und freuen sich auf weitere 100 Jahre Partnerschaft ETH-MILAK.
«Je höher das Instruktionskorps gebracht wird, desto weniger missgönnt und verhindert es dem (Miliz-)Offizier die Entwicklung zur Selbständigkeit – und je mehr dem Offizier Selbständigkeit gewährt wird und damit Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen entwickelt wird, desto klarer erkennt er ungenügendes Wissen und Bildung von Instruktoren.»
Wille an Wildbolz, 6.12.1907
In einem bescheidenen aber würdigen Festakt feierte die Militärakademie und die ETH ihre 100-jährige Zusammenarbeit. Seit 1911 werden die zukünftigen Schweizer Berufsoffiziere mit einem allgemein- und militärwissenschaftlichen Rucksack versehen, damit Sie in ihrer Funktion nicht nur durch technische Kompetenz, sondern auch als Spezialisten mit einer modernen und breiten Bildung überzeugen können.
Der Einführung der ersten Militärschule, die im Herbst 1911 mit damals 16 Studenten zum ersten Mal startete, gingen umfangreiche Diskussionen und interne Kämpfe voran. Bereits seit 1851 und somit seit der Gründungszeit des Bundesstaates sowie des damaligen Polytechnikums gab es Entwürfe für Lehrstühle für «Kriegswissenschaften». Seit 1877 wurden dann Freifächer für Milizoffiziere angeboten, in denen sich diese militärwissenschaftlich weiterbilden konnten. Mit der Wahl von Oberstdivisionär Ulrich Wille 1907 als ordentlicher Professor für Militärwissenschaften wurde ein glühender Verfechter des gebildeten Instruktors nach Zürich berufen. 1909 wird Wille Vorsteher der militärwissenschaftlichen Abteilung des Polytechnikums und treibt die Schaffung einer Militärschule voran.
Wissenschaftsbasiert und praxisorientiert
Der Direktor der Militärakademie, Brigadier Daniel Lätsch, darf in einem vollen «Auditorium Maximum» zahlreiche Gäste aus Politik, Armee, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft begrüssen. Er verweist auf den doppelten Auftrag der MILAK: Berufsoffiziere unserer Armee zu bilden und auszubilden, sowie militärwissenschaftliche Forschung zu betreiben. Stolz dürfe die Militärakademie auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Die Forschung habe ein hohes Niveau erreicht und die Lehre orientiere sich forschungsbasiert an den Bedürfnissen des Berufes. Wer die Komplexität der modernen Streitkräfteentwicklung und Kriegführung erfassen wolle, dürfe sich nicht mit einfachen Rezepten zufrieden geben.
Rückblick auf 100 Jahre Zusammenarbeit
In ihrem Grusswort blickte die ETH-Rektorin auf das Spannungsfeld Militär-Wissenschaft zurück, betonte aber, dass man nun eine gute Form der Partnerschaft gefunden habe. Die ETH wolle: «allen Studierenden, also auch den zukünftigen Berufsoffizieren, bestes Wissen und Können vermitteln». Das Ziel sei es, «junge Menschen die die Lage zu versetzen, sich in einer komplexen, rasch wandelnden Umwelt zu orientieren, und in ihnen das Verständnis für ethische und kulturelle Werte fördern. Sie sollen sich nach Abschluss ihres Studiums nicht nur als hochqualifizierte Fachleute sehen, sondern auch als Verantwortung tragende Mitglieder der Gesellschaft». Ein Ziel das vollständig mit den Anforderungen an einen modernen militärischen Führer übereinstimmt. Die ETH freue sich, auch in Zukunft Teil dieser wichtigen Ausbildung zu sein.
Bekräftigung der akademischen Ausbildung durch die Armeeführung
Der Chef der Armee, Korpskommandant André Blattmann gratulierte der Militärakademie an der ETH in seinem Grusswort herzlich und dankte der ETH für die Zusammenarbeit. Es sei ein ausserordentliches Privileg, dass die Schweizer Berufsoffiziere an der besten Hochschule des europäischen Festlandes ausgebildet werden dürften. Da das sicherheitspolitische Umfeld einem ständigen Wandel unterworfen sei, müsse die Armee über ein umfassend gebildetes Kader verfügen, welches das vernetzte Denken in einem Studium fundiert gelernt habe. Unterstützt wurden diese Aussagen durch den Kommandanten der Höheren Kaderausbildung (HKA), Divisionär Roubaty, der eine Standortbestimmung ins Zentrum seiner Überlegungen stellte. Über welches Wissen und Können muss ein Berufsoffizier verfügen, damit er optimal auf seinen Beruf vorbereitet ist? Da das Berufskader hauptsächlich in der Ausbildung eingesetzt würde, sei es von entscheidender Bedeutung, dass es nicht nur technisch, sondern auch akademisch ein Niveau erreiche, das die Glaubwürdigkeit der Milizarmee im In- und Ausland gewährleiste. Den ständigen Bezug zur Miliz und über die Forschung und Lehre der Militärakademie an der ETH den Kontakt zu einsatzerprobten Armeen sei dabei zwingend. Divisionär Roubaty sieht besonders noch Weiterentwicklungsmöglichkeiten in der Weiterbildung der Berufsoffiziere. Während die Grundausbildung über eine solide Basis verfüge, müsse sich die Armee zunehmend fragen, wie sich ihr Kader im Verlauf ihrer Karriere an die wandelnden Anforderungen und Funktionen anpassen könne.
Vom Instruktor zum Berufsoffizier
Prof. Dr. Rudolf Jaun, Dozent für Militärgeschichte an der MILAK und Tagungsleiter führte nicht nur gekonnt und abwechslungsreich durch die ebenso spannende, wie wechselvolle Geschichte der Militärakademie, er lud auch zum Panelgespräch mit vier ehemaligen Absolventen der Militärakademie. Unter der Überschrift: «Die Militärschule in ihrer Zeit» sprachen der 91jährige Divisionär Dr. jur. Frank Seethaler (Militärschule 1950/51, Kdt GST S 1969-73, Kdt Feld Div 6 1974-81), Divisionär Philippe Zeller (Militärschule 1964, Kdt Mech Div 1 1994), Brigadier und Prof. Dr. Rudolf Steiger (Militärschule II 1974, Direktor MFS/MILAK 2001-06) sowie Divisionär Jean-Marc Halter (Militärschule 1987/1989, Kdt Inf Br 4 2009-10, seit Okt 2010: C FST A). In ihren Worten wurden herausragende militärwissenschaftliche Köpfe der letzten 70 Jahren wieder in die Erinnerung gerufen. Besonders die Unterschiedlichkeit des Lehrkörpers wurde als wertvoll empfunden. Es wurde über die gestrenge preussische Art von KKdt Züblin ebenso geschmunzelt, wie über die tiefgründigen Lehrveranstaltungen des Militärphilosophen und Schriftstellers Divisionär Schumacher. Die historische Rückschau liess aber auch genügend Platz für kritische Betrachtungen. So bedauert Brigadier Rudolf Steiger sehr, dass manchmal von einer drohenden «Verakademisierung» gesprochen würde: «Ein dreijähriger Bachelor-Lehrgang ist die allerunterste akademische Stufe. Wer meint, hier von einer Verakademisierung sprechen zu müssen, ist entweder bösartig oder dumm.» Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch an General Ulrich Wille, den eigentlichen Vater der Militärschulen an der ETH, welcher darauf hinwies, dass man einen Berufsoffizier nicht schlechter ausbilden sollte, als dies seine durchschnittlichen Schüler seien. Auch Divisionär Halter pflichtete den Aussagen bei, betonte aber, dass die Ausbildung zum Berufsoffizier mit dem Abschluss an der Militärakademie keineswegs abgeschlossen sei. Der Rucksack sei durch die zuständigen Schulkommandanten, welche die jungen Berufsoffiziere aus der Akademie übernehmen würden, durch ein gezieltes Coaching zu ergänzen. Erst die Anwendung der Theorie mache aus dem Studenten einen Berufsoffizier.
Dynamische Weiterentwicklung des Bachelorlehrgangs
Der Delegierte des Studiengangs Staatswissenschaften, Prof. Dr. Andreas Wenger, beleuchtete in seinen Ausführungen die stetige Weiterentwicklung des gemeinsam durch die ETH und die MILAK durchgeführten Bachelor-Lehrgangs. Er ist überzeugt, dass mit dem eingeschlagenen Weg die Studenten über die zielgerichtete Methodik nicht nur fachlich weitergebildet werden, sondern auch das Rüstzeug «learning to learn» erhalten, damit sie für das lebenslange Lernen geschult sind. Prof. Wenger dankt mit diesen Worten Brigadier Lätsch für die ausgezeichnete Zusammenarbeit, aber auch der Armeeführung unter KKdt André Blattmann, die mit der Ausbildung an der Militärakademie und der ETH ihren zukünftigen Kadern eine «state of the art» Grundlage bietet.
Fazit
Wie von einer wissenschaftlichen Institution erwartet, hat sich die MILAK selbstkritisch mit der eigenen Akademie auseinandergesetzt. Das hierarchische, auf «Schweigen, Einschliessen, Tarnen» konzentrierte militärische Umfeld trifft nirgends so stark auf ein anderes Weltbild, wie in der Forschungs- und Lehrwelt der Wissenschaft. Kritisches Denken, Hinterfragen der eigenen Position sowie die Konzentration auf öffentliche Publikationen, mit dem Ziel durch zurückkommende Kritik das eigene Wissen zu erweitern, bedarf einer ständigen Kommunikation, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Gleichzeitig sind beide Seiten voneinander abhängig. Nur ein sicheres Umfeld ermöglicht das wissenschaftliche Fortkommen, während auf der anderen Seite nur diese wissenschaftliche Forschung das Fortbestehen der Sicherheit ermöglicht. So sind sich beide Partner auch nach 100 Jahren noch einig, dass die Zusammenarbeit im besten Sinne unseres Landes sei und freuen sich auf weitere 100 Jahre Partnerschaft ETH-MILAK.
«Je höher das Instruktionskorps gebracht wird, desto weniger missgönnt und verhindert es dem (Miliz-)Offizier die Entwicklung zur Selbständigkeit – und je mehr dem Offizier Selbständigkeit gewährt wird und damit Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen entwickelt wird, desto klarer erkennt er ungenügendes Wissen und Bildung von Instruktoren.»
Wille an Wildbolz, 6.12.1907
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Zuletzt aktualisiert am: 19.09.2011
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