ZS - ECHO-Bericht aus dem SLG I-3, Modul 1
02.09.2011
Lehrgangsbericht vom: 22.08. – 02.09.2011
Vordienstlich
Der Versand der Unterlagen liess schon erahnen, in welche Richtung das Programm gehen würde. Mehrtägige Stabsübungen, Erkundungen, Verschiebungen und verschiedene Referate standen auf dem Programm. Die Referate und Theorien behandelten unter anderem die Themen KVR, Logistik und Luftwaffe. Diese rundeten in der ersten Woche die eher grünlastige Stabsübung ab.
Einrücken im AAL
Das Einrücken im AAL war gut geplant und man hatte innert kürzester Zeit das Material sowie das Zimmer gefasst und erwartete anschliessend die Korspvisite.
Arbeiten im Gruppenrahmen
Schon ein kurzer Blick im grossen Theoriesaal am ersten Tag liess erahnen, dass Offiziere und höhere Unteroffiziere aus den verschiedensten Truppengattungen anwesend waren, deren 70 an der Zahl. In dem Moment hofften viele, dass es auch aus den verschiedenen FGG genug Teilnehmer hat, damit man in der Stabsarbeit auch jene Funktion übernehmen konnte, welche man dann auch in der zukünftigen WK-Formation einnehmen würde. Die meisten hatten dieses Glück.
Verteidigung
"ROT stösst von Osten, unser Bataillon sperrt vor dem Autobahnkreuz Oftringen." So lautete der erste Auftrag für den noch jungen Stab. Im Rahmen der Übung "WIGGER" lernten die Teilnehmer die Grundlagen des Aktionsplanungsprozess auf Stabsseite kennen. Schnell wurde bemerkt, dass die Absprachen zwischen den verschiedenen Grundgebieten das A und O bilden für einen reibungslosen Ablauf und eine gute Präsentation vor dem Kommandanten anlässlich des Rapports. Unterstützt wurden sie dabei vom Gruppenlehrer, der bei Bedarf auch in die Rolle des Bataillonskommandanten schlüpfte.
Um den in der Theorie getroffenen Entscheid auch verifizieren zu können, ist eine Erkundung im Gelände unabdingbar. So stand am Donnerstag die Begehung des Einsatzgeländes in Safenwil an. So mancher Entscheid aus der Theorie musste dabei revidiert werden, um einen Befehl verfassen zu können, welcher auch umsetzbar ist.
Spontanhilfe
Konkreter wurde es nach dem Wochenende: Die schweren Unwetter von 2005 bildeten die Vorlage für die Übung "AQUA". Als Stab eines Panzerbataillons im WK musste einerseits die Spontanhilfe für die Unterstützung der Zivilbehörden geplant werden. Andererseits sollte auch der WK ordnungsgemäss abgeschlossen werden. Wie herausfordern das in der Realität sein kann, schilderte Oberst i Gst Metzler, ehemaliger Kommandant des Pz Gren Bat 29, am Abend den Teilnehmern. Sein Bataillon hat diesen Einsatz 1:1 erlebt.
Erkundung als Passage obligé
Die Erkenntnis aus der Übung «WIGGER» stellten sich auch bei «CRISTALLO» als essentiell heraus. Die Varianten könnten noch so gut ausgearbeitet und geplant werden, ohne den persönlichen Augenschein im Gelände kann die erfolgreiche Durführung der Operation nicht gewährleistet werden. Dieses Mal jedoch bestärkte die Erkundung im Einsatzgebiet unseren Entschluss und bestätigte unser geplantes Vorgehen. Ausserdem zeigte die kleine Verlegung auch die Problematik auf, welcher ein Bataillonsstab ausgesetzt ist. Die Komplexität mit all den dazugehörigen Informatikmitteln darf nicht unterschätzt werden, damit sodann die Arbeit des Stabes am neuen Standort sofort wieder aufgenommen werden kann. Dazu gehören nicht nur die Arbeitsplätze, sondern auch die Rapporträume. In unserer glücklichen Lage, mit zum Teil doppelt dotierten S-Zellen, konnte sich so der Kernstab mit dem Aktionsplanungsprozess beschäftigen, während sich die Stellvertreter um die Einrichtung der Räumlichkeiten kümmerten.
So richtig interessant wurde es jedoch, als der Stab endlich in den Aktionsführungsprozess überging. Neue Ereignisse mussten eingeflochten und Pläne revidiert werden. Einmal mehr wurde bewusst gemacht, wie wichtig die kontinuierliche Kommunikation unter den verschiedenen S-Zellen ist.
«Erlebnisse schaffen»
Dieses Zitat aus den Zeiten der Offiziersschule wurde auch im SLG 1 gelebt. Verbunden mit dem Besuch des Suvarov Denkmals konnten die zukünftigen Stabsoffiziere nebst den modernen Bedrohungen im Theorieraum und auf den Erkundungen ebenfalls einen kleinen Einblick in die Geschichte der vergangenen Kriegshandlungen gewinnen. Denn das idyllische Land Schweiz hatte in der Vergangenheit doch ab und zu grössere Kriegshandlungen beherbergt. Verblüfft wanderten so die Blicke der Offiziere über das umliegende Gelände. Oberleutnant Bühler sprach aus, was wohl viele dachten: «Wie konnte hier ohne moderne Verkehrsbauten überhaupt die Passhöhe erreicht, geschweige denn kriegerische Handlungen vollzogen werden.»
Das Highlight jedoch war die kleine Nachtübung. Nicht nur dass die Übungsanlage wiederum unter Zeitdruck die Stäbe zwang, im Team das Ziel zu erreichen, auch die körperliche Herausforderung hat gezeigt, dass auch Stabsoffiziere über gute physische Kondition verfügen. Es war so auch das Erlebnis, zusammen mit Kameraden ein Ziel zu erreichen – begleitet mit anfeuernden und vielleicht auch jeweils erheiternden Kommentaren. Der krönende Abschluss in dem zu früheren Zeiten militärrelevanten Bau gab den Teilnehmern des SLG 1 einmal mehr die Gelegenheit, Kameradschaft zu pflegen und zu leben. Es könnte sogar die Behauptung gemacht werden, dass ein Stab nur so gut ist, wie die zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Mitarbeitenden. In dieser Hinsicht aber ist sicherlich unbestritten: Würden aus den hier zusammengesetzten Klassen Bataillonsstäbe gebildet werden, würde der Erfolg nicht lange auf sich warten lassen.
Schlusswort
Alles in allem waren es zwei intensive und interessante Wochen in der sich jeder Teilnehmer Stabsarbeit stark verbessern konnte und einen guten Rucksack für die zukünftige Arbeit in einem Stab erlernen konnte .
Fuoco Libero!
Hptm Sven Bayard, Fachof (Hptm) Daniel Fiechter, Oblt Christoph Merki
Zuletzt aktualisiert am: 06.09.2011

