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Schweizer Armee

ZS - ECHO-Bericht FLG II / SLG I, Modul 2

15.04.2011

Aus allen Teilen der Schweiz trafen die Teilnehmer des FLG II / SLG I, Modul 2 in Luzern am AAL ein. Den meisten bekannt, startete der Lehrgang mit der Abhandlung der Logistischen Bedürfnisse als Basis für ein gutes Gelingen des Kurses.

Start der Übung “SIEGFRIED“. Der Kdt ZS führt in die Übung ein und sein Stv erläutert uns als Refresher die Fhr- und Stabstechnik. Bei der Übung “SIEGFRIED“ stand die Raumsicherung im Zentrum. Es ging darum, dass das öffentliche Leben in der Schweiz durch verschiedene, teils gewaltbereite Gruppierungen immer mehr eingeschränkt wurde und die zivilen Behörden ohne Unterstützung der Armee, die öffentliche Sicherheit nur schwer aufrecht erhalten konnten.
In der ersten, zweitägigen Phase ging es darum die Aktion zu planen. Konkret ging es darum sich einen möglichen Gegner vorzustellen und einen daraus folgenden Entschluss zu planen, ihn dann zu befehlen und letztendlich umzusetzen.
Parallel zu dieser Planung machte sich eine vierköpfige Spezialgruppe daran sich in die Gegenseite zu versetzen. Sie erstellten einen möglichen Phasenplan über die Gegenseite und versuchten diesen in der zweiten Wochenhälfte, als Gegenseite, umzusetzen. Was auch meisten gelang.
Für den Bat Stab galt es in der zweiten Wochenhälfte den Führungsprozess abzuarbeiten. Es war nicht immer einfach die Übersicht zu bewahren. Doch dem Bat Kdt gelang das sehr gut.

Dass zu Beginn einer solchen Ausbildung nicht alles gleich optimal lief, war allen klar. Jedoch gelangte man relativ schnell von der Forming- zur Storming-Phase und erreichten unverzüglich die Norming-Ebene . Dies ist die Basis eines funktionierenden Bat Stabes, so dass man rasch möglichst zum Performing kommen konnte. Da einige aus dem zusammengesetzten Bat Stab bereits praktische Erfahrungen aus dem Truppendienst aufwiesen, ging auch dieser Prozess relativ schnell von sich. Bis Ende der ersten Woche brachte man genügend PS auf den Boden um die Übung erfolgreich abzuschliessen.

Als geschichtlichen Abschluss der ersten Woche wurde durch sehr kompetente Personen der Deutsch-Französische Krieg dargestellt. Mit einem Besuch im Bourbaki Panorama wurden diese Ausführungen perfekt abgerundet. Dies war das Ende der ersten Woche und sogleich auch ein Einstieg in die zweite Lehrgangswoche. Dort ging es nicht mehr um die „neuzeitige“ Raumsicherung, sondern um die eher „altmodische“ Verteidigung.

Start in die Verteidigung, besser gesagt in die Übung “JANUS CENTRO“, wo die Verteidigung des Landes im Zentrum stand. Nach einigen Einführungen durch den Kdt ZS und Vorstellung der Übungsleitung für die zweite Woche, wurde direkt in den Aktionsplanungsprozess gestartet.
Der Bat Stab gliederte sich fast identisch wie in der ersten Woche. So fand man sich relativ schnell, und konnte ohne grosses forming in den Prozess einsteigen. Doch ganz so einfach war es dann auch nicht. Der erhaltene Auftrag war nicht so einfach und die Auftragsanalyse zu Beginn verschlang recht viel Zeit. Gutes braucht seine Zeit und nach der zeitintensiven Startphase verliefen die ersten zwei Planungstage fast ohne Komplikationen.

Fast jede Planung hat einmal ein Ende, so auch diese der Übung “JANUS CENTRO“. Einführung in den Aktionsführungsprozess und Befehlsausgabe an die uns unterstellten Kp Kdt, im Führungssimulator der Generalstabsschule. Sogleich auch Übernahme der Führungsstaffel. Nun sassen wir nicht mehr im Theoriesaal und führten von dort die geplante Aktion, nein, nun sassen wir eins zu eins auf den Panzern und führten unsere Direktunterstellten. Natürlich unter Berücksichtigung, dass die Panzer in einer Halle standen und man fast immer Augenkontakt zu den anderen Stabsmitarbeiter hatte. Dies lies es auch teilweise zu, dass, wenn Unklarheiten bestanden, man die Möglichkeit hatte fast zeitverzugslos mit den Kameraden Kontakt aufzunehmen. Meistens gelassen und nur teilweise hektisch, ging es auf der Führungsstaffel zu und her. Es war eine gute Möglichkeit den geplanten Soll und den effektiven Ist Zustand zu sehen und zu analysieren.

Nach der multimedialen Übungsbesprechung der Übung “JANUS CENTRO“ und den gezogenen Konsequenzen daraus, hiess es wie zu Beginn des Kurses, logistische Bedürfnisse abzuhandeln. Nach einem Vortrag über KVR und dem obligaten Schlussreferat, wurde der Kurs FLG II / SLG I Modul 2 durch den Kdt ZS geschlossen.

Major Scherer Hansjörg
S3 / Stab 3



Mo und Di, 11./12. April 2011
Während der ersten zwei Tage der U „CASCATA“ arbeitete sich unsere Gruppe als Luftwaffenstab durch den APP für einen Verteidigungseinsatz der LW, der primäres Augenmerk auf den Gebieten der LUV, BODLUV, LA und LT verlangte. Gearbeitet wurde in den FGGs A1, A2 und A3 primär zur Ermittlung der eigenen Mittel, der gefährlichsten gegnerischen Möglichkeit sowie zur Erarbeitung von Absichten für jedes der oben genannten LW-Sparten.

Mi, 13. April 2011
Zeitsprung auf einen Tag vor der Durchführung der Verteidigungsoperationen. Am Morgen verschoben wir per Bus vom AAL zum Flugplatz Emmen. Von dort aus flogen wir bei idealem Wetter mit einem Super Puma via Sarnen, nicht etwa direkt nach Meiringen, sondern über den grossen Aletschgletscher nach Brig und von dort dann schliesslich zur AB Meiringen. An unserem Ziel angekommen, richteten wir das AOC im Planarsaal der Airbase ein. Mittels diversen Beamern war es dort jedem Ei C möglich, die wichtigsten Infos zur Lage in seinem Fachgebiet dem restlichen Stab zur Verfügung zu stellen. Nach dem Mittagessen ging es daran, die in Luzern am Vortag gefassten Absichten ins FIS LW einzugeben und das AOC generell für den AFP am Folgetag vorzubereiten. Für mich als C Ei LUV bedeutete dies, dass die zur Verfügung stehenden FA-18 Hornet in Patrouillen eingeteilt und als Ablösungen für CAP- und QRA-Missionen ins FIS LW eingetragen werden mussten. Dabei wurden nebst Bereitstellungs-, Takeoff-, Einsatz-, Lande- und Retablierungszeit auch Start- und Zielflughafen sowie Piloten und Bewaffnungen geplant. Auch die beiden in der Absicht geplanten Strike-Packages wurden im FIS LW geplant und terminiert.

Do, 14. April 2011
Day of decision. Heute sollte sich zeigen, ob unsere Planung und Absichten den verschiedenen Dilemmata und Bedrohungen standhalten. Durch die kaum vorhersehbaren gegnerischen Aktionen war es im Bereich LUV sehr herausfordernd, der sich verändernden Lage zum Trotz, die beabsichtigten Strikes zu lancieren. Zumal erst das „Go“ der Landesregierung erfolgen musste, bevor wir den Luftschlag ausführen konnten. Auch nach dem Strike, aus dem der Verlust zweier Flugplätze auf beiden Seiten und der Verlust einiger Flugzeuge hervorging, blieb es dank weiterer eindringender Fighter spannend. Auch die anderen Ei Zentralen (LT, LQ und BODLUV) wurden durch sich verändernde Umweltbedingungen, Ausfälle und neue Aufträge gefordert. Schon um 15.45 wurde U „CASCATA“ schliesslich abgebrochen, obwohl sie meiner Meinung nach ruhig noch ein paar Stunden hätte weiter laufen dürfen. Die Begeisterung war geweckt. Aber alles hat irgendwann ein Ende, so auch unser Einsatz. Es folgte die Reflexion der gemachten Erfahrungen, welche sich bis weit in das später durchgeführte, befohlene Nachtessen hinzog.

Fr, 15. April 2011
Im Morgengrauen erfolgte die Rückverschiebung mit dem Cougar durch unser schönes Heimatland zurück ins AAL.

Oblt Vogel

 

Für Fragen zu dieser Seite: Höhere Kaderausbildung der Armee (HKA)
Zuletzt aktualisiert am: 05.05.2011
Verbandsabzeichen Höhere Kaderausbildung der Armee
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