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Schweizer Armee

BUSA - Austauschwoche mit der Unteroffizierschule der Bundeswehr

06.04.2011

In Weiden (Deutschland), nördlich von Passau, befindet sich die Unteroffizierschule des Heeres, welche uns in der Woche vom 02.04.- 06.04.2011 einen Einblick in ihre Ausbildung und Kultur gewährte.
Die Ausbildung des aktuellen Lehrganges in Weiden unterscheidet sich wesentlich von der Unseren. Die dortige Ausbildung trägt den Auslandeinsätzen Rechnung, was bedeutet, dass sehr viel Englisch auf dem Programm steht.

Der erste Tag bestand ausser Carfahren eigentlich nur noch aus einem kleinen Nachtessen und dem Bezug der Unterkunft.
Am zweiten Tag durften wir dann den Englischunterricht mit den deutschen Kameraden besuchen. Der Sprachlehrer war Mister Rigby, ein Engländer, welcher mit uns die Unterschiede zwischen der Deutschen Bundeswehr und der Schweizer Armee diskutierte, wie zum Beispiel dem Werdegang eines Unteroffiziers oder das Milizsystem; all dies natürlich auf Englisch.

Nach dieser Englisch-Einlage, hatten wir auf dem Waffenplatz einen Crashkurs im Anziehen einer Abseilausrüstung, welche dann gleich in der Ruine des Schloss Flossenbürg praktisch ausprobiert wurde. Dies war für die Meisten das Highlight des Tages.
Im Anschluss an das Abseilen ging es dann zur Gedenkstätte des ehemaligen KZ Flossenbürg. Dort erlebten wir eine Führung, welche sehr auf die Gemüter drückte.

Der dritte Tag bestand aus einem Besuch auf dem US Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Schon bei der Ankunft am Gelände mussten wir feststellen, dass hier wohl etwas andere Massstäbe gelten. Mit einer Fläche von rund 226 km2, ist das Gelände immerhin beinahe so gross wie unser gesamter Kanton Zug! Nach einer kurzen Begrüssung und Einführung durch unsere Begleiterin, die Verbindungsoffizierin SGM Kanoy, durften wir in einem kurzen Rundgang das neu errichtete Fitnesscenter besichtigen. COL Carson begrüsste uns schliesslich um 0900 im Hauptquartier des JMTC (Joint Multinational Command Training Center), um uns in seiner rund einstündigen Einführung den Übungsplatz sowie seine Ausbildungsanlagen und sein Vorgehen vorzustellen. Auch der anschliessende Besuch im campeigenen "Shopping-Center" vermittelte einen weiteren Eindruck dieser "amerikanischen Kleinstadt". Die in den Einsatzgebieten hochaktuelle Thematik IED (Improvised Explosive Device), respektive die Ausbildungslehrgänge zu den entsprechenden Gegenmassnahmen, wurden uns vor dem Mittag ebenfalls noch vorgestellt. Das Mittagessen durften wir in der Kantine des Camps einnehmen, bevor es für den Nachmittag in den südlich gelegenen Teil des Übungsplatzes in Vilseck ging. Am Medical Simulation Training Center erhielten wir eine eindrückliche, oftmals witzige, aber teils auch zum Nachdenken anregende Einführung in die von den amerikanischen Truppen ausgebildete Tactical Combat Casualty Care, sowie deren aktuelles Einsatzmaterial im Bereich des Sanitätsdienstes. Der kurze Rundgang durch ihren Trainingsparcours schloss den Tag ab.


Im Zentrum dieses vierten Ausbildungstages stand das Schiessen mit den deutschen Infanteriwaffen und das Erwerben der deutschen Schützenschnur. Klar waren wir alle gespannt darauf, wie sich diese Waffen wohl verhalten würden. Jeder wollte den direkten Vergleich zu unseren Waffen sehen. Ist unser Sturmgewehr wohl besser, oder kann sich das deutsche Maschinengewehr behaupten? Diese Fragen sollte der bevorstehende Tag klären. Ausgerüstet mit GT und Helm begannen die, für unsere Verhältnisse etwas seltsamen, sehr kurzen Ausbildungen am Sturmgewehr G36 wie auch am Maschinengewehr MG3. Uns konnte dies recht sein, da wir so mehr zum Schiessen kamen. Kaum einer erfüllte den Test nicht auf Anhieb; der Grossteil sogar mit der goldenen Auszeichnung. Ganz anders sah es jedoch am Maschinengewehrposten aus. Das war für alle Teilnehmer ein völlig neues Waffensystem und dementsprechend war auch die Anwendung ungewohnt. Fast Jeder musste zwei- bis dreimal antreten, um die geforderte Punktzahl zu erfüllen. So kam es dann auch, dass wir uns während einer guten Stunde anstellen musste, um einen Durchgang schiessen zu können. So zog sich diese Übung bis weit über den Mittag hin. Der Eilmarsch mit unseren deutschen Kameraden, welcher eigentlich auf den Nachmittag angesetzt war, musste deswegen gestrichen werden. Ich glaube, dies störte den Grossteil nicht allzu sehr.

Pünktlich um 1500 Uhr stellten wir das Schiessen ein und verschoben zurück in die Kaserne. Nach einem kurzen PD, fand das letzte gemeinsame Nachtessen im Gesamtrahmen statt. Nach den vergangenen, "gewöhnungsbedürftigen", Mahlzeiten, stand ein Grillabend an. Und wir wurden weiss Gott nicht enttäuscht. Die anschliessende Vergabe der Schützenschnüre war sicherlich noch einmal ein Höhepunkt dieses Tages. Jeder Teilnehmer des GAL "Pfyffer" erreichte mindestens die bronzene Auszeichnung. Also ein voller Erfolg!
Nach Abschluss des offiziellen Teils begann der grosse Abschiedsausgang, bei dem sich einige noch einmal richtig verausgabten. Spätestens nach diesem Abend musste jeder eingestehen, dass die Deutschen sicherlich im Bierbrauen und Grillen Weltklasse sind.

Nach einer intensiven Woche stand am Freitag die Rückreise in die Schweiz an.
Nach einem kurzen Debriefing seitens der deutschen Kameraden stand uns eine längere Verschiebung, mit der einen oder anderen Pause, in die Heimat bevor.
Nach einer durchzechten Nacht, waren Pausen durchaus nötig.
Nach dieser erlebnisreichen Woche, freuen wir uns nun auf ein interessantes Programm, welches wir mit den deutschen Kameraden in der folgende Woche durchführen können.
Wir erhoffen uns von dieser Austauschwoche, dass die Teilnehmer der USH einmal unser Ausbildungssystem sehen. Sie sollen, wie wir in der vergangenen Woche, positive Eindrücke mit nach Hause tragen, und die Schweiz soll ihnen als guter Gastgeber in Erinnerung bleiben.


BUSA GAL "Pfyffer"
Klasse Jauch

 

Für Fragen zu dieser Seite: Höhere Kaderausbildung der Armee (HKA)
Zuletzt aktualisiert am: 15.12.2011
Verbandsabzeichen Höhere Kaderausbildung der Armee
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