MILAK - Frühjahrstagung MILAK
05.03.2011
«Von der Isolation zur Partizipation»
Transformation als roter Faden: Hochkarätige Gäste aus dem In- und Ausland referierten am 5. März bei der Frühjahrstagung an der ETH in Zürich zum Thema «Sicherheit durch Kooperation - Streitkräfteentwicklung in Europa».
«Die heutige Veranstaltung hat das Ziel, zu sehen, in welche Richtung sich andere Armeen entwickeln», sagte Brigadier Daniel Lätsch, Direktor der Militärakademie (MILAK) zu Beginn der Frühjahrstagung an der ETH in Zürich. Die geladenen Referenten argumentierten alle auf der gleichen Ebene - und doch offenbarten sie jeweils neue Sichtweisen und näherten sich auf unterschiedliche Art und Weise an das Thema «Sicherheit durch Kooperation -Streitkräfteentwicklung in Europa» an. Den Anfang machte Mauro Mantovani, der nicht nur als Referent auftrat, sondern auch durch den halbtägigen Anlass führte. «Im letzten Jahrzehnt haben sich die westeuropäischen Armeen grundlegend verändert», sagte Mantovani. Auch die NATO und die EU hätten ihre Aktionsradien erweitert, in geographischer wie in quantitativer Hinsicht.
Transformation der NATO
«Ich bin beeindruckt, wie Mauro Mantovani aus wissenschaftlicher Sicht erklärt hat, was wir täglich tun», sagte Generalmajor Heiner Brauss, stellvertretender Beigeordneter Generalsekretär für Defence Policy & Planning, NATO International Staff. Brauss knüpfte nahtlos bei den Worten seines Vorredners an und zeigte auf, weshalb der NATO-Gipfel von Lissabon im November 2010 von grosser Bedeutung für die Transformation der NATO war: «Es geht um den Erhalt und die Ausbreitung einer Zone von Stabilität in und um Europa», so Brauss. Dass sich die NATO grundlegend verändert hat, hängt nicht nur mit den neuen Mitgliedern zusammen, sondern auch mit den neuen Bedrohungen, die seit der Jahrtausendwende aufgekommen sind. Dazu zählte er etwa den internationalen Terror, die Piraterie im Norden Afrikas oder auch die Verwundbarkeit der digitalen Netze.
«Leidenschaftliche Debatten»
Dr. Ulrich Schlie, Leiter Planungsstab im Bundesministerium der Verteidigung, zeigte auf, dass seit 1991 über 250'000 Soldaten der deutschen Bundeswehr im Ausland Dienst geleistet hätten. «Diese Auslandeinsätze führten zu leidenschaftlichen Debatten», sagte Ulrich Schlie. Es sei ein Nachteil, dass in der Öffentlichkeit das Verständnis für die Notwendigkeit von Auslandeinsätzen weitgehend fehle. Gleichzeitig betonte er auch, dass sich das Bild des Soldaten gewandelt habe. «Es ist schwieriger geworden, die Besonderheiten des Soldatendaseins hervorzuheben», so Schlie.
Dank Kooperationen bessere Leistungen
Brigadier General Dennis Gyllensporre, Director Future Capabilities der Schwedischen Streitkräfte durfte als letzter ans Rednerpult treten. Er zeigte auf, wie Schweden den Weg von der Isolation hin zur Partizipation eingeschlagen hat und wie sich die Transformation in der schwedischen Armee widerspiegelt hat. Betrug die Truppenstärke 2009 noch 65'000 Mann, so sollte sie von 2014 bis 2019 auf 50'000 Mann sinken. Gleichzeitig steigt aber die Bereitschaft markant an.
Für die abschliessende Podiumsdiskussion ergänzte Divisionär Jean-Pierre Badet, militärischer Vertreter (MILREP) der Schweiz bei der NATO, die Runde. Auch in seiner täglichen Arbeit sei die Transformation ein Dauerthema. «In der Schweiz können wir bei den Militärausgaben nicht mehr sparen. Aber dank Kooperationen können wir bessere Leistungen erbringen, als wenn wir alles alleine machen müssten», gab Badet zu Bedenken. Dennoch sei Eigenleistung immer gefragt.
Transformation als roter Faden: Hochkarätige Gäste aus dem In- und Ausland referierten am 5. März bei der Frühjahrstagung an der ETH in Zürich zum Thema «Sicherheit durch Kooperation - Streitkräfteentwicklung in Europa».
«Die heutige Veranstaltung hat das Ziel, zu sehen, in welche Richtung sich andere Armeen entwickeln», sagte Brigadier Daniel Lätsch, Direktor der Militärakademie (MILAK) zu Beginn der Frühjahrstagung an der ETH in Zürich. Die geladenen Referenten argumentierten alle auf der gleichen Ebene - und doch offenbarten sie jeweils neue Sichtweisen und näherten sich auf unterschiedliche Art und Weise an das Thema «Sicherheit durch Kooperation -Streitkräfteentwicklung in Europa» an. Den Anfang machte Mauro Mantovani, der nicht nur als Referent auftrat, sondern auch durch den halbtägigen Anlass führte. «Im letzten Jahrzehnt haben sich die westeuropäischen Armeen grundlegend verändert», sagte Mantovani. Auch die NATO und die EU hätten ihre Aktionsradien erweitert, in geographischer wie in quantitativer Hinsicht.
Transformation der NATO
«Ich bin beeindruckt, wie Mauro Mantovani aus wissenschaftlicher Sicht erklärt hat, was wir täglich tun», sagte Generalmajor Heiner Brauss, stellvertretender Beigeordneter Generalsekretär für Defence Policy & Planning, NATO International Staff. Brauss knüpfte nahtlos bei den Worten seines Vorredners an und zeigte auf, weshalb der NATO-Gipfel von Lissabon im November 2010 von grosser Bedeutung für die Transformation der NATO war: «Es geht um den Erhalt und die Ausbreitung einer Zone von Stabilität in und um Europa», so Brauss. Dass sich die NATO grundlegend verändert hat, hängt nicht nur mit den neuen Mitgliedern zusammen, sondern auch mit den neuen Bedrohungen, die seit der Jahrtausendwende aufgekommen sind. Dazu zählte er etwa den internationalen Terror, die Piraterie im Norden Afrikas oder auch die Verwundbarkeit der digitalen Netze.
«Leidenschaftliche Debatten»
Dr. Ulrich Schlie, Leiter Planungsstab im Bundesministerium der Verteidigung, zeigte auf, dass seit 1991 über 250'000 Soldaten der deutschen Bundeswehr im Ausland Dienst geleistet hätten. «Diese Auslandeinsätze führten zu leidenschaftlichen Debatten», sagte Ulrich Schlie. Es sei ein Nachteil, dass in der Öffentlichkeit das Verständnis für die Notwendigkeit von Auslandeinsätzen weitgehend fehle. Gleichzeitig betonte er auch, dass sich das Bild des Soldaten gewandelt habe. «Es ist schwieriger geworden, die Besonderheiten des Soldatendaseins hervorzuheben», so Schlie.
Dank Kooperationen bessere Leistungen
Brigadier General Dennis Gyllensporre, Director Future Capabilities der Schwedischen Streitkräfte durfte als letzter ans Rednerpult treten. Er zeigte auf, wie Schweden den Weg von der Isolation hin zur Partizipation eingeschlagen hat und wie sich die Transformation in der schwedischen Armee widerspiegelt hat. Betrug die Truppenstärke 2009 noch 65'000 Mann, so sollte sie von 2014 bis 2019 auf 50'000 Mann sinken. Gleichzeitig steigt aber die Bereitschaft markant an.
Für die abschliessende Podiumsdiskussion ergänzte Divisionär Jean-Pierre Badet, militärischer Vertreter (MILREP) der Schweiz bei der NATO, die Runde. Auch in seiner täglichen Arbeit sei die Transformation ein Dauerthema. «In der Schweiz können wir bei den Militärausgaben nicht mehr sparen. Aber dank Kooperationen können wir bessere Leistungen erbringen, als wenn wir alles alleine machen müssten», gab Badet zu Bedenken. Dennoch sei Eigenleistung immer gefragt.
Für Fragen zu dieser Seite: Höhere Kaderausbildung der Armee (HKA)
Zuletzt aktualisiert am: 07.03.2011
Zuletzt aktualisiert am: 07.03.2011



