Symposium HKA
18.06.2010
Simon Ammann und Dario Cologna − Motivationsspritze für junge Offiziere
Die beiden Olympiasieger Simon Ammann und Dario Cologna waren die prominenten Stars am zweitägigen Symposium der Höheren Kaderausbildung der Armee. Die Veranstaltung fand am 18. und 19. Juni in Luzern statt und richtete den Fokus auf den Mehrwert einer militärischen Führungsausbildung.
„Die schwierigste Zeit beim Skispringen ist die Zeit des Wartens. Das ist vielleicht beim Militär auch so“, sagte Simon Ammann, vierfacher Goldmedaillengewinner an Olympischen Spielen. Lange Wartezeiten gab es beim Symposium der Höheren Kaderausbildung der Armee (HKA) vom 18. und 19. Juni im Armee Ausbildungszentrum Luzern (AAL) nicht. Statt dessen folgte ein Referat auf das nächste, prominente Redner aus Militär, Wirtschaft und Sport wechselten sich fleissig ab und auch eine Premiere stand auf dem Programm.
Erfolg nach Durststrecke
„Weitermachen – weiterkommen. Wir sind die Nachwuchskräfte für die Armee und Wirtschaft.“ So lautete das Motto an der zweitägigen Veranstaltung der HKA. Ein Motto, das auf kaum jemanden so gut zutrifft, wie auf Skispringer Simon Ammann. Nach dem Gewinn seiner beiden ersten Goldmedaillen an Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City folgte eine langjährige Durststrecke – die er letztlich eindrücklich überwinden konnte. „Ich habe auch in schlechteren Zeiten nie ans Aufhören gedacht. Um den Weg aus der Krise zu schaffen, musste ich allerdings herausfinden, wer ich bin“, so Ammann, der 2004 die Sportler-RS absolviert hat.
Dario Cologna, Schweizer Spitzenlangläufer und Gast am zweiten Symposium-Tag, zeigte sich fasziniert von der Art und Weise, wie Simon Ammann den Weg aus der Krise geschafft hat: „Sollte ich einmal in eine ähnliche Situation geraten, könnte ich sicher viel von ihm profitieren“, sagte Cologna. Und wie am Vortag Ammann lobte auch der Langläufer seine Zeit in der Rekrutenschule: „Die RS war kein Hindernis für mich. Im Gegenteil, sie hat mich sogar weitergebracht.“
Gelassenheit dank Echteinsatz
Physische Höchstleistungen ist man sich von den beiden Spitzensportlern gewohnt. Aber Cord-Dietrich von Einem, Stabsoffizier der Deutschen Bundeswehr, führte aus, dass auch im Echteinsatz körperliche Grenzen erreicht werden – wie beispielsweise bei einem Einsatz in Kunduz (Afghanistan): Temperaturen von über 40° Celsius, eine enorm hohe Luftfeuchtigkeit, schweres Gepäck und die ständige Bedrohung durch Selbstmordattentäter und Sprengfallen würden eine hohe mentale und körperliche Belastbarkeit erfordern. „Ich habe an Gelassenheit gewonnen“, so der Stabsoffizier auf die Frage, welchen Nutzen er aus diesen Echteinsätzen für sich persönlich ziehen konnte.
Sicherheit und Freiheit
Bei den Gästen, vorwiegend junge Kaderangehörige der Armee, stiessen die Referate auf grosses Interesse. Das bewiesen nicht nur die jeweils gut gefüllten Hörsäle. Oberleutnant Tim Good meinte: „Insbesondere der Vortrag von Cord-Dietrich von Einem hat mir gefallen, da er sehr praxisorientiert war.“ Alles andere als theoriefixiert sei auch die Kaderausbildung der Armee: „Ihr grosser Vorteil fürs Berufsleben ist die Kombination aus theoretischer und praktischer Erfahrung, die Sie mitbringen“, erklärte Markus Theiler, stellvertretender Geschäftsführer der Jörg Lienert AG, die sich auf die Suche und Selektion von Fach- und Führungskräften spezialisiert hat. Einen Einblick in diese Ausbildung gewährten die erstmals vorgeführten Filme zum Führungslehrgang I sowie zum Offizierslehrgang. Ziel der Filme: Neue Zugführer zu gewinnen und die Kaderausbildung der Armee bekannter zu machen. Diese braucht sich nicht zu verstecken. „Die HKA bietet die beste praktische Führungsausbildung der Schweiz“, sagte Divisionär Marco Cantieni, Kommandant der Höheren Kaderausbildung der Armee.
Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2010




