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Schweizer Armee

ZS - ECHO-Bericht aus dem FLG II-3, SLG I-3, Modul 2

18.12.2009

Woche 1
Einige Tage bis Wochen für die Einen, mehr als ein Jahr für die Anderen, ist es her, dass der erste Teil des FLG II oder des SLG I absolviert wurde. Das Grundwissen für die Stabsarbeit in einem Bataillon wurde uns dort vermittelt. Die Erwartungen, das gelernte anzuwenden, waren denn auch gross. Nach einer kurzen Einführung startete die Übung SIEGFRIED bereits mit der Aktionsplanung. In den nächsten zweieinhalb Tagen wurde der Raumsicherungseinsatz in der Nordwestschweiz geplant. Obwohl sich die Stabsmitarbeiter teilweise erst kurz kannten, fanden sich die Stäbe rasch zusammen und bildeten schon bald schlagkräftige Teams. Unter den wachsamen Augen der Gruppenchefs wurde die Aktion geplant. Da die Raumsicherung ein Operationstyp ist der zwischen Frieden und Krieg, im zivilen Umfeld, stattfindet musste die Planung sorgfältig sein und auf Deeskalation ausgerichtet werden. Nach Stunden der Planung, der Rapporte, Konzeptpräsentation und der schriftlichen Erstellung eines Einsatzbefehles mit vielen Beilagen wurde der Aktionsplanungsprozess abgeschlossen. Dazu passend konnte am Mittwochabend der Ausgang genossen werden. Obwohl bei Einigen offensichtlich der Ausgangsanzug geschrumpft ist (meistens im Umfang…) genossen doch die meisten der Lehrgangsteilnehmer ein Abendessen und Ausgang ausserhalb des AAL.

Die Teilnehmer die in den folgenden zwei Tagen die Übungsleitung unterstützten nutzen die Gelegenheit um Fotomaterial für die K-Stelle zu gewinnen. Bis spät in die Nacht wurden dar-aus Frontseiten einer Boulevardzeitung erstellt, die die beübten Stäbe auf Trab halten würden. Dementsprechend startete die Aktionsphase der Übung mit einem intensiven Nachrich-tenspiel. Die Bataillone wurden durch Ereignisse wie Unruhen, Sabotage und Blockaden auf Trab gehalten. Diese Ereignisse konnten dank der Anwendung des Aktionsführungsprozesses mehrheitlich gut bewältigt werden.

Die erste Woche konnte mit einem fulminanten Vortrag über Ordnungsdienste der Armee in der Geschichte des modernen Bundesstaates und einem sehr eindrücklichen Besuch des Bourbaki-Panoramas abgeschlossen werden. Die Stäbe sind nach dieser Woche bereits gut zusammengewachsen und eingespielt. Die Mitarbeiter der verschiedenen Führungsgrund-gebiete haben sich in ihren Fachgebieten zurechtgefunden und die Lernkurve zeigte klar nach oben.

Woche 2 Angehörige der Luftwaffe

In der zweiten Woche wurden die Offiziere der Teilstreitkräfte Heer und Luftwaffe getrennt. Die Luftwaffenoffiziere lernten in der Übung „CASCATA“ den Aktionsplanungs- und Aktions-führungsprozess sowie die Einsatzmittel der Luftwaffe kennen. In der Planung heisst das, die 1:50‘000 Landkarten auf die Seite zu legen und die Karte mit dem Massstab 1:1‘500‘000 als Kartengrundlage zu verwenden und anstatt auf Truppenkörperstufe wurde auf Stufe des Luftwaffenstabes geplant. Der Aktionsführungsprozess in der Luftwaffengruppe wurde auf der Stufe des AOC (Air Operation Center) unter Einbezug des FIS LW mit einem Nachrich-tenspiel durchgeführt. Dafür zügelte die Luftwaffengruppe nach Meiringen und bezog das AOC auf. Hier zeigte sich, wie wichtig die schnelle Informationsverbreitung innerhalb des AOC ist, denn die Arbeit in der Luftwaffe ist sehr vernetzt und ein „Sekunden“-Geschäft.

Woche 2 Angehörige des Heeres
Mit einem Befehlsgebungsrapport wurde zum Wochenstart in die Übung “JANUS CENTRO“ eingeführt. Zwiespältige Gefühle hinterliess uns die Verteidigungsübung aber nicht. Anders als in der Vorwoche spielt diese Übung im Verteidigungsfall. Somit konnten die Bataillone nach ihrem ursprünglichen Einsatzzweck eingesetzt werden. Die Stabsarbeitsprozesse sind auch in der Verteidigung dieselben, so dass wir ein zweites Mal die Gelegenheit hatten, einen kompletten Aktionsplanungs- wie auch einen Aktionsführungsprozess zu üben.

Die einzelnen Gruppen bildeten in dieser Übung verschiedene Stäbe, so dass in der Simula-tion zwei Brigaden gebildet werden konnten. Nachdem die Planungen noch wie gewohnt in den Theoriesälen stattgefunden hat, haben wir am Dienstagabend in die Führungsstaffeln in ausgedienten Schützenpanzern gewechselt. Die Führungshilfsmittel wurden in ein kleines Format umgesetzt, so dass auch in den sehr beengten Verhältnissen innerhalb der Panzer gearbeitet werden konnte. Der erste Tag des Gefechts forderte die Stäbe. Es galt verschie-dene Funkgeräte gleichzeitig zu bedienen und Rapporte vorzubereiten und abzuhalten. Die Stäbe mussten so aufgeteilt werden, dass gleichzeitig das Gefecht geführt und die Planung der Folgeaufträge aufrechterhalten werden konnte. Nach einem unterschiedlich langen Aus-gang am Vorabend (die Ausgangsuniform war immer noch zu klein) starteten wir am Don-nerstag mit derselben Simulation nochmals neu. Lehren aus dem Vortag konnten umgesetzt werden, der Verlauf des Gefechts war aber zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch offen.

Haben wir in diesem Kurs etwas gelernt? Sicherlich konnten alle Teilnehmer Erfahrungen in einem Bat Stab sammeln, dies wird uns im WK zu Gute kommen. Auch der Aktionsplanungs- und Aktionsführungsprozess konnten eingeübt werden und sitzen immer mehr. Für unsere zivilen Tätigkeiten können wir die Systematik in der Planung und Führung und auch das Be-wältigen von hektischen Situationen mitnehmen. Systematische Arbeit und klare Prozesse führen zum Erfolg, dies im Militär wie auch im Geschäftsleben. Ein grosser Mehrwert von solchen Kursen liegt aber immer auch darin, dass man Kameraden aus verschiedenen Fachbereichen und mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen trifft. Dieses Netzwerk gilt es in unserer Milizarmee immer zu Pflegen, es ist mitentscheidend für den Erfolg.

Hptm Pascal Frei & Oblt Stephan Enzler

 

Für Fragen zu dieser Seite: Höhere Kaderausbildung der Armee (HKA)
Zuletzt aktualisiert am: 21.01.2010
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